Kollagenasebehandlung bei Morbus Dupuytren

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Die Kollagenasebehandlung ist eine alternative Therapie zur konventionellen handchirurgischen Operationen bei Morbus Dupuytren der Hand. Aus bislang nicht vollständig verstandenen Gründen verkrümmen sich bei dieser chronischen Erkrankungen insbesondere Ring- und Kleinfinger und können auf diese Weise die Lebensqualität und die Alltagstauglichkeit der Hände nachhaltig einschränken.

Die Diagnose wird durch die klinische Untersuchung gestellt, bei der zunächst Knoten in der Hohlhand, später eben auch die Bewegung einschränkende Stränge festgestellt werden können. Ergänzt werden kann die Diagnose durch die spezielle Handsonographie mit Nachweis von Knoten bzw. Strängen.

Kann eine Hand nicht mehr plan auf einem Tisch platziert werden, weil die Fingerstreckung durch einen Strang eingeschränkt ist, ist der konventionelle Zeitpunkt für eine Intervention wie die Operation, die Nadelfasziotomie oder auch die enzymatische Fasziotomie mit der Kollagenase gekommen.

Die enzymatische Fasziotomie mit der Kollagenase wird ambulant durchgeführt. Am ersten Tag der Behandlung wird in regionaler Betäubung der tastbare Strang mit der Kollagenase injiziert. Das Enzym arbeitet nun im Strang, so dass die Reißfestigkeit des Strangs 24 Stunden später nur noch fünf Prozent vom Vortrag entspricht.
In erneuter regionaler Betäubung wird am Folgetag dann der entsprechend durch die Kollagenase geschwächte Strang aufgedehnt (cord breaking). Dabei kann es in bis zu 20 Prozent der Fälle zu oberflächlichen Einrissen der durch den Dupuytren veränderten Haut kommen. Auch Schwellungen der Armlymphknoten sind eine häufige Begleiterscheinung, die jedoch für gewöhnlich innerhalb einer Woche auch unterstützt durch z. B. Kinesio-Lymphtape deutlich zurückgehen.

Die Handfunktion selbst ist sehr früh nach der Kollagenasebehandlung schon sehr gut - oftmals kann die Hand schon nach drei bis sieben Tagen ganz normal im Alltag oder auch im Sport z. B. auf dem Golfplatz eingesetzt werden.

Insofern stellt die Kollagenasebehandlung in der Hand des Spezialisten eine weitere Therapieoption beim Morbus Dupuytren dar.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (3)

Martin C. P., 10.11.2021 - 11:30 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Knobloch Habe an beiden Händen Morbus Dupuitren und bin an der rechten Hand operiert worden mit mässigem Erfolg. Ich lebe im Großraum Stuttgart. Können Sie mir eine Praxis empfehlen, die nach der beschriebenen Art und Weise behandelt? Vorab schon vielen dank für Ihre Bemühungen. Mit freundlichem Gruß Martin C. P.

Prof. Karsten Knobloch, 16.05.2014 - 19:45 Uhr

Sehr geehrter Klaus, sowohl der Tennisarm wie auch die Ringbandstenose sind Sehnenerkrankungen, die häufig vorkommen, wobei der Tennisellenbogen vermutlich bis zu 1% aller Deutschen betrifft. Der Morbus Dupuytren mit den initialen Knoten hat keinerlei Zusammenhang weder mit dem Tennisarm noch mit der Ringbandstenose, ist aber ebenfalls recht häufig. Es gibt Kalkulationen, dass bis zu 2 Millionen Deutsche an einem Morbus Dupuytren erkrankt sein könnten. Im Knotenstadium des Morbus Dupuytren ist die fokussierte Stosswellentherapie eine Möglichkeit, die wir gerade in einer klinischen Studie mit 1-Jahr Nachuntersuchungszeitraum als sehr positiv geprüft haben. Der Abstrakt zu Zwischenergebnissen meiner Stosswellenstudie beim Knotenstadium des Morbus Dupyutren wäre unter diesem link: http://www.egms.de/static/de/meetings/dgpraec2012/12dgpraec191.shtml Sowohl beim Tennisarm wie auch bei der Ringbandstenose ist es möglich jenseits von Kortisoninjektionen auch mit der fokussierten Stosswellentherapie wie auch der Low Level Lasertherapie zu arbeiten, um die Sehnen abzuschwellen. Dies wir idealerweise mit einem exzentrischen Krafttrainingsprogramm kombiniert. Ich darf an dieser Stelle anmerken, dass es Ärzten nicht erlaubt ist über das Internet Diagnosen zu stellen und Therapieempfehlungen individuell abzugeben, weil eine persönliche Untersuchung aus Rechtswegen entscheidend ist. Insofern sind meine Ausführungen allgemein zu verstehen. Mit freundlichen Grüssen Prof. Dr. Karsten Knobloch SportPraxis Prof. Knobloch www.sportpraxis-knobloch.de

Klaus, 16.05.2014 - 09:14 Uhr

Hallo, ich habe seit einem Jahr einen Tennisarm und seit 2 Monaten eine Ringbandstenose ,rechter Zeigefinger. Bisher nur mit einer Kortisonspritze behandelt.Seit Jahren habe ich leichte Dupuytren-Knötchen in beiden Handflächen.Ist da ein Zusammenhang?Ich habe von der Kollagenbehandlung gelesen,bin Privatpatient. Haben Sie eine Idee .FG K.

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