Brustkrebs: Ganzheitliche Therapie (Teil 2)

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Welche Rolle spielt die Genetik beim Brustkrebs?

Viele Frauen haben ein erhöhtes genetisches Brustkrebsrisiko. Bei einem höheren genetischen und / oder familiären Risiko ist eine wesentlich intensivere Vor- uund Nachsorge nötig. Es  gibt auch genetische Konstellationen, bei denen eine Hormontherapie und / oder Chemotherapie unter Umständen weniger oder nicht wirksam ist.

Psychosomatische Ansätze der Ganzheitlichen Therapie

Die Psychosomatik ist ganz wichtig. Die Hl. Hildegard von Bingen sagte schon: „Die Seele der Therapie ist die Therapie der Seele“ Alles, was (schwer) kränkt, macht (schwer) krank: Daher sind begleitende psychoonkologische Maßnahmen extrem wichtig. Die Patientinnen lernen, seelische Gifte zu meiden, Stress zu reduzieren, loszulassen und somit krebserregenden „oxidativen Stress“ zu reduzieren, um möglichst lange „sinnvoll“ zu leben.

Was sollen die Patientinnen essen? Was sollen sie meiden?

Die optimale Ernährung spielt eine ganz entscheidende Rolle. Oft muss die Ernährung total umgestellt werden. Davor ist eine gezielte Ernährungsanalyse nötig. Zu meiden sind in jedem Falle die Genussgifte Alkohol, Tabak. (passiv und aktiv inhaliert) und auch größere Mengen Koffein. Kaffee enthält Kanzerogene (u. a. Methoxiglioxal, Katechol, Chlorogensäuren, Neo-Chlorogensäuren). Koffein kann auch auf östrogenabhängige Zellen mutagen wirken. Alkohol wirkt als Lösungsmittel und kann die Effekte von Endokrinen Disruptoren, vor allem von diversen Metall-Östrogenen potenzieren. 
Außerdem sollte man so wenig wie möglich tierische Fette zu sich nehmen. In diesen kumulieren Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel und so weiter. Rote Fleischsorten enthalten am meisten Schwermetalle: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. 
Essen Sie so oft wie möglich Lebensmittel, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind: Getreide, Gemüse, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Nüsse, außerdem Kartoffeln, die unter anderem reich an Gallussäure und Chlorogensäuren sind. Speziell Blumenkohl kann protektiv wirken, da er das Wachstum östrogenabhängiger Zellen stark inhibiert.

Was bedeutet die sogenannte Östrogen-Dominanz und die sogenannten Insulin-Resistenz?

Eine ganz wichtige (Teil-)Ursache hormonabhängiger Tumore ist die Östrogen-Dominanz (vor allem erhöhtes Östradiol und Östron), nicht selten auch kombiniert mit M. Hashimoto (erniedrigtes T 4 bei gleichzeitig erhöhtem TSH, z. T. stark erhöhte Anti-TPO- Werte). Häufig sind auch erniedrigte DHEA-Werte und Anfangs erhöhte, später erniedrigte Cortisol-Spiegel (bedingt durch eine zunehmende Nebennierenrindenschwäche), einhergehend mit einer zunehmenden Insulin- Resistenz. Diverse endokrinologische, immunologische, infektiologische und toxikologische Mechanismen (Hormonstörung, Immundefizite, Entzündungen) können direkt und indirekt zur problematischen Östrogen-Dominanz beitragen.

Die Bedeutung körperlicher Bewegung  

Körperliche Bewegung (Gymnastik, Sport, Joggen, Laufen, Tanz, Wandern) ist wichtig, weil es sehr viele wissenschaftliche Studien gibt, die belegen, dass körperliche Bewegung ein wichtiger Schutzfaktor gegen Brustkrebs und Rezidive ist. Bewegung schützt vor Insulin-Resistenz, hilft bei der Entgiftung, stärkt das seelische und körperliche Immunsystem und so weiter.

Entzündungen und Brustkrebs 

Entzündungsherde und -prozesse (v. a. chronisch schleichende Entzündungen) schwächen das Immunsystem und können Krebs, Metastasen und Rezidive fördern. Je länger Entzündungen bestehen und je schlechter die Immunabwehr ist, desto größer ist das Krebs-, Metastasen- und Rezidivrisiko. Herde und Infektionen müssen entdeckt und schonend beseitigt werden.

Silent Inflammation

Die sogenannte „Silent Inflammation“ ist eine chronische, zum Teil schleichende Entzündung. Infektionsherde (z. B. Gingivitis, Dentitis, Sinusitis, Pharyngitis, Gastritis, Colitis etc.) müssen vermieden oder gefunden und behandelt werden. Anschließend sollte eine gezielte Symbioselenkung erfolgen.
Vor allem die „Silent inflammation“ scheint als einer der Haupttrigger in ursächlichem Zusammenhang zu stehen. Je länger Entzündungen bestehen und je schwerwiegender die systemischen Auswirkungen sind, desto größer ist das Mamma-CA-(Rezidiv-)Risiko. Entzündungen blockieren wichtige immunologische Mechanismen und stören den Hormonstoffwechsel.Durch eine Silent Inflammation können auch Therapien nach Leitlinien wie Bestrahlung, Chemo- und Hormontherapie unter Umständen unwirksam(er) und nebenwirkungsreich(er) werden.

Hier finden Sie den dritten Teil des Artikels. 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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