Was ist die Interzellularsubstanz?

Dr. Maria Niki Aigyptiadou

von
verfasst am

© luna4_iStockDie Interzellularsubstanz sorgt für einen Austausch von Substanzen im Bindegewebe (© luna4_iStock)Die Interzellularsubstanz spielt eine große Rolle bei der Stabilisierung des Bindegewebes. Sie hat aber noch mehr Aufgaben. Lesen Sie hier alles über Funktion, Bestandteile und Bildung dieser Substanz.

Definition und Aufgaben

Die Interzellularsubstanz ist ein wichtiger Bestandteil des Binde- und Stützgewebes, inklusive Knorpel und Knochen.

Sie speichert extrazelluläre Flüssigkeit und unterstützt den Austausch von Substanzen zwischen dem Blut und den Körperzellen. Man darf sie nicht mit dem Intrazellularraum verwechseln, den Raum innerhalb der Zellen, der Zellkerne, -organellen und -flüssigkeit umschließt.  

Zwischen den Fasern des Stütz- und Bindegewebes gibt es die Extrazellularmatrix. Gemeinsam mit der Interzellularsubstanz stabilisiert sie Stütz- und Bindegewebe und sorgt zugleich für die nötige Elastizität.

Zusammensetzung der Interzellularsubstanz

Die Interzellularsubstanz besteht aus Mukopolysacchariden und Proteinen, die in Fasern verflochten werden. Sie ist aber nicht überall gleich zusammengesetzt. Je nach Art und Menge unterscheidet man verschiedene Binde- und Stützgewebe.

Bindegewebe können zum Beispiel embryonal, gallertige, retikuläre oder elastisch sein:

  • Aus dem embryonalen Bindegewebe entsteht das Bindegewebes des Erwachsenen. Es hat noch keine Fasern.
  • Das gallertige Bindegewebe ist eine besondere Form des embryonalen Bindegewebes, das in der Nabelschnur und der embryonalen Haut vorkommt. Beim Erwachsenen gibt es gallertiges Bindegewebe nur in der Zahnpulpa. Es hat relativ wenige Zellen und besteht aus sehr feinen Kollagenfasern.  
  • Das retikuläre Bindegewebe hat dagegen besonders viele Fasern. Es kommt im lymphatischen System vor, insbesondere in der Milz und den Lymphknoten, aber auch im Knochenmark und in der Leber.

Darüber hinaus gibt es lockeres und straffes kollagenes Bindegewebe sowie weißes und braunes Fettgewebe.

Die Knochen unterscheidet man in Geflecht- und Lamellenknochen, wobei die Knorpel hyalin, elastisch oder faserartig sein können:

  • Geflechtknochen wie der Schulterknochen haben im Gegensatz zu Lamellenknochen wie zum Beispiel Oberschenkelknochen keine Hohlräume.
  • Hyaline Knorpel kommen in verschiedenen Gelenken vor und haben eine milchig, bläuliche Farbe unter dem Mikroskop.
  • Faserknorpel haben ein dichte Struktur und kommen im Kiefer-, Knie-, Schulter- und Hüftgelenk vor. 
  • Elastische Knorpel sehen unter dem Mikroskop gelblich aus und kommen vor allem im Ohr und im Kehlkopf vor.

Quellen

  • Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie, 5. Auflage, 2015, Thieme-Verlag.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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