Symptomcheck: Geschlechtskrankheiten selbst frühzeitig erkennen

Claudia Galler

von
verfasst am

© vladimirfloydEs ist wichtig, sich vor Geschlechtskrankheiten zu schützen! Ein Weg ist die Symptome zu kennen (© vladimirfloyd)Geschlechtskrankheiten werden vorwiegend durch sexuelle Kontakte übertragen. Dabei können die Symptome lokal begrenzt im Genitalbereich auftreten oder den gesamten Körper betreffen.

Selbsttest anhand von Krankheitszeichen

Folgende Tabelle zeigt im Überblick die häufigsten Geschlechtskrankheiten und ihre Symptome. Manche Infektionen laufen auch ohne erkennbare Krankheitszeichen ab. Häufig stecken sich Betroffene mit den Erregern verschiedener Geschlechtskrankheiten gleichzeitig an.

Geschlechtskrankheit

Auslöser

Symptome

Chlamydien-Infektion

Bakterium Clamydia trachomatis

Brennen in der Harnröhre

Schmerzen beim Wasserlassen

Genitaler Ausfluss

Unterleibsschmerzen

Zwischenblutungen

auch symptomlose Verläufe möglich

Gonorrhoe

Bakterium Neisseria gonorhoeae

Brennen in der Harnröhre

Schmerzen beim Wasserlassen

Genitaler Ausfluss

Unterleibsschmerzen

Enddarm: Ausfluss, Schmerzen

auch symptomlose Verläufe möglich, v. a. bei Frauen

Syphilis

Bakterium Treponema pallidum

Stadium I: 3-4 Wochen nach der Ansteckung: Geschwür und geschwollene Lymphknoten im Genitalbereich

Stadium II: 8 Wochen nach der Ansteckung: grippeähnliche Beschwerden, Hautausschläge

Stadium III: 3-5 Jahre nach der Ansteckung: Organschäden, Organversagen

Genitalherpes

Herpessimplex-Virus Typ 2

Juckreiz im Genitalbereich

Stecknadelkopfgroße, flüssigkeitsgefüllte Bläschen

Schmerzen im Ausschlagbereich

Fieber, geschwollene Lymphknoten möglich

Hepatitis B

Hepatitis-B-Virus

Viren verursachen eine Leberentzündung, die oft symptomlos verläuft und von alleine ausheilt

Akute Hepatitis: Müdigkeit, Übelkeit, Fieber, Gelbsucht

Chronische Hepatitis: oft ohne Symptome, aggressive Form führt zu Leberentzündung und -zirrhose

HIV-Infektion/Aids

Humanes Immunodeficiency Virus

Akute HIV-Infektion: grippeähnliche Symptome für 2-4 Wochen, auch ohne Krankheitszeichen möglich

Chronisches Stadium: symptomfrei, 5-8 Jahre

Aids: Schwäche, Durchfall, Pilzinfektionen, bakterielle und virusbedingte Erkrankungen, Krebs

Feigwarzen

Humane Papillomviren v. a. Typ 6 und 11

Rötliche, blumenkohlförmige Hautaufwerfungen im Genitalbereich, die anfangs sehr klein sind und keine Beschwerden verursachen

Selten auch Blutungen, Juckreiz, Brennen

Trichomoniasis

Einzeller Trichomonas vaginalis

Brennen, Juckreiz beim Wasserlassen und bei der Ejakulation

Milchiger Ausfluss aus dem Penis

Schaumiger und übel riechender Ausfluss aus der Vagina

Auch symptomlose Verläufe möglich, v. a bei Männern

 

Wann geht man zum Arzt?

Eindeutige Symptome wie Bläschen, Warzen oder Geschwüre im Genitalbereich zusammen mit geschwollenen Lymphknoten und Fieber geben Anlass, möglichst rasch einen Arzt aufzusuchen, um sich und gegebenenfalls auch den Partner behandeln zu lassen.

Beschwerden wie Juckreiz, Ausfluss und Brennen bei Wasserlassen bei der Frau können auf eine vaginale Pilzinfektion, bakterielle Vaginose oder Blasenreizung hindeuten, die man kurzfristig mit Medikamenten aus der Apotheke selbst behandeln kann. Bessern sich die Beschwerden nicht nach einigen Tagen, geht man zum Arzt. Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen beim Mann sollten sofort dem Arzt vorgestellt werden.

Die Diagnose wird anhand des Beschwerdebildes und gegebenenfalls mittels Blutuntersuchungen und Keimabstrich gestellt. Folgende Tabelle gibt Standardtherapien für Geschlechtskrankheiten an:

Geschlechtskrankheit

Behandlung

Chlamydien-Infektion

Orale Antibiotikatherapie, z. B. Tetrazykline, Makrolide, Chinolone

Gonorrhoe

Cefixim 400 mg als orale Einmalgabe

Syphilis

Orale Antibiotikatherapie, z. B. Penicillin

Genitalherpes

Orale Virusstatikatherapie, z. B. Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir

Hepatitis B

Kombination von Interferon-alpha und Nukleotidanaloga, z. B. Tenofovir, Adefovir, Entecavir, Telbivudin, lebenslange Behandlung

Feigwarzen

Lösung bzw. Creme mit Podophyllotoxin, Imiquimod oder Grünteeextrakt

Chirurgische Entfernung mit Kryotherapie, Laser

HIV-Infektion/Aids

Antiretrovirale Therapie: Kombination mehrerer Arzneistoffe mit verschiedenen Wirkmechanismen, lebenslange Behandlung

Trichomoniasis

Metronidazol als orale Einmalgabe bzw. Vaginalzäpfchen

 

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