Leiden Sie an Vitamin-D-Mangel? Wie Sie die Symptome erkennen und deuten

Claudia Galler

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© lite_2046 - iStockAuch Müdigkeit und depressive Verstimmungen sind unter anderem Symptome eines Vitamin-D-Mangels. (© lite_2046 - iStock)Die dunkle Jahreszeit hat wieder begonnen und die Sonne ist zu schwach, um in der Haut Vitamin D zu bilden. Wer besonders leicht von einem Vitamin-D-Mangel betroffen ist und wie man diesen erkennt, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Vitamin D festigt die Knochen, stärkt die Muskeln und fördert das Immunsystem

Vitamin D ist im strengen Sinne kein Vitamin, da es größtenteils vom Körper selbst hergestellt wird. Es ist vielmehr ein Hormon, das als Signal- und Botenstoff viele Körperfunktionen reguliert. Es entsteht zu 80-90 % in der Haut unter Einfluss der UV-Strahlen der Sonne, die restlichen 10-20 % nimmt der Mensch mit der Nahrung auf. Vitamin D fördert u. a. die Aufnahme von Calcium und Phosphat in den Körper, den Knochenaufbau und die Muskelfunktion sowie die Arbeit des Immunsystems. Nicht vollständig geklärt ist seine Bedeutung für die Herz-Kreislauf-Gesundheit sowie seine Rolle bei der Vorbeugung von Diabetes, Krebserkrankungen und Depressionen.

Zeichen eines schweren Mangels: Rachitis, Osteomalazie, Krämpfe und Missempfindungen

Sehr augenscheinlich zeigt sich ein Vitamin-D-Mangel am Knochenbau. Kleinkinder erkranken bei einem Mangel des Vitamins an Rachitis, einer Störung, bei der die Knochen dünn und brüchig bleiben, so dass sich vor allem die Wirbelsäule, der Brustkorb und der Schädelknochen verformen. Tritt die Erkrankung bei Erwachsenen auf, bezeichnet man sie als Osteomalazie. Symptome sind hier dumpfe Knochenschmerzen und sich langsam entwickelnde Knochenbrüche, -risse und –umformungen. Auch Missempfindungen, Krämpfe und häufig wiederkehrende Infekte können Anzeichen für einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel sein. Daneben vermutet man, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel u. a. zu Müdigkeit, depressiven Verstimmungen und Schlafstörungen neigen.

Risikogruppen sollten zum Arzt, um den Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen

Zur Gruppe von Menschen, die relativ leicht einen Vitamin-D-Mangel erleiden können, gehören Säuglinge im 1. und 2. Lebensjahr, Personen über 65 und Menschen, die wenig der Sonne ausgesetzt sind wie z. B. Bettlägerige und Personen, die stark verhüllende Kleidung tragen oder stets einen hohen Sonnenschutz aufbringen. Auch Menschen mit dunkler Hautfarbe bilden weniger Vitamin D. Bei Patienten mit Zöliakie oder Morbus Crohn kann die Aufnahme von Vitamin D aus der Nahrung gestört sein. Um eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D sicherzustellen, sollten diese Personen ihren Vitamin-D-Spiegel beim Arzt prüfen lassen und gegebenenfalls ein Vitamin-D-Präparat zur Substitution einnehmen. Dies gilt ebenfalls für Personen, bei denen Osteoporose in der Familie auftritt. Auch wer mit 50 oder später einen Knochenbruch erleidet oder wer dauerhaft Medikamente einnimmt, die den Knochenaufbau hemmen wie Kortison, sollte auf eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung achten.

Ein Spiegel von 30-70 ng/ml 25-Hydroxyvitamin D gilt als optimal

Beim Arzt kann der Vitamin-D-Spiegel durch eine Blutabnahme bestimmt werden. Als Marker für den Vitamin-D-Status der letzten Monate wird die Konzentration des 25-Hydroxyvitamin D bestimmt, einer Speicherform des Vitamin D. Als optimal gilt ein Spiegel von 30-70 ng/ml, ausreichend sind 20-29 ng/ml. Bei einem Spiegel von 10-19 ng/ml liegt ein leichter Mangel vor, unter 10 ng/ml ein schwerer bis schwerster Mangel. Eine Überdosierung beginnt ab 70 ng/ml, ein Spiegel über 150 ng/ml ist toxisch.

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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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