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Die Sonne strahlt am Himmel, man atmet frische Luft, genießt den Augenblick und realisiert, warum man regelmäßig Sport im Freien treibt. Glücksgefühle stellen sich ein. Doch plötzlich „peitscht“ ein Schmerz durch das Kniegelenk und man kann es nicht mehr bewegen. Selbst ein Weitergehen erscheint unmöglich.

Die geschilderte Situation beschreibt eine Meniskusblockierung - die häufigste Form des Kniebinnenschadens. Wie lässt sie sich lösen?

Wie entsteht eine Meniskusblockierung?

Die Meniskusblockierung tritt häufig bei Laufsportlern auf. Hier sind meist die Stoßbelastungen mit dem regelmäßigen Auftreten von Druckspitzen dafür verantwortlich.

Aber auch Personen, die bewusst auf jegliche Form der sportlichen Betätigung verzichten, können davon betroffen sein. Ursachen sind:

  • mangelnde Bewegung
  • ungenügende muskuläre Stabilisation des Kniegelenks
  • eingeschränkte Durchblutung
  • Schmierung des Gelenkes und damit eine eingeschränkte Ernährung der Menisken

Es gibt den Innen- und Außenmeniskus. Sie unterscheiden sich dadurch, dass der Innenmeniskus mit dem Innenband verwachsen ist, wohingegen der Außenmeniskus frei beweglich ist.

Die Menisken haben keine eigenen Blutgefäße und werden vom Rand von der Kapselseite aus durchblutet. Die weitere Ernährung der Menisken gelingt durch die Gelenkflüssigkeit. Voraussetzung für die optimale Ernährung ist die regelmäßige Bewegung ohne Druckspitzen, die sogenannte dynamische Belastung.

Ursache der Meniskusblockade ist in der Regel die Teilriss- oder vollständige Rissbildung. Im Bereich des Innenmeniskus ist der Riss meist lappenförmig mit einem frei beweglichen Ende, im Bereich des Außenmeniskus häufig korbhenkelförmig.

Wie kann die Meniskusblockade behandelt werden?

Am Unfallort sollte der Patient versuchen, die Meniskusblockade durch Schüttelbewegungen des Beines zu lösen. Ist eine weitere Person vor Ort, kann sie versuchen, am betroffenen Bein zu ziehen und dabei zeitgleich Rotationsbewegungen des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel durchzuführen.

Für den weiteren Verlauf gilt zunächst das PECH-Schema, d.h.

  • Pause
  • Eis
  • Compression
  • Hochlagern

Des Weiteren empfiehlt es sich, antientzündliche und schmerzstillende Medikamenten für ein paar Tage einzunehmen.

Lassen sich die Beschwerden trotzdem nur unzureichend lindern, sollte man einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufsuchen.

Er führt neben der körperlichen Untersuchung in der Regel eine Ultraschalluntersuchung des Kniegelenkes durch. Dabei zeigen sich häufig ein Reizerguss des Gelenkes und eine Konturenunterbrechung im sonographischen Bild des Meniskus.

Wenn das Gelenk inzwischen wieder frei funktioniert, empfiehlt sich eine konservative Behandlung mit Injektionen von Hyaluronsäure oder plättchenreichem Plasma im Bereich des Kniegelenkes. Ergänzend empfehle ich meinen Patienten eine Bestrahlungsserie mit hochenergetischem Laser in fünf bis zehn Sitzungen. Zur Entlastung des Kniegelenkes sollte eine Bandage für zwei bis drei Wochen getragen werden.

Wenn die Beweglichkeit weiterhin eingeschränkt ist oder weiterhin Schmerzen bestehen, wird eine MRT-Untersuchung des Kniegelenkes durchgeführt. Dabei zeigt sich, ob ein Riss vorhanden ist und welche Form er hat. Außerdem kann man erkennen, ob der Gelenkkörper frei liegt oder ob Knorpelschäden vorhanden sind.

Wie geht man vor, wenn der Meniskus gerissen ist?

Bei weiterhin bestehenden Knieschmerzen mit entsprechendem Leidensdruck wird dem Patienten die Kniespiegelung mit Meniskuschirurgie angeboten.

Das oberste Ziel ist, den Meniskus mit einer Naht zu erhalten. Ist die Rissbildung komplex, sind die Rissenden ausgefranzt oder der Meniskus zu spröde und schlecht durchblutet, wird eine sparsame Meniskusresektion durchgeführt, um wieder eine freie Gelenkfunktion herzustellen.

Wenn der Meniskus teilweise entfernt wird, kann der Patient das Knie mit vollem Körpergewicht an Krücken belasten. Die Krücken sind meistens für ein bis zwei Wochen erforderlich.

Die Meniskusnaht erfordert ein komplexeres Nachbehandlungsschema. Hier kommen Knieschienen zum Einsatz, die die Bewegung stark begrenzen. Damit ist für die ersten vier bis sechs Wochen nur eine Teilbelastung erlaubt. Die Krücken sind dann meistens für sechs bis acht Wochen erforderlich.

Liegen keine höhergradigen Knorpelschäden oder eine Arthrose-Erkrankung vor, ist die allgemeine Sportfähigkeit meistens nach drei Monaten wieder gegeben, bei Mannschaft- oder Kontaktsportarten nach sechs Monaten.

Was kann ich zur Prävention tun?

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, sollten Sportarten mit Stoßbelastungen vermieden werden. Anstatt Joggen sind Nordic Walking und Sportwandern zu empfehlen. Ferner sollte Übergewicht gemieden werden. Es ist wichtig, das Gelenk muskulär korrekt zu führen.

Beim vorgeschädigten Gelenk ist eine stabilisierende Bandage beim Sport sinnvoll.
Bleiben Sie aktiv und in Bewegung!

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