Richtig verhüten: Der bunte „Blumenstrauß“ der sicheren Verhütungsmittel und der Vorteil langwirksamer Verhütungsmittel

Prof. Dr. Bühling

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© Prof. Dr. med. Kai Joachim Bühling© Prof. Dr. med. Kai Joachim BühlingWelche Verhütung ist die für mich richtige? Das lässt sich so einfach nicht beantworten. In Deutschland können wir Frauenärzte sämtliche, weltweit erhältliche Verhütungsmethoden anbieten.

Viele junge Frauen denken bei Verhütung zunächst einmal an die „Pille". Zumeist hat schon die Mutter die „Pille“ eingenommen, viele Freundinnen nehmen die „Pille“ und mit der täglichen Einnahme scheint soweit alles erledigt.

Aber dass es auch sehr gute und sichere andere Verhütungsmethoden gibt, ist vielen Frauen nicht bekannt. Dabei hat die „Pille“ ja durchaus auch einen offensichtlichen Nachteil: Sie muss regelmäßig eingenommen werden. Vermutlich gibt es keine Pillenanwenderin, die nicht schon einmal die „Pille“ vergessen hat und dadurch in Not gekommen ist.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt daher den Einsatz von Langzeitverhütungsmitteln. Hier insbesondere erwähnenswert sind

1. Vaginalring (Nuvaring®)
Dieser Ring wirkt wie die Pille, nur dass er die beiden Wirkstoffe, das Gestagen und das Östrogen an die Scheidenschleimhaut abgibt, in der diese dann in den Körper aufgenommen werden. Der Ring wirkt demnach nicht nur lokal, wie man denken könnte, sondern genauso im Körper wie auch die „Pille“.

2. Verhütungsstäbchen (Implanon®)
Das Stäbchen enthält nur ein Gestagen, weshalb es keinen Einfluss auf die Blutgerinnung und damit ein erhöhtes Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels hat. Es wird mit einer örtlichen Betäubung am Oberarm eingesetzt und muss nach 3 Jahren wieder entfernt werden.

3. Intrauterinspiralen
Diese werden in die Gebärmutter eingesetzt. Kupferspiralen erzeugen eine Entzündungsreaktion, wodurch Spermien am Hochwandern gehindert werden. Unter einer Kupferspirale nehmen Blutungen und auch Schmerzen eher zu. Dahingegen führen die Hormonspiralen zu einer Abnahme der Blutung, da unter der Hormonwirkung die Gebärmutterschleimhaut dünner wird. Die Eindickung des Gebärmutterhalsschleims erhöht die verhütende Wirkung. Seit März gibt es in Deutschland eine „kleine Schwester“ der Hormonspirale „Mirena®“, die „Jaydess®“. Sie kann 3 Jahre in der Gebärmutter verbleiben und verhütet dort so sicher wie die "Pille". Die Einlage erfolgt ambulant in der Praxis und ist bei Beachtung einiger Tricks nahezu schmerzfrei.

Es wird vermutet, dass Jaydess® den Verhütungsmarkt in Deutschland deutlich verändern wird. Gerade hinsichtlich der Langzeitverhütung ist Deutschland recht zurückgeblieben. Während beispielsweise hier etwa 6% aller Frauen die Hormonspirale verwenden, sind es in den Ländern Schweden und Frankreich über 20%.

Zeit zum Umdenken und sicherlich auch ein guter Zeitpunkt, die optimale Verhütung mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt zu besprechen. Nur in einem ausführlichen Beratungsgespräch können die individuellen Bedürfnisse (z.B. Verbesserung einer Akne, Regelschmerzen, zyklische Kopfschmerzen) erfasst werden und dann die wirklich optimale Methode gefunden werden.

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Kommentare zum Artikel (3)


30.06.2016 - 16:39 Uhr

Mir wurde eine Hormonspirale empfohlen, da ich...

von Anna H.

... eine zu dünne Gebärmutter für die Kupferspirale habe und ich immer mit starken Regelbeschwerden zu kämpfen habe. Ich bin aber am zögern aufgrund der heftigen Nebenwirkungen. Außerdem wollte ich auf Hormone verzichten. Was raten Sie mir?

Prof. Dr. Bühling

Antwort vom Autor am 01.07.2016
Prof. Dr. med. Kai Joachim Bühling

Sehr geehrte Frau H., eigentlich gibt es keine "zu dünne" Gebärmutter. Meinen Sie evtl. eine "zu kleine" Gebärmutter? Von den Kupferspiralen gibt es - wie auch bei den Hormonspiralen - unterschiedliche Größen, so dass man eigentlich immer eine passende finden kann. Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben!

13.06.2016 - 16:18 Uhr

Gibt es Tricks/ Dinge, die man als Patientin...

von Martha

... machen kann, damit die Einlage eines IUP/IUS (in meinem Fall die Kupferkette demnächst) schmerzärmer wird?

Prof. Dr. Bühling

Antwort vom Autor am 01.07.2016
Prof. Dr. med. Kai Joachim Bühling

Sehr geehrte Martha, die meisten meiner Patientinnen, die noch nicht geboren haben, erhalten von mir ein Medikament, das den Gebärmutterhals etwas aufweicht. Darunter ist die Einlage meist noch etwas einfacher. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

13.05.2014 - 11:39 Uhr

hi da ich seit jahren nun die pille nehme, aber...

von ich

... oft an durchfall und ähnlichem leide,ist mir diese verhütung während meiner ausbildung einfach zu unsicher. ich überlege die jeydess zu nutzen, jedoch ängstigt mich etwas die vorstellung das bei häftigerem geschlechtsverkehr mit einem "größren" etwas schief gehen könnte, inform davon das die spirale in die gebärmutter reinrutschen könnte. In dem falle könnte es doch passieren, dass meine gebärmutter beschädigt wird. Dies wäre nicht gut, da ich nach der ausbildung irgendwann ja noch kinder haben möchte. wie sehen sie das.könnte das passieren?oder auch dass die spirale verrutscht oder rausrutscht? über eine beratende antwort an meine emailadresse würde ich mich freuen lg

Prof. Dr. Bühling

Antwort vom Autor am 27.05.2014
Prof. Dr. med. Kai Joachim Bühling

Die Spirale liegt in der Gebärmutter, während beim Geschlechtsverkehr ja der Penis in die Scheide ragt. Auch ein anatomisch größerer Penis wird nicht in die Gebärmutter hineinkommen. Insofern sollten Sie sich diesbezüglich keine Sorgen machen. Die Spiralen rutschen nur in seltenen Fällen heraus, weshalb regelmäßige Kontrollen empfohlen werden.


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