Ursachen und Folgen von Bruxismus

Helfen Entspannungsübungen bei Zähneknrischen? (© Daisy Daisy - fotolia)

In Deutschland leidet fast jeder Fünfte an Bruxismus, dem Aufeinanderreiben der Zähne. Zusätzlich kann das Pressen der Zähne zu starken Schmerzen im Kopf, Nacken, in den Schultern und selbst im Rücken führen. Zur Abhilfe kann eine Knirscherschiene verwendet werden, die den Kiefer entlastet. Gleichzeitig schützt sie die Zähne vor Abrieb.

Bruxismus ist keine Krankheit

Laut neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist Bruxismus keine Krankheit. Es ist vielmehr eine Verhaltensweise, die durch Stress, Schlafprobleme und andere Grunderkrankungen ausgelöst werden kann. Früher dachte man noch, dass das krankhafte Zähneknirschen durch einen falschen Biss des Kiefers zustande kommt und vor allem nachts auftritt.

Heutzutage weiß man, dass das Zähneknirschen vor allem mit einer emotionalen Belastung zusammenhängt. Empfehlenswert sind für Patienten bestimmte Entspannungsmethoden, die den Betroffenen helfen sollen, zu lernen, mit diesem Stress richtig umzugehen.

Nebeneffekte des Knirschens

Doch Bruxismus hat nicht nur negative Auswirkungen. Wenn Patienten nachts viel und mit Atemaussetzern schnarchen, kann das Knirschen eine Schutzfunktion erfüllen. Denn es hilft den Betroffenen dabei, ihre Atmung nach Aussetzern wieder aufzunehmen. Außerdem hilft es Patienten mit Sodbrennen, vermehrt Speichel zu produzieren. Dadurch werden die Speise- und Mundhöhle und der Magen vor Säure geschützt.

Wie wird Bruxismus erkannt?

Betroffene Patienten merken meistens, dass sie mit den Zähnen knirschen, weil ihr Kiefer verspannt ist und sie Hals-, Ohren- oder Kopfschmerzen haben. Denn beim Knirschen können Kräfte von bis zu 100 Kilogramm wirken. Doch dass diese Symptome durch Zähneknirschen kommen können, fällt vielen nicht auf, da sie häufig unbemerkt in der Nacht knirschen.

Am besten sollte jeder, der den Verdacht hegt, mit den Zähnen zu knirschen, einen Zahnarzt/Zahnärztin aufsuchen. Denn das Zahnwerk kann dadurch stark beschädigt werden und langfristige können gesundheitliche Problem auftauchen. Der medizinische Fachbegriff für das Knirschen ist der Schlaf- oder der Wachbruxismus, je nachdem, ob man eher nachts oder am Tag knirscht.

Der Zahnexperte erkennt das Zähneknirschen hauptsächlich an einer Erosion der Zahnsubstanz. Dadurch ist es möglich, dass das Zahnbein sichtbar wird, denn der Zahnschmelz wird abgetragen. Bei manchen Patienten geht es sogar so weit, dass sie lockere oder gar lose Zähne haben.

Behandlung mit Knirscherschiene

Die Betroffenen können mit einer Knirscherschiene behandelt werden, die den Zahnabrieb sowie Folgeschäden verhindert. Sie ist aus medizinischen Gründen allerdings nicht für jedermann geeignet. Bei manchen Patienten(innen) könnte eine Knirscherschiene zu einer Bisserhöhung führen, was wiederum Problemen im Kausystem mit sich bringen kann. Im Optimalfall sollte hier natürlich die Ursache ergründet und behandelt werden, hier spielt meist Stress eine wichtige Rolle.

Zusätzlich wird hier mit Entspannungsübungen gearbeitet. Eine Behandlungsmethode von Bruxismus ist der gezielte Einsatz von Botulinumtoxin, auch unter dem Markennamen Botox bekannt. Die Kraft der Kiefermuskulatur reduziert sich, wenn das Mittel in den Wangenmuskel (Musculus masseter) injiziert wird. Diese Injektion verhindert durch Reduktion der Muskulatur, dass ein Knirschen überhaupt entstehen kann. Allerdings muss sie in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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