Digitalisierung der Zahnarztpraxis - Fluch oder Segen?

Frau Bernhardt

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© Robert Kneschke - fotoliaTechnische Errungenschaften können auch den Alltag in der Zahnarztpraxis verbessern (© Robert Kneschke - fotolia)Das Thema "Digitalisierung" ist zunehmend in aller Mund. Es entfachte in den letzten Jahren eine Massenbegeisterung, die auch in der Dentalbranche nicht mehr wegzudenken ist. Doch ist das immer nur ein Vorteil? Ist die Digitalisierung ein Fluch oder ein Segen?

Die Digitalisierung fließt auch in das Gesundheitswesen ein

Früher kamen Patienten aufgrund der räumlichen Nähe oder durch Empfehlung in die Zahnarztpraxis. Heutzutage gibt es zudem die Option der digitalen „Mund-zu-Mund-Propaganda“.

Es scheint, als wären persönliche Gespräche aus der Mode gekommen. Nun tauscht man sich via Facebook, Twitter, WhatApp & Co. aus, welcher Zahnarzt für das schönste Lächeln der Stadt zuständig ist. Zudem nehmen Bewertungsportale wie jameda Fahrt auf: So reflektiert das Internet, welcher Zahnarzt mit den besten Bewertungen oder gar Schwächen in der näheren Umgebung ansässig ist. Ein Dienst, der langes Suchen abwehrt, aber den persönlichen Erstkontakt in manchen Fällen auch minimieren kann.


Wie gestalten sich die einzelnen Stufen der Digitalisierung in der Praxis selbst?

Die Grundlage für eine hohe Transparenz und die Auffindbarkeit einer Zahnarztpraxis stellt ihr Marketing dar: Ist der Zahnarzt nach außen sehr präsent und reagiert auf die Wünsche und Probleme seiner Patienten, so kann das von seinen Patienten bewertet und im Web wahrgenommen werden.

Von einem Lob bis zu einer Beschwerde ist alles möglich. Dadurch wird bei positiver Bewertung nicht nur der erste Schritt zur Praxistür geebnet, sondern auch der Praxisalltag für Außenstehende transparent. Durch Bewertungsübersichten wird das allgemeine Praxisklima reflektiert und zunehmend für Dritte erlebbar gemacht.

Wie kann Digitalisierung den Alltag in der Praxis verbessern?

Sind Sie als Patient das erste Mal in eine Praxis gekommen, werden intern verschiedene digitale Wege erklommen. Von der digitalen Anamnese bis zur Aufklärung, ob per Video oder Bild auf dem praxiseigenen Fernseher, ist heutzutage einiges möglich. Dadurch wird nicht nur die Kommunikation zu Ihnen, sondern auch zum Dentallabor vereinfacht.

Denn neben dem Befund mittels digitaler Abformverfahren kann auch das digitale Röntgenbild gleich zum Labor und zu den Kollegen übermittelt werden. Auf diese Weise entwickeln sich nicht nur erstklassige High-End-Lösungen, sondern auch der digitale Workflow in seiner höchsten Form.

© fotolia-Igor MojzesAuch wenn die Technik viele Prozesse vereinfacht, sollte der Menschliche Umgang nicht vernachlässigt werden (© fotolia-Igor Mojzes)Darüber hinaus kann die Digitalisierung auch den internen Praxisalltag erleichtern. Wenn digitale Karteikarten für Patienten verwendet werden, verknüpft mit dessen Versicherungsausweis oder einer Online-Terminierung, kann das Praxispersonal entlastet und lästiger Papierkram reduziert werden.

Ein zeitlicher Zugewinn, der nicht nur Ihnen als Patient, sondern auch der praxiseigenen Verwaltung zugutekommt. Ob interne Mitarbeiterkommunikation, Personalrekrutierung, Weiterbildungsangebote via Web oder gar die Materialwirtschaft - einige Arbeitsprozesse lassen sich durch die Digitalisierung vereinfachen. 


Bringt die Digitalisierung mehr Vor- als Nachteile?

Sicherlich sollte man bei der Umstellung der Praxisstruktur gen PC auch eventuelle Risiken einplanen. Ganz nach der Devise: Auch die neueste Technik braucht Hin und wieder eine Auszeit. Überdies sollten technische Störungen einkalkuliert oder der aktuelle technische Wissensstand der eigenen Mitarbeiter unter die Lupe genommen werden.

Darüber hinaus ist es von Nutzen, die eigene IT-Struktur zu schützen und die Technik stetig mittels Datensicherung und Updates auf dem neuesten Stand zu halten. Ferner sollte in gleicher Weise die Abhängigkeit von Strom-, Internet- und Telefoniezufuhr sowie die Neigung und Altersstruktur der integrierten Personen berücksichtigt werden.

Eine digitale Praxisstruktur spart zwar Zeit, jedoch nur wenn alle Mitarbeiter und Patienten ihr auch zugetan sind und sich nicht ausnahmslos auf die digitale Intelligenz des Rechners verlassen. Denn im schlimmsten Fall sind unsere Patienten unzufrieden. Und das möchten wir natürlich keineswegs!


Mein Fazit

Der digitale Workflow ist ganz sicher aus unserer Branche nicht mehr wegzudenken. Bei richtiger Anwendung und ausreichend Kenntnissen erleichtert er zudem die Prozesse unserer Praxis. Persönlich möchte ich ihn auch nicht mehr missen, mich jedoch auch nicht komplett darauf verlassen müssen. Denn neben der Arbeitserleichterung steht bei unserer Tätigkeit vor allem der zu behandelnde Mensch im Mittelpunkt. Und er sowie der direkte Kontakt zu ihm sind mir besonders wichtig.

Kein WhatsApp oder Facebook kann meiner Meinung nach den persönlichen Kontakt und die daraus entstandene stabile Beziehung ersetzen. Eine solche persönlich-emotionale Ebene kann keine Technik bieten - lediglich der Mensch selbst!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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