Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Nikolaus Loehr

Dr. med. Nikolaus Loehr praktiziert als Radiologe in Hamburg. (© Löhr)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Nikolaus Loehr interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Radiologe.

jameda: Herr Dr. Loehr, was hat Sie motiviert, Radiologe zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Herr Dr. Loehr: Als ehemaliger Skilehrer und Sportler wurde ich mit vielen unterschiedlichen Verletzungen konfrontiert, sodass ich während des Studiums und meiner anfänglichen beruflichen Tätigkeit die Orthopädie das Ziel meiner Spezialisierung war.

Die Bildgebung spielt in der Orthopädie eine sehr große Rolle und je mehr ich mit radiologischen Bildern in Berührung kam, umso mehr hat mich das Fach fasziniert. Die Radiologie ist ein Spezialgebiet, welches sich sehr rasch weiterentwickelt aufgrund der technischen Fortschritte, sowohl im medizinischen Wissen als auch im Bereich der Bilderstellung und Bildverarbeitung.

Der Radiologe spielt eine wichtige Rolle in der Diagnosestellung und kann somit am Anfang einer Krankheit die richtigen Weichen stellen, um sowohl seinen Patienten, als auch seinen medizinischen Kollegen weiterzuhelfen.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Loehr: Aktuell arbeite ich in einer MRT-Praxis und beschäftige mich somit voll und ganz mit der Kernspintomographie, einer Technik in der Bildgebung, welche ohne Röntgenstrahlung auskommt. Hierbei nehmen Beschwerden und Verletzungen am Bewegungsapparat einen großen Schwerpunkt ein, aber auch Pathologien in der Bauchhöhle oder im Gehirn können mittels MRT sehr gut abgeklärt werden. Zudem bieten wir Ganzkörper-Vorsorgeuntersuchungen an, da die Radiologie auch in der Prävention eine zunehmend eine wichtige Rolle einnimmt.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Loehr: Die klinische Arbeit mit dem orthopädischen Arzt und Traumatologen Dr. Ueli Steiger in der international renommierten Klinik Hirslanden in Zürich hat mir klar gemacht, wie wichtig die radiologische Bildgebung sein kann, um unnötige Operationen zu verhindern und optimale Therapien für den Patienten zu finden. Mir ist als Radiologe eine enge Arzt-Patient Beziehung wichtig, um maßgeblich den Krankheitsverlauf des Patienten zu verbessern.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Loehr: Um gezielt und mit hoher diagnostischer Sicherheit die medizinische Fragestellung der klinischen Kollegen beantworten zu können, bieten wir patientenindividuell maßgeschneiderte Schnittbilddiagnostik zur Abklärung vielfältiger Pathologien an.

Es ist von größter Bedeutung, sich immer weiter zu entwickeln, um die zunehmenden Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten in der Radiologie zu nutzen. Durch unseren Zusammenschluss von Radiologen/innen, MTA-Physiker/innen und MTAs können wir uns ständig weiterentwickeln und somit neue Technologien nutzen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Loehr: In der Radiologie gewinnt die Subspezialisierung immer mehr Bedeutung, um gezielt und mit hoher diagnostischer Sicherheit die medizinische Fragestellung der klinischen Kollegen beantworten zu können. Wir von ARISTRA bieten Ihnen daher für jeden Ihrer Patienten eine umfassende Untersuchung mit Expertise unserer spezialisierten Radiologen im ARISTRA-Netzwerk an. Somit sind wir immer am Puls der Zeit.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Loehr: Ich versuche, mich in die Lage des Patienten zu versetzen, um so seine medizinischen Probleme und Bedürfnisse zu verstehen. Nur mit einem ernsthaften Interesse an dem Patienten kann man diesem helfen. Ich versuche, jeden Patienten individuell einzuschätzen und auf seine Probleme einzugehen.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Loehr: Jeder Patient ist einzigartig, dies gilt es zu bewahren und zu respektieren.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Loehr: Jeder Patient, dem ich helfen konnte, macht meinen Beruf sinnvoll, deshalb bin ich Arzt geworden.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Dr. Loehr: Bewegung an der frischen Luft und eine abwechslungsreiche Ernährung sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zu einem gesunden Leben.
Positiv denken!

Zur Person:

Ich bin in Deutschland, der Schweiz und Kanada aufgewachsen und habe mich spezialisiert in der muskuloskelettalen Radiologie mit Schwerpunkt in MRT des Bewegungsapparats unter PD. Dr. med. Andrea Rosskopf und PD. Dr. med. Christoph Agten. Ich habe an der Universität Zürich studiert und langjährig in der Orthopädie an der Endoklinik Zürich assistiert, sowie in der Unfallchirurgie publiziert und promoviert.

Zur Praxis:

Außerhalb meiner Präsenzzeit in der Praxis bieten wir Ihnen Untersuchungen mit Betreuung inklusive ärztlichem Vor- und Nachgespräch über Videotelefonie an.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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