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Knoten, Juckreiz, dunkle Geschwülste: Arten und Symptome von Hauttumoren

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

von
verfasst am

© djma_iStockHautkrebs tritt immer häufiger auf (© djma_iStock)Zu viel Sonne getankt? Wenn die Haut trotz Pflege brennt, droht Hautkrebs. Lesen Sie hier alles über die unterschiedlichsten Arten von Hauttumoren, welche Beschwerden sie verursachen und welche Früherkennungs- und Selbsthilfemöglichkeiten es gibt.

Definition: Gewebsneubildung der Haut

Hauttumoren sind Geschwulste, die sich durch krankhaftes Zellwachstum bilden. Sie können gut- oder bösartig sein.

Gutartige Tumoren werden auch als benigne Tumoren bezeichnet. Sie sind vom Nachbargewebe deutlich abgegrenzt und schädigen es nicht. Außerdem breiten sie sich auch nicht über die Blut- oder Lymphbahnen im Körper aus und bilden daher keine entfernten Metastasen.

Gutartige Tumoren der Haut

Atherome

Atherome sind Zysten, die durch eine Kapsel vom umliegenden Gewebe getrennt sind. Im Hohlraum sammelt sich eine fettige, weißlich-gelbe Masse mit Fetttropfen und -kristallen. Ihre Größe variiert und sie treten meistens im behaarten Bereich der Kopfhaut auf.

Sie entstehen, wenn die Ausführkanäle der Talgdrüsen verstopfen. Wenn Atherome sehr groß werden und den Betroffenen stören oder wenn sie sich entzünden, können sie operativ entfernt werden.

Xanthelasmen

Xanthelasmen sind gelbliche bis rötliche Fett- und Cholesterin-Einlagerungen in der Haut, die sich rund um die Augen bilden. Sie entstehen häufig bei Menschen, die erhöhte Cholesterinwerte haben oder an einer Leberzirrhose erkrankt sind. Xanthelasmen können operativ oder mit Laserbehandlung entfernt werden. Oft bilden sie sich jedoch danach erneut.

Lipome

Lipome sind Geschwülste aus Fettgewebszellen im Unterhautfettgewebe. Sie sehen von außen wie Beulen aus und fühlen sich prall und elastisch an. Oft  entstehen sie im Bereich des Schultergürtels, am Bauch oder an den Oberschenkeln. Sie wachsen sehr langsam und können so groß wie eine Faust werden.

Einige Menschen haben eine genetische Veranlagung, so dass sich mehrere Lipome an ihren Körper bilden. In solchen Fällen sprechen Experten von einer Lipomatose. Selten werden Lipome bösartig und müssen operativ entfernt werden.

Seborrhoise Keratose

Die Seborrhoise Keratose, auch Alterswarze genannt, bildet sich bevorzugt im Gesicht und am Oberkörper. Es handelt sich um fleckenförmige, bräunliche Veränderungen, die mit der Zeit wachsen und eine unregelmäßige Oberfläche entwickeln. Deswegen werden sie oft mit bösartigen Melanomen verwechselt. Die Seborrhoise Keratose ist sehr häufig: Ab dem 50. Lebensjahr betrifft sie fast jeden.

Feuermale

Das Feuermal ist eine flache Erweiterung kleiner Blutgefäße, die sich in der Nähe der Hautoberfläche befindet und meistens angeboren ist. Häufig tritt sie an Kopf und an den Extremitäten auf. Mit wiederholten Laserbehandlungen ist die Verengung der Blutgefäße eines Feuermals möglich, so dass es ästhetisch nicht stört.

Hämangiome

Die Hämangiome sind rötliche Veränderungen der Blutgefäße der Haut. Sie sehen oft wie Beeren aus, treten an jeder Körperstelle auf und bilden sich manchmal automatisch zurück. Sie entstehen schon im Kindesalter und wenn sie Komplikationen verursachen, können sie operativ oder mit dem Laser entfernt werden. 

Leberflecken

Leberflecken entstehen aus Zellen, die den Pigmentfarbstoff Melanin produzieren. Sie sind meistens millimeterklein und bräunlich. Die Lebeflecken sind sehr häufig, dürfen aber nicht gereizt werden, weil sie sich zu einem bösartigen Hautkrebs entwickeln können. In diesem Fall werden sie operativ entfernt.

Das maligne Melanom der Haut

Definition

Das maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen der oberen Hautschicht entsteht, die den Gewebefarbstoff Melanin bilden. Der schwarze Hautkrebs ist der aggressivste Hauttumor, er wächst sehr schnell und bildet Metastasen.

Häufigkeit

In Deutschland erkrankten im Jahr 2010 knapp 20.000 Menschen an einem Melanom der Haut und ungefähr 2.700 starben daran. Es verursacht mehr als 90 Prozent aller Todesfälle, die mit Hautkrebs zusammenhängen. Das mittlere Erkrankungsalter ist 58 Jahre für Frauen und 66 Jahre für Männer. In den letzten 50 Jahren ist die Häufigkeit des Melanoms weltweit gestiegen. 

© Markomarcello - fotoliaWer viel Sonnenkontakt hat sollte sich gut gegen UV-Strahlen schützen (© Markomarcello - fotolia)Ursachen und Risikofaktoren

Die wichtigsten Risikofaktoren für Melanome sind:

  • hohe Exposition gegenüber UV-Licht und Neigung zu Sonnenbränden
  • helle Haut, rote und blonde Haare, helle Augenfarbe, Sommersprossen oder Muttermale
  • Melanome in der Familie
  • Störungen des Abwehrsystems

UV-Strahlung ist die wichtigste umweltbedingte Ursache eines Melanoms. Deswegen wurden weltweit in den letzten Jahren viele Aufklärungskampagnen organisiert, damit Menschen UV-Strahlung vermeiden. Obwohl das Gesundheitsbewusstsein zum Thema UV-Strahlung definitiv erhöht ist, steigt die Zahl der Neuerkrankungen weiter.

Die meisten Menschen versuchen, sich mit Sonnencremes vor den schädlichen Strahlen zu schützen. Ihre Schutzwirkung ist jedoch umstritten, denn die ersten Studien zum Thema ergaben sehr widersprüchliche Ergebnisse. In einer späteren größeren Analyse wurde kein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Sonnencremes und der Zunahme von Erkrankungen an malignen Melanomen festgestellt.

Symptome

Die Vergrößerung, die Farbänderung und das Jucken eines Leberflecks oder Veränderungen von Hautteilen, die dunkler erscheinen, deuten auf ein Melanom hin. Bei dunkelhäutigen Menschen jedoch entstehen Melanome häufiger an Hautteilen, die heller sind.

Früherkennung

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft empfiehlt Menschen mit auffälligen Leberflecken einmal im Jahr eine auflichtmikroskopische Untersuchung beim Hautarzt.

Wenn ein Leberfleck 2 der folgenden 5 Kriterien erfüllt, sollte er entfernt werden:

  • unregelmäßige, asymmetrische Kontur
  • unregelmäßige oder unscharfe Begrenzung
  • unterschiedlich starke Pigmentierung oder Mehrfarbigkeit
  • Durchmesser größer als 5 mm und schnelles Wachstum
  • Neuentwicklung in kurzer Zeit

Diagnostik

Ist eine Hautveränderung verdächtig, wird sie im Ganzen entnommen und feingeweblich untersucht. Handelt es sich um ein Melanom, folgen weitere Untersuchungen zur Beurteilung der eventuellen Verbreitung des Tumors, wie zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung der benachbarten Lymphknoten oder eine Computertomographie des Brustkorbs und des Bauchraums.

© Dan Race - fotoliaRegelmäßige Hautuntersuchungen können vor Hautkrebs schützen (© Dan Race - fotolia)Eine relativ neue Untersuchung ist die nicht-invasive und schmerzfreie elektrische Impedanzspektroskopie, mit der ein Verdacht auf ein Melanom wegen einer auffälligen Hautveränderung bis zu einer Tiefe von 2,5 mm ausgeschlossen werden kann.

Darüber hinaus gibt es die Untersuchung der sogenannten Autofluoreszenz der Haut, wobei die Haut mit infrarotem Laserlicht bestrahlt wird und anschließend fluoresziert. Je nach fluoreszierender Farbe kann der Arzt erkennen, ob es sich um ein Melanom Handelt oder nicht.

Arten des malignen Melanoms der Haut

Es gibt verschiedene Subtypen des malignen Melanoms der Haut. Sie unterscheiden sich durch ihr Aussehen, die Art des Wachstums, ihrer Neigung zur Metastasierung und ihrer Prognose. Die wichtigsten sind:

  • Das superfiziell spreitende Melanom ist die häufigste Form des schwarzen Hautkrebses. Es wächst relativ langsam, ist oberflächlich und sieht wie ein unregelmäßiger, pigmentierter Fleck mit unscharfer Begrenzung aus. Oft tritt es am Unterschenkel bei Frauen und am Körperstamm bei Männern auf.
  • Das noduläre maligne Melanom ist die aggressivste Form und hat die schlechteste Prognose. Es wächst relativ schnell in vertikaler Richtung und bildet frühzeitig Metastasen über die Lymph- und Blutbahnen. Es ist braun bis tiefschwarz mit einer glatten oder ulzerierten Oberfläche, ähnlich wie ein Hautgeschwür. Es tritt oft am Rücken, an der Brust oder an den Extremitäten auf.
  • Das Lentigo-maligna-Melanom wächst relativ langsam und hat eine günstigere Prognose. Es sieht wie ein unregelmäßiger Fleck aus und entsteht meistens im Gesicht.
  • Das akrolentiginöse Melanom betrifft häufig dunkelhäutige Menschen und wächst schneller und aggressiver, meistens an den Handflächen oder den Fußsohlen und Nägeln. Es blutet oft und kann zur Nagelablösung führen.

Behandlung

Die operative Entfernung ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Darüber hinaus wird eine zusätzliche Therapie mit Interferon-alpha für die Dauer von 18 Monaten sowie Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt. Hat ein Melanom Metastasen gestreut, ist es nicht mehr heilbar.

Weitere bösartige Tumoren der Haut

Spinaliome

Das Spinaliom ist ein Plattenepithelkarzinom, das an den Stachelzellen der Oberhaut entsteht. Es wächst langsamer als das Melanom und bildet spät Metastasen. Häufig entsteht es auf sonnengeschädigter Haut der Unterlippe, der Schläfen und der Handrücken oder auf Schleimhäuten.

Zu Beginn sehen Spinaliome ähnlich wie Ekzeme aus, dann verändern sie sich, beginnen zu schuppen und zu verhornen, können geschwulstartig aufbrechen und manchmal schmerzhaft sein.

Basaliome

Das Basaliom wird auch ,,Weißer Hautkrebs‘‘ genannt, wächst langsamer und ist weniger aggressiv als Melanome und Spinaliome. Es entsteht aus den Basalzellen und streut meistens keine Metastasen. Auch für diesen Hautkrebs ist die sonnengeschädigte Haut der wichtigste Risikofaktor.

Aktinische Keratose

Aktinische Keratosen sind Verhornungsstörungen der Haut, die durch UV-Strahlung entstehen und oft auf Stirn, Nase, Wangen, Glatze oder Handrücken von älteren Menschen zu finden sind. Sie sind Präkanzerosen, das heißt, es handelt sich um verändertes Gewebe, das sich in Krebs entwickeln kann, was in ungefähr 10 Prozent der Fälle passiert.

Fazit

Nicht jeder Hauttumor ist Krebs, das Melanom der Haut jedoch ist lebensbedrohlich und tritt weltweit immer häufiger auf. Die Einwirkung der schädlichen UV-Strahlen auf bestehende Muttermale ist die wichtigste Ursache für nahezu jeden Hauttumor. Die beste Selbsthilfe ist die Früherkennung der Veränderungen eines Muttermales, wie zum Beispiel der Farbe, der Form, des Randes, der Größe oder der Dicke. In diesem Fall gehen Sie so früh wie möglich zum Hautarzt. Er stellt fest, ob es Grund zur Besorgnis gibt. Wenn nötig entfernt er die Hautveränderung komplett.

Links

www.hautkrebs.de - Website des Vereins zur Bekämpfung des Hautkrebses
Deutsche Hautkrebsstiftung
www.2m2-haut.de - Website der Präventionskampagne Haut der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung
www.haut.de - Website der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie
www.derma.de - Website der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft
Berufsverband der Deutschen Dermatologen
Deutsche Krebshilfe
Österreichische Krebshilfe
Krebsliga Schweiz
Deutsches Krebsforschungszentrum
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums
Deutsche Krebsgesellschaft

Quellen

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  • Renee A. Desmond, Seng-jaw Soong: Epidemiology of malignant melanoma. In: The Surgical Clinics of North America. Band 83, Nr. 1, Februar 2003, S. 1–29.
  • Hill: Efficacy of sunscreens in protection against skin cancer. In: Lancet. Band 354, Nr. 9180, 28. August 1999, S. 699–700, 
  • Ken Landow: Do sunscreens prevent skin cancer?In: Postgraduate Medicine. Band 116, Nr. 1, Juli 2004, S. 6.
  • Marianne Berwick: Counterpoint: sunscreen use is a safe and effective approach to skin cancer prevention. In: Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention: A Publication of the American Association for Cancer Research, Cosponsored by the American Society of Preventive Oncology. Band 16, Nr. 10, Oktober 2007, S. 1923–1924. 
  • Adèle C. Green, Gail M. Williams: Point: sunscreen use is a safe and effective approach to skin cancer prevention. In: Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention. Band 16, Nr. 10, Oktober 2007, S. 1921–1922.
  • Wolf: Lichtschutzmittel. (Sunscreens. Protection against skin cancers and photoaging). In: Der Hautarzt; Zeitschrift Für Dermatologie, Venerologie, Und Verwandte Gebiete. Band 54, Nr. 9, September 2003, S. 839–844.
  • Leslie K. Dennis, Laura E. Beane Freeman, Marta J. VanBeek: Sunscreen use and the risk for melanoma: a quantitative review. In: Annals of Internal Medicine. Band 139, Nr. 12, 16. Dezember 2003, S. 966–978.
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  • Mohr, U. Birgersson u. a.: Electrical impedance spectroscopy as a potential adjunct diagnostic tool for cutaneous melanoma. In: Skin Research and Technology.Mai 2013, Band 19, Nummer 2, S. 75–83
  • Dieter Leupold: The stepwise two-photon excited melanin fluorescence is a unique diagnostic tool for the detection of malignant transformation in melanocytes. In: Pigment Cell & Melanoma Research, 2. Mai 2011.
  • Hein: Das akrolentiginöse Melanom.(PDF; 312 kB) In: Deutsches Ärzteblatt 98, 2001, A-111–A-115.
  • Benjamin Scheier, Rodabe Amaria, Karl Lewis, Rene Gonzalez: Novel therapies in melanoma. In: Immunotherapy. Band 3, Nr. 12, Dezember 2011, S. 1461–469.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


25.05.2018 - 15:42 Uhr

Ich habe seit der Geburt ein großes Muttermal,...

von Mimigold

... welches nun ganz frisch einen schwarzen Punkt aufweißt. Da ich schon an anderen Stellen zwei maligne Melanome hatte, möchte mein Hautarzt in das große Muttermal hineinschneiden und den Teil, der sich verändert hat herausstanzen. Er möchte - da die Narbe zu groß wäre - nicht das gesamte Muttermal entfernen. Ich bin etwas unsicher, da ich mich frage ob es - falls es sich erneut um ein malignes Melanom handelt - nicht viel gefährlicher ist erstmal nur einen Teil zu entfernen als es direkt gesamt rauszuschneiden. Ich habe Angst, dass eventuell vorhandene Tumorzellen dadurch "aufgewirbelt" werden. Oder ist diese Angst unbegründet, da ein Nachschnitt im Falle eines Falles normalerweise ausreichend ist?


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