Hormonfreie Notfallverhütung statt der Einnahme der "Pille danach"

Die sogenannte "Spirale danach" ist eine schonende alternative zur Pille. (© Kiewski)

Ist nach einer Verhütungspanne (wie z.B. gerissenes Kondom, vergessene Antibabypille, Wechselwirkung mit anderen Medikamenten) eine Notfallverhütung erforderlich, weil eine Schwangerschaft nicht erwünscht ist, gibt es zwei Möglichkeiten. Es kann die "Pille danach" eingenommen werden.

Dabei kann man zwischen einer Pille mit einem Gestagen (Levonorgestrel) und einer Pille mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat wählen. Beide Wirkstoffe hemmen oder beeinflussen den Eisprung. Nimmt man sie rechtzeitig vor dem Eisprung, können sie ziemlich sicher eine Befruchtung der Eizelle und so eine Schwangerschaft verhindern. Die Pille danach ist rezeptfrei in den Apotheken erhältlich.

Was ist die "Spirale danach" und wie funktioniert sie?

Sicherer ist aber immer die akute Einlage einer "Spirale danach". Da zurzeit die Tendenz zur hormonfreien Empfängnisverhütung immer mehr zunimmt, weil hormonelle Wechselwirkungen im Körper unerwünscht sind, wird immer häufiger der Wunsch nach einer hormonfreien Notfallverhütung geäußert.

Bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Sex ist die Einlage einer "Spirale danach" als Notfallverhütung möglich. Sie verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Der genaue Wirkmechanismus der "Spirale danach" ist zwar nicht endgültig geklärt, die Wirksamkeit mit einem Pearl-Index von 2 aber sehr hoch.

Wann eignet sich die "Spirale danach"?

Besonders ist die Einlage einer "Spirale danach" bei den Frauen empfohlen, die sowieso schon den Wunsch nach einer langfristigen hormonfreien Empfängnisverhütung haben.

Dafür eignen sich alle hormonfreien Kupfer-IUDs, also alle Kupferspiralen, die Kupferkette oder der Kupferperlenball IUB.

Normalerweise werden alle Intrauterinspiralen während der Regelblutung eingesetzt, weil dann der Muttermund der Gebärmutter etwas eröffnet ist. Die Spiraleinlage zur Notfallverhütung ist meistens außerhalb dieser Zeit erforderlich, mit einer örtlichen Betäubung (von der Scheide aus neben die Gebärmutter injiziert) ist dies aber immer möglich und sehr schmerzarm oder völlig schmerzlos.

Was muss ich bei der "Spirale danach" beachten?

Vor der Einlage der Kupferspirale sind Voruntersuchungen erforderlich, die Infektionen und eine Schwangerschaft sicher ausschließen. Auch bestimmte Voraussetzungen der Gebärmutterform und der Gebärmuttergröße müssen beachtet werden. Diese Untersuchungen können direkt vor der Spiraleinlage durchgeführt werden. Nicht möglich ist die Einlage einer "Spirale danach" bei

  • einer Kupferallergie
  • Formanomalien der Gebärmutter wie Uterus myomatosus
  • Entzündungen der Scheide oder der Gebärmutter
  • bestehender Schwangerschaft

Alle zurzeit im Handel befindlichen IUDs, alle Kupferspiralen, Kupferketten und der Kupferball, sind fünf Jahre wirksam. Sie können jedoch jederzeit zu einem früheren Zeitpunkt entfernt werden. Spätere Schwangerschaften werden nicht negativ beeinflusst, auch nicht bei Patientinnen, die noch nie schwanger waren.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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