Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Annika Kowoll

Dr. med. Annika Kowoll praktiziert als Radiologin in Dortmund. (© Kowoll)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Annika Kowoll interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Radiologin.

jameda: Frau Dr. Kowoll, was hat Sie motiviert, Ärztin zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Frau Dr. Kowoll: Bereits während der Schulzeit hat mich am Beruf der Ärztin die Kombination aus Naturwisschenschaft und der Enge Kontakt zu Patienten fasziniert.

Zunächst habe ich meine Facharztweiterbildung Neurologie mit Schwerpunkten Neuroonkologie, Schlaganfallbehandlung und Epilepsie absolviert und hier in allen Bereichen eine große Schnittschnelle zu den bildgebenden Fächern genossen. Daraufhin verfestigte sich mein Wunsch, auch die Weiterbildung im Fach Radiologie zu absolvieren, mit dem Schwerpunkt in der Bildgebung von Gehirn und Wirbelsäule.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht ihn so besonders?

Frau Dr. Kowoll: Besonders fasziniert mich die Bildgebung des Gehirns und seiner Erkrankungen mittels der Kernspintomographie. So kann ich hier bei komplexen Erkrankungen wie Epilepsien bei einer zunehmenden Anzahl von Patienten die Ursache ihrer Anfallserkrankung mittels der hochauflösenden Bildgebung herausfinden und teils jahrelange Krankheitsverläufe verkürzen.

Die Kernspintomographie, eine Technik, welche völlig ohne Röntgenstrahlen auskommt, hat aber auch bei Abklärung von Verletzungen und Beschwerdungen der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates sowie bei Erkrankungen des Bauchraumes einen großen Stellenwert.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dr. Kowoll: Die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Hendrik Pels, meinem Mentor und Oberarzt in der Neurologie, hat mir gezeigt, wie wichtig eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung bei gleichzeitiger hochwertigster medizinischer Behandlungsqualität den Behandlungserfolg beeinflusst. Diese wahnsinnig integere Persönlichkeit hat mir auch den Fachwechsel sehr erleichtert und ist mir bis heute ein echter Freund geblieben.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau Dr. Kowoll: Um gezielt und mit hoher diagnostischer Sicherheit die medizinische Fragestellung der klinischen Kollegen beantworten zu können, bieten wir patientenindividuell maßgeschneiderte Schnittbilddiagnostik zur Abklärung vielfältiger Pathologien an.

Es ist von größter Bedeutung, sich immer fortzuentwickeln, um die immer wieder an uns gerichteten Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten der Radiologie zu nutzen. Durch den Zusammenschluss unserer Radiologen / innen, MTA-Physiker/innen und MTAs können wir uns diesen Herausforderungen stellen und uns stetig weiterentwickeln.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dr. Kowoll: Die zunehmende Subspezialisierung in der Radiologie gewinnt immer größere Bedeutung, um gezielt und mit hoher diagnostischer Sicherheit medizinische Fragen der klinischen Kollegen beantworten zu können. Wir von ARISTRA bieten Ihnen daher für jeden Ihrer Patienten eine umfassende Untersuchung mit Expertise unserer spezialisierten Radiologen im ARISTRA-Netzwerk an. Somit sind wir am Puls der Zeit.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dr. Kowoll: Durch meine klinische Tätigkeit mit Erlangung des Facharztes der Neurologie habe ich eine häufig eine „andere“ Sicht auf die Beschwerden der Patienten und kenne die Erkrankungen und Behandlungen der Patienten auch aus Sicht des behandelnden Arztes. Hier nehme ich die Beschwerden und Probleme des Patienten ernst, versuche mich in seine / ihre Lage zu versetzen. Selbstverständlich ist es auch, die Befunde in einer für jeden verständlichen Sprache zu erklären, so dass die Patienten das Gespräch mit dem sicheren Gefühl verlassen, den Befund der Untersuchung genau verstanden zu haben.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dr. Kowoll: Jeder Patient, jede Patientin ist besonders, einzigartig. Hier kann man keinen oder keine hervorheben, es gilt jeden und jede einzige zu schätzen und zu respektieren.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Kowoll: Sicherlich gibt es den vielen Berufsjahren sehr viele besondere und einzigartige Momente, die ich nie wieder vergessen werde. Viele schöne Erinnerungen, auch traurige Abschiede, aus denen ich aber keines besonders hervorheben möchte.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Frau Dr. Kowoll: Gerade in der aktuell besonderen Situation sind eine positive Sicht auf die Dinge und eine gesunde Ernährung sicherlich hilfreich.

Zur Person:

Ich bin in Deutschland aufgewachsen, habe meinen Schulabschluss in Großbritannien erworben, in Deutschland, der Schweiz sowie Großbritannien unterstützt durch die Studienstiftung des deutschen Volkes studiert. Nach meinem Facharzt für Neurologie habe ich meinen Facharzt für Radiogie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer erworben, in den Schwerpunkten Neuroonkologie, Epileptologie sowie Schlaganfallbehandlung geforscht, promoviert und publiziert. 

Zur Praxis:

Außerhalb meiner Präsenzzeit in der Praxis bieten wir Ihnen Untersuchungen mit Betreuung inklusive ärztlichem Vor- und Nachgegespräch über Videotelefonie an.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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