Das jamda-Interview: 9 Fragen an Herr Dr. med. Friedrich Knam

Dr. Knam

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© KnamHerr Dr. Knam praktiziert als Plastischer & Ästhetischer Chirurg in Pforzheim. (© Knam)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Friedrich Knam interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Plastischer & Ästhetischer Chirurg.

jameda: Herr Dr. Knam, was hat Sie motiviert, Plastischer & Ästhetischer Chirurg zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden? 

Herr Dr. Knam: Mit der Plastischen Chirurgie hatte ich schon früh während des Medizinstudiums Kontakt. Meine experimentelle Doktorarbeit habe ich 2001 bis 2004 bei Prof. Stark in der Abteilung für Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Freiburg gemacht. Somit bekam ich schon früh Einblicke in das Fach und war von Anfang an fasziniert.

Das Fach ist unheimlich vielseitig. Am Anfang habe ich Verbrennungschirurgie gemacht, dann rekonstruktive Chirurgie, Handchirurgie und Mikrochirurgie. Diese umfassende Ausbildung bildet die Grundlage für erfolgreiche ästhetische Chirurgie. Die Übergänge von Rekonstruktion zu Ästhetik sind häufig fließend. Eine solche fundierte plastisch-chirurgische Basis besitzen leider viele sog. Schönheitschirurgen nicht.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Herr Dr. Knam: In der Praxis für Plastische Chirurgie und Handchirurgie mit Privatklinik betreibe ich ambulante rekonstruktive Chirurgie und Handchirurgie und auch das gesamte Spektrum der ästhetischen Chirurgie. Einer meiner Schwerpunkte ist die Brustchirurgie. Während meiner Tätigkeit im Krankenhaus habe ich komplexe Brustrekonstruktionen nach Brustkrebs durchgeführt.

Heute sind es mehr Brustvergrößerungen oder Bruststraffungen inklusive Verkleinerungen. Aber auch ästhetische Chirurgie im Gesicht wie face lift, Nasenkorrekturen und Lidstraffungen gehören zu meinem Spezialgebiet. Selbstverständlich biete ich auch Fettabsaugungen, Botox u. Fillerbehandlungen an.

jameda: Gibt es ein medizinisches Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Knam: Während meiner zehn jährigen Ausbildung am Zentrum für Plastische Chirurgie im Marienhospital Stuttgart habe ich unter drei Chefärzten gearbeitet. Alle drei haben mich sehr geprägt. Prof. Greulich war Vorbild in Sachen Mikrochirurgie und Handchirurgie. Seine Ausdauer und Geduld im OP waren einzigartig. PD Dr. Schoeller ist ein Vorbild in Sachen Mikrochirurgie, Brustchirurgie und Patientenführung. Schier unmögliche Rekonstruktionen haben wir gemeinsam durchgeführt. Prof. Gubisch ist ein weltweit anerkannter Nasen- und Gesichtschirurg und ein Vorbild in Sachen Präzision und Perfektion.

jameda: Gibt es in der Gegenwart Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Knam: Neuerungen gibt es vor allem auf dem Gebiet der nicht-invasiven Behandlung. Hier gibt es unzählige Hersteller, die Ihre Produkte anbieten. Es gilt zu unterscheiden, was hilft und was nicht. Eigenfett sowie thrombozytenreiches Plasma als Ergänzung sind tolle körpereigene Materialien, die mittlerweile fast täglich bei uns zum Einsatz kommen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Knam: Wir Plastischen Chirurgen müssen uns durch Qualität von den zahlreichen weniger qualifizierten Mitbewerbern abheben. Leider ist es für die Patientin häufig nicht einfach herauszufinden, welcher Arzt welche Qualifikation hat. Der Begriff Schönheitschirurg ist nicht geschützt, so dass sich tatsächlich jeder Arzt so bezeichnen darf, ohne jemals eine chirurgische Ausbidlung erfahren zu haben. Jeder Arzt, der ästhetische Operationen oder Behandlungen anbietet, sollte auch mit möglichen Komplikationen umgehen können. Dies kann in der Regel jedoch nur der Plastische Chirurg.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Herr Dr. Knam: Es fällt mir leicht, mich in meine Patienten hineinzuversetzen und Vertrauen aufzubauen. Hierdurch kann ich meine Patienten auf einer Ebene begegnen und bin nicht der unnahbare Arzt. Komplexe Sachverhalte kann ich verständlich erläutern.

Ich erstelle ein realistisches Behandlungskonzept und gebe realistische Ziele. Unrealistische Versprechen wie nach einer Brustvergrößerung mit Implantat sei sicher keine weitere Operation mehr nötig, sind unseriös.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Herr Dr. Knam: Ich schätze an meinen Patienten Geduld, Zuversicht und eine positive Grundeinstellung. Ich mag es, wenn sich Patienten mit einem geplanten Eingriff ernsthaft Auseinandersetzen und verstehen, was geplant wird und realisiert werden kann.
Realistische Erwartungen machen eine Behandlung ebenfalls leichter.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Knam: Ich habe vor einigen Jahren eine komplett abgesägte Hand erfolgreich wieder angenäht. Das hat mich die ganze Nacht beschäftigt, acht Stunden habe ich operiert. Mitzuerleben, wie die Patientin während der Monate nach der Operation ihre Handfunktion nahezu vollständig wieder erlangte, war faszinierend. Nach ca. einem Jahre fragte sie mich, ob sie denn jetzt einen Golfkurs machen könne. Da wusste ich, dass ich die Behandlung abschliessen kann.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben? 

Herr Dr. Knam: Die besten Gesundheitstipps sind eigentlich auch die einfachsten und billigsten: Sport und gesunde Ernährung. Beides hat - durch unzählige wissenschaftliche Studien belegt - positive Effekte auf Körper und Geist. Selbst Krebserkrankungen und Heilverläufe lassen sich dadurch positiv beeinflussen.

Ein Gesundheitstipp zum Thema Haut: Um vorzeitige Hautalterung v.a. im Gesicht zu vermeiden, sollten sie auf Sonnenbaden und Rauchen verzichten. Das ist effektiver als jede Creme.


Zur Person

  • Facharzt für Plastische u. Ästhetische Chirurgie
  • Zusatzbezeichnung Handchirurgie
  • Fellow of the European Board of Plastic, Reconstructive and Aesthetic Surgery (FEBOPRAS)

Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (DGPRÄC)
  • International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS)

Zur Praxis

  • Praxis für Plastische Chirurgie und Handchirurgie mit Kassensitz
  • Staatlich konzessionierte Privatklinik mit Operationssaal, Aufwachraum und drei Einzelzimmer

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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