Photodynamische Therapie gegen Hautkrebs: Ablauf, Vorteile und Nebenwirkungen

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

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©Jürgen Fälchle - fotoliaDie Sonne ist der größte Verursacher von Hauterkrankungen wie weißem Hautkrebs. (©Jürgen Fälchle - fotolia)Weißer Hautkrebs ist weltweit auf dem Vormarsch. Die Zahl der Erkrankungen steigt rasant. Hauptgründe sind die höhere Lebenserwartung und ein sorgloser Umgang mit der Sonne. Denn UV-Strahlung gilt als Verursacher Nummer Eins für krankhafte Hautveränderungen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Besonders der weiße Hautkrebs ist zu fast 100 Prozent heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Auch hier machte die medizinische Forschung in den letzten Jahren riesige Fortschritte, sodass vielen Betroffenen heutzutage eine Operation erspart bleibt. Viele Fälle von weißem Hautkrebs können mittlerweile sehr erfolgreich mit der Photodynamischen Therapie, kurz PDT, behandelt werden. Und das ist nicht das einzige Einsatzgebiet der PDT.


Was ist die PDT?

Es handelt sich um eine Lichttherapie. Die erkrankten Zellen werden durch eine photosensibilisierende Creme und anschließende Beleuchtung mit einem roten Licht einzeln zerstört. Gesunde Zellen werden dabei nicht angegriffen. Das macht die PDT zu einem modernen, schonenden und relativ einfachen Verfahren zur Behandlung oberflächlicher Hautkrebs-Vorstufen und -tumoren.

Da durch die Methode in der Regel keine Narben entstehen, eignet sie sich auch für Hautveränderungen an gut sichtbaren Stellen, wie zum Beispiel im Gesicht.


Was genau kann mit der PDT behandelt werden?

Die Haupteinsatzgebiete der PDT sind bösartige Hautveränderungen im Frühstadium. Dazu gehören:

  • Aktinische Keratosen
  • Basaliome (Basalzellkrebs)
  • Spinaliome (Stachelzellkrebs)
  • Morbus Bowen
  • Lichtschäden mit Feldkanzerisierung

Aber auch gutartige Veränderungen der Haut können effektiv mit der PDT behandelt werden, z.B.:

Außerdem wird die PDT sehr erfolgreich im kosmetischen Bereich zur Hautglättung und Faltenreduktion eingesetzt. Die Wirkung bei weiteren Hauterkrankungen wie Lichen oder Schuppenflechte wird zurzeit erforscht. Erste Resultate sind vielversprechend.


© wildworx - fotoliaDie schonende photodynamische Therapie kann in vielen Gebieten angewendet werden. (© wildworx - fotolia)Wie funktioniert die Behandlung?

Zuerst wird auf die betroffenen Hautstellen eine Creme aufgetragen, die die veränderten Zellen für rotes Licht sensibilisiert. Sie muss ca. drei Stunden einwirken. In dieser Zeit kann der Patient auf Wunsch die Praxis verlassen, denn die eingecremte Stelle wird mit einem Pflaster lichtdicht abgedeckt. Danach wird die Creme entfernt und das betroffene Areal mit Rotlicht für ca. zehn Minuten bestrahlt.

Bei bestimmten Diagnosen (z.B. Basaliom oder Morbus Bowen) muss die Behandlung im Abstand von ca. vier Wochen wiederholt werden.


Ist die Behandlung  schmerzhaft oder gefährlich?

Ganz schmerzfrei ist die Beleuchtung zwar nicht, jedoch werden die Schmerzen sehr unterschiedlich wahrgenommen. Schmerzempfindlichere Patienten können sich eine Stunde vor der Beleuchtung ein Schmerzmittel geben lassen. Außerdem wird parallel zur Beleuchtung mit kalter Luft gekühlt, sodass die meisten Patienten die Behandlung gut aushalten. Man kann danach eine feuchtigkeitsspendende und kühlende Maske auflegen, die viele Patienten sehr angenehm finden.

Das Licht ist ungefährlich. Es handelt sich nicht um Röntgen-Strahlen, radioaktive Strahlen oder UV-Strahlung.


Was sind die Vorteile der PDT?

  • Alternative zur Operation
  • schonendes Verfahren mit guten kosmetischen Ergebnissen
  • keine Zerstörung gesunder Zellen
  • großflächige Therapie möglich, wodurch auch Hautschäden, die noch nicht mit dem bloßen Auge erkennbar sind, mitbehandelt werden
  • keine Ausfallzeiten
  • wenige Nebenwirkungen; eventuelle Rötungen, kleine Wunden, Krusten und Schwellungen klingen in der Regel rasch ab
  • schnelle Ergebnisse - schon einige Tage nach der Behandlung ist die neue Haut sichtbar


Was sind die Nachteile der PDT?

  • nur im Frühstadium von Hautkrebs anwendbar, wenn der Tumor weniger als 3 mm tief in die Haut eingedrungen ist
  • leichte Schmerzen während und nach der Behandlung möglich
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit des betroffenen Areals
  • in seltenen Fällen dauerhafte Pigmentstörungen


© Kurhan - iStockIm Vergleich zu anderen Therapien ist die photodynamische Therapie arm an Nebenwirkungen. (© Kurhan - iStock)Was muss ich nach der Behandlung beachten?

Kühlen Sie die betroffene Stelle nach der Behandlung. Dazu eignen sich spezielle Coolpacks, die Sie bitte nur im Kühlschrank lagern, nicht in der Gefriertruhe. Schwarztee-Umschläge tragen ebenfalls zur Linderung bei.

Vermeiden Sie fettige Cremes oder Salben. Ihr Dermatologe kann Ihnen ein fettfreies Gel verschreiben, das gleichzeitig entzündungshemmend wirkt. Da die Haut nach der PDT sehr lichtempfindlich ist, sollten Sie UV-Strahlung unbedingt vermeiden. Achten Sie auf einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor. Bei Behandlungen am Kopf empfiehlt sich eine Kappe oder ein Hut.

Außerdem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, damit ein Rückfall frühzeitig erkannt wird.


Werden die Kosten für die PDT von der Krankenkasse übernommen?

Bei bösartigen Hautveränderungen übernehmen die privaten Krankenkassen in der Regel die Kosten. Das gilt jedoch nicht für den Einsatz der PDT bei Nagelpilz oder zur Hautverjüngung. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen eine Photodynamische Therapie leider nicht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (4)


07.07.2019 - 15:19 Uhr

Hallo, übernimmt die Allianz PKV die Kosten für...

von Dr. W. Hiep

... eine PD bei aktinischen Keratosen und Basaliom?

13.05.2019 - 17:00 Uhr

Guten Tag, meine Frage zur PDT- Behandlung bei...

von Gisela H.

... einem Bronchialkarzinom im Anfangsstadium, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten.

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

Antwort vom Autor am 23.05.2019
Dr. med. Marion Moers-Carpi Privatpraxis

da wir eine rein privatärztlich tätige Praxis sind, fehlen uns hier Erfahrungswerte. Sie sollten es im Einzelfall mit Ihrer Kasse besprechen und von Ihrem behandelnden Arzt eine Empfehlung / Antrag auf Übernahme der Kosten stellen. So sind Sie auf der sicheren Seite. Ich hoffe, dass es Ihnen hilft.

22.02.2019 - 14:55 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, habe 2...

von Horst D.

... PDT-Behandlung auf dem gesamten Kopf bis in Stirnhöhe erhalten. Dabei empfand ich speziell in der Kopfmitte starke Hitze und eine wellende Bewegung in der Kopfhaut. Nach der Behandlung Schüttelfrost-Attacken, die sich in der Nacht und am nächsten Tag in immer größeren Abständen wiederholten und dann abklangen. Noch nach 4 Tagen im Mittelkopfbereich sehr warme berührungsempfliche Stellen. Ist das noch normal, bzw. was muss ich tun? Mit freundlichen Grüßen Horst D.

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

Antwort vom Autor am 25.02.2019
Dr. med. Marion Moers-Carpi Privatpraxis

Sehr geehrter Herr D. Es ist richtig, dass bei der Beleuchtung mit dem roten Licht nicht schmerzfrei ist und wir hier entsprechende Schmerzbegleit Therapien anbieten. Die von Ihnen beschriebene Nebenwirkung ist sehr heftig und nicht normal. Je nach Lokalisation kann es zur Anschwellung kommen, bis dann die Stellen sich kursten (!nicht kratzen!) und dann narbenfrei abfallen. Sie können den Prozess mit einer Heilsalbe (Name darf ich hier wegen Werbung nicht nennen) unterstützen. Alternativ kann bei weiteren PDT Behandlungen evtl. (Diagnosebedingt) auch auf andere Beleuchtungen (gelb) oder Daylight PDT. Diese ist dann nicht so schmerzhaft, kann aber nicht bei allen Therapiformen angewendet werden. Ich hoffe, etwas geholfen zu haben.

04.02.2019 - 03:22 Uhr

Guten Tag, mein Mann hat zur Behandlung von...

von Cristina

... Morbus Bowen (ein etwa 5x5mm grosser Bereich auf der Nase) 5-Fluoruracil 5% verschrieben bekommen. Gibt es einen guten Grund diese Creme zu verwenden anstelle der PDT? Die Behandlung ist im Vergleich ja recht langwierig und zusätzlich mit vielen möglichen Nebenwirkungen verbinden. Auch sind wir nicht sicher, dass unsere Familienplanung tatsächlich abgeschlossen ist. Ist es generell nicht ratsam, nach Verwendung dieser Creme wieder Kinder zu zeugen, oder gilt das nur für einen gewissen Zeitraum? Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar!

Dr. Moers-Carpi Privatpraxis

Antwort vom Autor am 22.02.2019
Dr. med. Marion Moers-Carpi Privatpraxis

Guten Abend Cristina, entschuldigen Sie die späte Antwort, aber auch mich hat die letzten 2 Wochen eine Grippe vom normalen Tagesablauf abgehalten. Zu Ihrer Frage: Die verordnete Creme war vor 10 Jahren Standard Therapie und absolut ok. Die Auswirkungen auf Ihre Kinderwünsche sind schwer einzuschätzen. Eine Excision an der Nase kommt eigentlich auch nicht in Frage (ästhetischer Gesichtspunkt), so dass die PDT Therapie meine 1. Wahr wäre, da Sie hier mit 2 PDT Behandlungen des Pudels Kern entfernen können und dazu auch keine Narbe behalten. Das Areal ist realtiv groß, aber mittels PDT gut zu handeln. Der Hinweis ist hier nur, ob Ihr Mann auch privat versichert ist oder nicht. Privatkassen übernehmen idR. die Therapie, Kassen jedoch nicht, so dass Sie sich hier vom behandelnden Kollegen bitte einen Kostenvoranschlag machen lassen sollten, denn die Creme (es gibt 2) ist nicht billig. 2g kosten ca. 200€ bis 225€. Ich hoffe, dass ich Ihnen in Ihrer Entscheidungsfindung damit ein wenig helfen konnte. Ihre Dr. MMC


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