Was tun, wenn die Milchzähne nicht ausfallen?

Dr. Klimas

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©fotolia-annadanilkova22Wenn Milchzähne nicht durch natürliche Weise ausfallen, bieten sich verschiedene Behandlungen beim Zahnarzt hat (©fotolia-annadanilkova22)Zwischen dem sechsten und siebten Lebensjahr beginnt die erste Phase des Zahnwechsels. Die vorderen Milchzähne werden durch die oberen bleibenden Schneidezähne ersetzt und der erste bleibende Backenzahn, der sogenannte Sechsjahresmolar, bricht durch.

Es gibt jedoch auch Kinder, die etwa ein Jahr früher oder später die ersten Milchzähne verlieren, was im normalen physiologischen Toleranzbereich liegt. Über diesen Zeitraum hinaus unterscheidet man den erschwerten Zahndurchbruch, den vorzeitigen Zahndurchbruch und den verzögerten Zahndurchbruch. Bis zum 13. Lebensjahr sollten alle Milchzähne durch bleibende Zähne ersetzt sein.

Was könnte der Grund dafür sein, dass Schneidezähne nicht ausfallen?

Eltern reagieren häufig beunruhigt, wenn die Milchzähne bei gleichaltrigen Kindern bereits gewechselt haben und bei dem eigenem Kind noch da sind. Dann wird oftmals der Zahnarzt oder Kinderzahnarzt aufgesucht.

Prinzipiell sollte man bei einem ungleichmäßigen Zahnwechsel den Zahnarzt aufsuchen. Zum Beispiel wenn ein vorderer Schneidezahn bereits durch einen bleibenden Schneidezahn ersetzt ist, jedoch der andere Milchschneidezahn über einen längeren Zeitraum von etwa sechs Monaten nicht ausfällt. Der Grund dafür könnte sein, dass der bleibende Schneidezahn durch einen Sturz auf den Milchschneidezahn verletzt wurde.

Auch ein zusätzlicher Zahnkeim, der meistens mittig zwischen den zwei Frontzähnen im Knochen versteckt liegt, kann dazu führen, dass die bleibenden Schneidezähne nicht mehr exakt unter dem Milchzahnvorgänger liegen, wodurch die Milchzähne nicht ausfallen. Die bleibenden Schneidezähne sind verlagert und müssen durch einen Kieferorthopäden mit einer Zahnspange eingestellt werden.

Werden verlagerte Zähne nicht rechtzeitig erkannt, können sich Zysten um den Zahn im Knochen bilden. Des Weiteren kann sich der Zahn verlagern, was eine Therapie sehr erschweren kann.

Was tun, wenn Backenzähne nicht ausfallen?

Ebenso kann es vorkommen, dass im Seitenzahnbereich Milchzähne vorkommen, die über den normalen Zeitraum erhalten bleiben. Oftmals fehlen dann bleibende Zähne unter den Milchzähnen, wodurch sich die Wurzel der Milchzähne nicht auflöst und die Milchzähne nicht ausfallen. Als Therapie kann man versuchen, den Milchzahn so lange wie möglich zu erhalten. Die Lebensdauer der Milchzähne ist jedoch geringer als die der bleibenden Zähne, auch weil die Wurzel meistens kürzer ist.

Verliert man zu einem späteren Zeitpunkt den Milchzahn, meistens im Erwachsenenalter, kann die Lücke kieferorthopädisch oder durch ein Implantat geschlossen werden. Es kann jedoch auch sein, dass der Zahnarzt den Milchzahn entfernen muss, weil er Karies hat oder weil er bereits zu locker ist. In dem Fall überweist der Zahnarzt Ihr Kind in der Regel an einen Kieferorthopäden, damit gemeinsam entschieden wird, wie die Lücke geschlossen werden kann. Meistens benötigen die Kinder dann eine feste Zahnspange.

Auch im Seitenzahnbereich kann es vorkommen, dass der darunterliegende Zahnkeim von seiner Position abweicht, wodurch der Milchzahn nicht ausfallen kann. Damit der bleibende Zahn leichter durchbrechen kann, entfernt der Zahnarzt den Milchzahn. Im weiteren Schritt wird der Kieferorthopäde den bleibenden Zahn richtig positionieren.

Was kann passieren, wenn festsitzende Milchzähne nicht behandelt werden?

Erhaltene Milchzähne können immer weiter förmlich im Knochen versinken und von Zahnfleisch überdeckt werden. Derartige Milchzähne muss der Zahnarzt ebenso entfernen.

Sind alle Milchzähne im Zahnwechsel verzögert, empfiehlt es sich, ein wenig abzuwarten. In seltenen Fällen können hormonelle Störungen den Durchbruch aller bleibenden Zähne verzögern. Aber auch Zahnanlagestörungen können die Ursache sein. Der Zahnarzt wird dann ein Röntgenbild des Kiefers anfertigen, um zu prüfen, ob noch andere bleibende Zähne vorhanden sind. Außerdem kann so die Lage der Zahnkeime beurteilt werden.

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