Meniskusschaden am Knie: Welche Behandlung ist die richtige?

Prof. Dr. Tobolski

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© Anke Vanwyk - Fotolia.com© Anke Vanwyk - Fotolia.comAls Meniskus bezeichnet man eine mondförmige knorpelige Struktur, die in einer Vielzahl von Gelenken vorkommt. Vornehmlich, wenn man von einem Meniskus spricht, assoziiert man damit das Kniegelenk. Ein Meniskus kommt jedoch auch im Bereich der Fingergelenke und anderen Gelenken vor.

Im Kniegelenk besitzen wir einen Innen- und einen Außenmeniskus, die jeweils dem Schienbeinplateau aufliegen und randständig mit der anliegenden Kapsel verwachsen sind. Basisnah im Bereich der Kapsel ist der Meniskus über blutversorgende Gefäße der Kapsel versorgt. Zentral zum Gelenkmittelpunkt hin jedoch ernährt sich der Meniskus hauptsächlich durch Diffusion der Synovialflüssigkeit des Kniegelenkes.

Der Innenmeniskus ist im Gegensatz zum Außenmeniskus größer und schlanker; der Außenmeniskus ist flächiger und im hinteren Bereich mobiler, weil ihn dort in lateraler Kniekehlennähe die Sehne des Musculus popliteus tangential passiert.

Der Meniskus hat sowohl eine stabilisierende Funktion, des Weiteren fungiert er als Puffer, und ihm werden wichtige Aufgaben auf dem Gebiet der ergänzenden Propriozeption zugesagt.

Der häufigste Innenmeniskusschaden ist der Innenmeniskushinterhornschaden, seltener kommt es zu Verletzungen des Außenmeniskus. In diesem Falle jedoch handelt es sich in den meisten Fällen um einen Schaden im Bereich des Seitenhorns. Ursache dafür sind meist degenerative Prozesse im Laufe der Jahre. Eher selten handelt es sich um traumatisch bedingte Risse; hierbei unterscheidet man zwischen degenerativ horizontalen Rissen, Lappenrissen, Radiärrissen und Korbhenkelrissen.

Je nach Lokalisation und Anamnese (degenerativ vs. traumatisch) besteht die Möglichkeit einer Meniskusnaht. Die Indikation zur Meniskusnaht sollte jedoch kritisch gestellt werden, da eine Meniskusnaht nur randständig im Bereich der Kapselanheftung aufgrund der dortigen Blutversorgung möglich ist und somit ein Heilungspotential besteht.

Nicht jeder Meniskusriss sollte einer operativen Therapie zugänglich sein. Nicht selten wird nebenbefundlich in einer Kernspintomographie eines Kniegelenkes ein Horizontalriss des Innenmeniskushinterhorns diagnostiziert.

Zeigt der Patient jedoch in der klinischen Untersuchung eine nicht passende lokalisierbare Symptomatik, ist von einer operativen Sanierung Abstand zu halten.

Passt jedoch der klinische Untersuchungsbefund zur radiologischen Diagnose, ist bei bestehendem Leidensdruck und Einschränkung der Lebensqualität eine Operation indiziert. In diesem Falle kommt es nicht selten vor, dass es sich hierbei um instabile Meniskusrisse handelt, im Sinne eines Lappenrisses, die subluxiert sowohl im Bereich der Knorpelflächen einschlagen können und dadurch Lokalereignisse und zunehmende Schwellneigung provozieren. In diesen Fällen sollte im Rahmen der Sekundärprävention eine Arthroskopie mit ggfs. Meniskusglättung/-teilresektion durchgeführt werden, um sekundäre Schäden wie Knorpelverletzungen und Komplettierung des Meniskusrisses zu verhindern.

Die Indikation zur Meniskusnaht sollte streng gestellt werden: frische Längsrisse basisnah, dislozierte, nicht abgerissene Korbhenkelrisse und akut traumatische Radiärrisse beim Sportler sind der Therapie einer Meniskusnaht zugänglich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


16.07.2014 - 16:54 Uhr

An ANDREA, Mein Freund hatte so was ähnliches,...

von Nicole

... über ein Jahr Schmerzen usw. Er wurde schon paar mal am Meniskus operiert, die Wunde war wohl nie richtig verheilt. bei der anschließenden Physiotherapie und den höllischen Schmerzen dabei, stellte sich aber heraus, das sich dort ein Tumor gebildet hatte.. er konnte entfernt werden.. Heute ist das Knie wie da fast komplett funktionstüchtig.. Hoffe es hat sich bei Ihnen schon geklärt.. Sonst behalten Sie das mal im Hinterkopf..

01.04.2014 - 10:28 Uhr

Sehr geehrter Professor Tobolski, ich habe schon...

von Andrea

... ueber 2 jahren schmerzen im linken knie,das kommt und geht von jetzt auf nachher. Es ist ein stechen und tut unheimlich weh es ist so das ich dann nicht mehr auf dem bein stehen weder noch laufen kann in den letzten wochen sind die schmerzen zunehmend geworden koennen sie mir sagen was das sein kann bitte um dringende Antwort Grusse

20.01.2014 - 08:53 Uhr

Sehr geehrter Herr Prof. Tobolski, mir musste...

von Grit

... vor 4 Wochen der Innenmeniskus nach Riss zu 2/3 entfernt werden. Inwiefern kann das Knie ohne diesen Puffer weiterarbeiten (kein springen und drehen mehr ist mir bewusst), können meine Knieknorpelflächen trotzdem intakt bleiben? Wie ist die Langzeitprognose und vor allem Empfehlungen für "meniskuslose" Knie? Vielen Dank für Ihre geschätzte Antwort, Grit


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