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Vorsicht Feiertage: 6 Tipps & Tricks bei Sodbrennen und Reflux

Prof. Dr. Seiderer-Nack

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© fcafotodigital - iStockBesonders das deftige Essen der Feiertage ist oft eine Herausforderung für den Verdauungstrakt. (© fcafotodigital - iStock)Sauer macht lustig – diesen Spruch finden wohl die wenigsten Patienten, die unter Sodbrennen oder einer Refluxkrankheit leiden, besonders witzig. Schon gar nicht, wenn sich der Brand in der Speiseröhre wie alle Jahre wieder beim Besuch des Weihnachtsmarktes mit Bratwurst und Glühwein oder nach der Völlerei auf der Weihnachtsfeier zwischen Gänsebraten und Dessert meldet.

Wer ist von Sodbrennen betroffen?

Betroffene leiden u. a. unter 

  • Brennen hinterm Brustbein,
  • saurem Aufstoßen,
  • Schmerzen oder gar Heiserkeit und
  • Husten durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre.

Die Symptome können die Lebensqualität nicht nur an den Feiertagen ganz schön in Mitleidenschaft ziehen.

Etwa jeder vierte bis fünfte Erwachsene in Deutschland leidet an dieser sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit (gastroesophageal reflux disease GERD); etwa ein Drittel der Patienten hat fast täglich Beschwerden durch Sodbrennen.

6 Tipps, um Sodbrennen zu vermeiden

Es gibt durchaus Alternativen und Ergänzung zu medikamentösen Therapien.

So können Sie Ihre Beschwerden durch Ihre Ernährung und Lebensgestaltung auf natürliche Weise reduzieren und mildern:

  1. Gründlich und lange kauen: Gut gekaut ist halb verdaut – das regt die Speichelproduktion am besten an und stimuliert die rhythmischen Speiseröhrenbewegungen. Der menschliche Organismus produziert im Schnitt ca. 1-1,5 Liter Speichel pro Tag, der nicht nur Nahrung chemisch aufspaltet, sondern sich auch schützend über die Speiseröhre legt. Je mehr Speichel, desto besser – daher kann auch Kaugummikauen den Speichelfluss anregen und das Sodbrennen mildern.
  2. Versuchen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten täglich zu sich zu nehmen als drei große Portionen. Insbesondere abends gilt: Weniger ist mehr und am besten kein Essen mehr in den zwei Stunden vor dem Bettgehen.
  3. Augen auf bei der Getränkewahl: Bevorzugen Sie Getränke ohne Kohlensäure. Meiden Sie Kaffee/Espresso sowie Fruchtsäfte mit hohem Säuregehalt und seien Sie zurückhaltend bei Alkohol. Vorsicht auch bei Pfefferminztee, denn er kann die Säurebeschwerden verstärken
  4. Augen auf bei der Speisenwahl: Vermeiden Sie zu fettige Speisen oder Nahrungsmittel, die lange im Magen liegen. Hierzu gehören leider auch Gänsebraten, Speck, Pilze oder Grünkohl. Besser fahren Sie mit fettarmen und gedünsteten Speisen.
  5. Wenn es trotzdem Bratwurst und Gänsebraten sein muss: Bewegung hilft bei der Magenentleerung. Also nochmal eine Runde zu Fuß nach Hause. Und dann am besten das Kopfteil des Bettes hochstellen und mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen.
  6. Bei akuten Beschwerden: Versuchen Sie es mit einem Leinsamen-Aufguss oder Kartoffelsaft. Beides kann die Schleimhäute beruhigen und den Säure-Überschuss neutralisieren. Alternativ können auch Alginate eine hilfreiche Schutzschicht über dem sauren Magensaft bilden.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Halten die Beschwerden länger als eine Woche an, suchen Sie bitte ihren Arzt auf. Sodbrennen kann Zeichen einer ernsthaften Speiseröhrenentzündung sein, die abgeklärt werden muss.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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