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Alternative zur Spondylodese: Dynamische Stabilisierung bei Wirbelgleiten

Dr. Schneiderhan

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© skeeze - pixabayBesonders für Sportler ist es wichtig, schnell an alte Leistungen anknüpfen zu können. (© skeeze - pixabay)Gleitende Wirbel treten vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Meist entstehen Bewegungsschmerzen und unspezifische Rückenschmerzen – in schlimmen Fällen Gefühlsstörungen und Lähmungen.

Können mit konservativen Therapien keine Erfolge erzielt werden, muss die Wirbelsäule anders stabilisiert werden. Beim herkömmlichen Verfahren, der Spondylodese, wurden Teile der Wirbelsäule versteift. Die Alternative dazu ist die dynamische Stabilisierung. Sie kann oft den gewünschten Erfolg bieten und gleichzeitig die Flexibilität der Wirbelsäule erhalten.

 

Ursachen für Wirbelgleiten

Gleitwirbel können viele verschiedene Ursachen haben. Oftmals sind Sportarten, bei denen die Wirbelsäule stark gestreckt wird ein Auslöser – etwa Stabhochsprung, Wurfdisziplinen oder Geräteturnen.

Doch auch mit zunehmendem Alter oder durch eine Veranlagung kann es zum Wirbelgleiten kommen. Das Wirbelgleiten kann unterschiedlich starke Ausmaße annehmen, je nachdem, wie weit sich der betroffene Wirbel verschiebt. Entsprechend sind Patienten mit leichten Befunden oft schmerzfrei.

Dynamische Stabilisierung der gleitenden Wirbel

Mit Hilfe der dynamischen Stabilisierung wird der Wirbelsäule Halt gegeben, die Überbeweglichkeit wird damit eingeschränkt. Gleichzeitig werden jedoch die Flexibilität und Beweglichkeit der Wirbelsäule weitestgehend erhalten – die Bewegung ist nach dem Eingriff kaum eingeschränkt.

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose in Bauchlage. Da die Bandscheiben in der Regel in Mitleidenschaft gezogen wurden, setzt der Orthopäde zunächst einen kleinen Kunststoff-Block zwischen die betroffenen Wirbelkörper. Anschließend werden kleine Schrauben in den Wirbelkörper eingebracht, die über ein Federsystem miteinander verbunden sind.

Dadurch wird der Wirbelkörper an Ort und Stelle gehalten, gleichzeitig ist durch die Federung eine Beweglichkeit im betroffenen Wirbelsegment gegeben. Durch dieses Verfahren werden die angrenzenden Wirbel vor einer Überlastung geschützt. Das bewahrt sie zum Beispiel vor einer Versteifung, der Spondylodese.

Der gesamte Eingriff dauert etwa 90 Minuten. Nach der OP bleiben Patienten in der Regel 3-4 Tage in der Klinik, wobei eine vorsichtige Belastung der Wirbelsäule meist schon am Abend der OP möglich ist.

Nachbehandlung nach einer dynamischen Stabilisierung

Spätestens am Tag der Operation können Patienten wieder aufstehen und herumgehen. Zwei Wochen später beginnt die individuell angepasste Physiotherapie, damit die Beweglichkeit schnell wiederhergestellt ist und Patienten ihrem Alltag nachgehen können.

Vier Wochen nach dem Eingriff können Patienten leichten körperlichen Arbeiten nachgehen. Nach drei Monaten sind Sie wieder voll sportfähig und können sogar Kontakt- und Kraftsportarten ausüben.

© RioPatuca Images - fotoliaPhysiotherapie ist ein fester Bestandteil der Behandlung nach der OP. (© RioPatuca Images - fotolia)

Vorteile gegenüber einer Versteifungsoperation

Der größte Vorteil – besonders für sportlich aktive Personen – ist der überwiegende Erhalt der Beweglichkeit. Durch eine dynamische Stabilisation können die betroffenen Wirbel und Bandscheiben wieder den Großteil ihrer Aufgaben übernehmen – die benachbarten Strukturen werden dadurch nicht überlastet.

Darüber hinaus handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, der das Gewebe und die Knochen schützt und dafür sorgt, dass Patienten schneller wieder fit sind und ihren Alltag schmerzfrei meistern können.

Die Behandlungen im Überblick

Indikation: Wirbelgleiten
Behandlungsdauer: 90 Minuten
Schmerzen: kaum, die Schmerzen durch das Wirbelgleiten werden gelindert
Anästhesie: Vollnarkose
Krankenhausaufenthalt: 3-4 Tage 
Arbeitsunfähigkeit: 3-4 Wochen
Verhaltenstipps nach der Behandlung: vorsichtige Belastung, Wahrnehmen der Physiotherapie sowie weitere Reha-Angebote
Risiken: die bei einer OP üblichen Risiken, Versteifung des Wirbels, in seltenen Fällen: Anschlussinstabilität
Nachsorge: Physiotherapie, gegebenenfalls Reha, selten Stützkorsett
Wirksamkeit der Ergebnisse: meist unmittelbar nach dem Eingriff
Langzeitwirkungen: stabilisierte, aber flexible Wirbelsäule, nachlassende Schmerzen bis hin zur Schmerzfreiheit
Folgen bei ausbleibender Behandlung:  Abnutzung von Bandscheiben und Wirbelgelenken, Bandscheibenvorfälle, Schmerzen
Behandlungsalternativen: Spondylodese
Selbsthilfe/Hausmittel: nein

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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