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Das jameda-Interview: 9 Fragen an Herrn Dr. med. dent. Percy Singer

Dr. Singer

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© SingerHerr Dr. Singer ist Zahnarzt in Hamburg. (© Singer)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. dent. Percy Singer interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Zahnarzt.

jameda: Herr Dr. Singer, was hat Sie motiviert, Zahnarzt zu werden?

Herr Dr. Singer: Ich wollte immer Zahnarzt werden, seit ich mit 14 Jahren ein Schülerpraktikum in einer Zahnarztpraxis absolviert habe. Der Umgang mit Menschen und die gleichzeitig medizinische wie handwerkliche Aufgabe haben mich sofort "geflasht", wie man heute so sagt – und das tut sie immer noch.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Herr Dr. Singer: Erfolgserlebnisse, Spaß an toller Zahnmedizin und gutem Teamwork. Egal, wie groß oder klein die Behandlung ist: Ich möchte, dass dabei mein Patient und mein Team genauso happy sind wie ich. Als Patient verbindet man mit dem Zahnarztbesuch natürlich eher keinen Spaß. Das heißt für mich, mein Team und ich müssen immer alles geben, damit beim Patienten Entspannung und Vertrauen entstehen können. Kompetenz und Geschicklichkeit sind das eine, gemeinsam lachen zu können das andere! Da liegt auch gleichzeitig die Herausforderung...

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Herr Dr. Singer: Hmm...wohl am ehesten der Gedanke, dass man Schmerzen bei der Behandlung aushalten muss. Auch große Behandlungen dürfen niemals wehtun, daher mein schon sprichwörtliches Motto: "Schmerzen sind verboten!"

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Herr Dr. Singer: Ich will zunächst verstehen, warum das so ist. Kommunikation ist da alles. Ein Therapieplan hängt auch stark davon ab, was ein Patient erwartet und wünscht. Beispiele:

  • Eine zahnmedizinische Situation kann total "im Eimer" sein – aber der Patient fühlt (noch) keine Schmerzen oder andere Probleme. Warum also behandeln?
  • Eine andere zahnmedizinische Situation ist vielleicht harmlos, aber der Patient empfindet das ganz anders und drängt zur Behandlung.

In beiden Fällen helfen nur verständliche, offene Worte – auf der Basis von Vertrauen. 

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Herr Dr. Singer: Ehrlich gesagt finde ich unser Gesundheitssystem grundsätzlich toll. Jeder Mensch bekommt in Deutschland eine hervorragende Medizin geboten, wenn er wirklich krank ist. Das ist für mich wesentlich, auch wenn natürlich vieles im Argen liegt. Viele Regeln darüber, was bezahlt wird und was nicht, sind ziemlich unlogisch. Da gibt es viel zu ändern...

© SingerDer Empfangsbereich der Praxis "Zahnärzte City-Süd". (© Singer)jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Herr Dr. Singer: Ganz klar im Bereich "ganzheitliches, vernetztes Denken". Das Facharztsystem ist einerseits sehr gut, aber wenn jeder nur auf seinen kleinen Bereich schaut, stimmt was nicht. Ich habe schon verzweifelte Patienten erlebt, die beim Neurologen und im CT waren, bevor jemand mal an die Zähne gedacht hat (wo es eine einfache Schmerzursache gab). Damit meine ich aber auch die Offenheit gegenüber dem Satz: "Es gibt mehr, als unsere Schulweisheit uns träumen lässt."

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapien oder Geräte, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Herr Dr. Singer: Ja, die gibt es. Allgemein ist die Digitalisierung auf dem Vormarsch. Sie spart z. B. Strahlung bei Röntgen- und 3D-Darstellung und leistet dabei immer mehr. Moderne Scan-Verfahren machen Keramik heute zum Standard in der Zahnersatzversorgung. Und "schiefe Zähne" begradigen wir schon lange mithilfe digital geplanter und konstruierter Kieferorthopädie – ohne sichtbare oder feste Zahnklammer. Die meisten stetigen Verbesserungen betreffen jedoch vermeintliche Kleinigkeiten, die aber in der Summe eine große Bedeutung haben. Für unser Team gilt: "Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein."

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Singer: Ich vergesse nie die nette neue Patientin damals in Zimmer 2 – die ist nämlich schon seit vielen Jahren meine Frau.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Singer: Das ist sicher keine Überraschung...oder doch ;-) ? Richtiges Zähneputzen zu Hause, zusammen mit guter Professioneller Reinigung kann neue Zahnschäden zu 99 % verhindern!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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