Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau Dr. Marie-Catherine Klarkowski

Dr. Klarkowski

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© KlarkowskiFrau Dr. Klarkowski praktiziert als Kieferorthopädin in Olching. (© Klarkowski)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Marie-Catherine Klarkowski interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Kieferorthopädin.

jameda: Frau Dr. Klarkowski, was hat Sie motiviert, Kieferorthopädin zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Frau Dr. Klarkowski: Schon während der Schulzeit hat mich der Beruf des Zahnarztes wegen der Kombination von geistiger und handwerklicher Arbeit sowie dem unternehmerischen Denken fasziniert. Die Leidenschaft für das Fachgebiet der Kieferorthopädie habe ich erst nach Abschluss meines Zahnmedizinstudiums durch die Tätigkeit in einer kieferorthopädischen Praxis entdeckt.

Die Kieferorthopädie ist eine eigene Welt im Rahmen der Zahnmedizin. Schon frühzeitig werden bei Kindern die Weichen für eine lebenslange Zahngesundheit gestellt, um Spätfolgen z. B. durch einen falschen Biss, zu vermeiden. In der Kieferorthopädie kann ich all meine Stärken einbringen, angefangen von perfekter Praxisorganisation, über die ganzheitliche Diagnose bis zur digitalen Behandlungsplanung und den Einsatz modernster Behandlungstechniken.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Frau Dr. Klarkowski: Die Facharztausbildung zur Kieferorthopädin schließt sich an das Zahnmedizinstudium und das einjährige allgemeinzahnärztliche Jahr an. Während des Studiums lernte ich kieferorthopädische Grundlagen kennen, aber erst durch die dreijährige Facharztausbildung in der kieferorthopädischen Praxis und an der Universität München konnte ich mir das komplette Spektrum der kieferorthopädischen Diagnostik und Therapie aneignen.

Schließlich werden während der Behandlung in der Regel 28 Zähne gleichzeitig dreidimensional bewegt. Wie in jedem Fachgebiet spielen die persönliche Erfahrung und das Einfühlungsvermögen für den Patienten eine große Rolle.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Frau Dr. Klarkowski: An dieser Stelle gelten mein Dank und meine Anerkennung meinem Doktorvater Prof. Dr. Dr. Ralf J. Radlanski von der FU Berlin bzw. Charite Berlin. Er ist Vorbild für mich als Wissenschaftler, Kieferorthopäde, Führungspersönlichkeit und wegen seiner Leidenschaft für Musik.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau Dr. Klarkowski: Wie in allen Branchen ist auch in der Kieferorthopädie das digitale Zeitalter angebrochen. Der Einsatz intraoraler Scanner ersetzt den klassischen Alginatabdruck, der lange Voraussetzung für die Herstellung von Diagnostik- und Planungsmodellen war.

Durch den Einsatz innovativer Software kann zum einen schon in der Beratung eine Vorschau auf das mögliche Behandlungsergebnis gegeben werden (Vorher-Nachher-Simulation) und zum anderen die Therapie exakt digital geplant und überwacht werden.

Andere Softwarelösungen wie Online-Terminkalender, digitale Flyer u. ä. erleichtern den Praxisalltag und helfen, die Praxis papierlos zu machen und die Umwelt zu schonen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau Dr. Klarkowski: Die Kieferorthopädie entwickelt sich permanent weiter, was zu vielen Herausforderungen führt. Neben dem zusätzlichen Investitionsbedarf in der Praxis erfordern die neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten geschultes Fachpersonal, das die Innovationen in der Praxis mitträgt und umsetzen kann.

Gerade in der Kieferorthopädie können die Mitarbeiterinnen sich aktiv und engagiert in den Praxisablauf einbringen und machen das Berufsbild der Zahnarzthelferin wieder attraktiv.

Leider entsprechen die erstatteten Leistungen der Krankenkassen oft nicht mehr dem schnell voranschreitenden medizinischen Fortschritt. Das Fachgebiet der Kieferorthopädie ist schon lange nicht mehr die Domäne der Kinder und Jugendlichen, sondern der Anteil der erwachsenen Patienten nimmt stetig zu. Auch dadurch verändern sich die Praxiskonzepte in Zukunft. 

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau Dr. Klarkowski: Ich finde es sehr wichtig, den Patient als Menschen nicht aus den Augen zu verlieren und immer offen für die individuellen Bedürfnisse und Fragen des Patienten zu bleiben.

Der Blickwinkel darf nicht nur auf die Zähne reduziert sein, denn an jedem Zahn hängt immer ein ganzer Mensch. 

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Frau Dr. Klarkowski: Ich freue mich besonders über das persönliche Verhältnis zu meinen Patienten, das über das rein fachliche hinausgeht. Da sich die kieferorthopädische Behandlung meist über einige Monate bis Jahre erstreckt, lerne ich die Patienten und ihre Familien sehr gut kennen.

Eine Weiterempfehlung innerhalb der Familie oder im Bekanntenkreis ist deshalb für mich eine besondere Anerkennung und Wertschätzung.

© KlarkowskiDer Empfangsbereich der Praxis Dr. Dippsche & Kollegen. (© Klarkowski)jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Klarkowski: In meiner langen Berufskarriere kann ich auf viele unvergessliche Ereignisse zurückblicken. Ein Moment ist mir besonders positiv in Erinnerung geblieben, als mir ein Patient zum Abschluss der Behandlung ein Ständchen auf der Tuba gespielt hat. Durch die sozialen Medien kann ich oft noch nach Jahren das wunderschöne Lächeln meiner Patienten auf Fotos vom Abschlussball, bei der Hochzeit oder einem tollen Selfie bewundern.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Klarkowski: Die kieferorthopädische Behandlung ist eine lebenslange Investition in Ihre Gesundheit. Ein strahlendes Lächeln und ein perfekter Biss sind Ausdruck von Vitalität, Lebensfreude und Erfolg. Deshalb ist es wichtig, dass das Ergebnis der kieferorthopädischen Behandlung erhalten bleibt.

Ich empfehle meinen Patienten festsitzende Retainer an der Innenseite der Zähne zur Langzeitstabilisierung und zusätzlich herausnehmbare Zahnspangen für die Nacht in Form einer Nachtschiene oder Nachtspange.

Um nächtliches Zähneknirschen oder Pressen zu reduzieren, empfehle ich spezielle Kiefergelenks-Schienen (CMD-Schienen). Diese CMD-Schienen helfen auch, Verspannungen der Kiefer- und Nackenmuskulatur am Morgen zu vermeiden.

Zur Person

  • Dr. Marie-Catherine Klarkowski
  • Studium der Zahnmedizin an der FU Berlin
  • Facharztausbildung zur Kieferorthopädin in Berlin und München
  • 2004-2020 Inhaberin der kieferorthopädischen Praxis relax & smile. Sanfte Kieferorthopädie München
  • 2020 Verkauf der Praxis und Marke
  • Tätigkeit als angestellte Kieferorthopädin, Referentin und als Praxiscoach Expertin für Alignerbehandlung
  • Expertin für Damon-Therapie

 

Zur Praxis

Seit 2020 bin ich als angestellte Kieferorthopädin in der kieferorthopädischen Praxis Dr. Dipsche und Kollegen tätig, der Praxen an mehreren Standorten in München und Umgebung betreibt. In den verschiedenen Praxen werden unterschiedliche Patientenklientel angesprochen, so dass wir ein Kompetenzteam für die Behandlung aller kieferorthopädischen Schwierigkeitsgrade und Altersgruppen anbieten können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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