Artikel 07/07/2015

Mit Ultra-Weitwinkel eine angenehmere Netzhautuntersuchung

Prof. Dr. med. Marcus Kernt Augenarzt
Prof. Dr. med. Marcus Kernt
Augenarzt
die-angenehmere-und-genauere-netzhautuntersuchung

Es gibt zahlreiche Augenerkrankungen, die eine regelmäßige Kontrolle des Augenhintergrundes und der Netzhaut erforderlich machen. Vor allem Patienten, die unter Diabetes mellitus, chronischen Augenentzündungen und Makuladegenerationen leiden, müssen besonders häufig zur Untersuchung. Um die Netzhaut in ihrer Gesamtheit gründlich zu untersuchen, war es bislang nötig, die Pupille mit lokalen Medikamenten weit zu tropfen. Nach dieser unbeliebten Prozedur konnten Patienten mehrere Stunden nur unscharf sehen und waren deshalb stark in ihrem Alltag eingeschränkt. So war beispielsweise das Autofahren für einige Stunden nach der Behandlung gesetzlich verboten.

Die Netzhautuntersuchung ist angenehmer und genauer

Eine sehr gute Alternative bietet die Ultra- Weitwinkel- Netzhautuntersuchung. Hierbei werden ohne Beeinträchtigung oder Berührung der Augen sehr genaue Aufnahmen von der Netzhaut, dem Glaskörper und des Augeninneren angefertigt. Das Besondere daran ist, dass diese Ultra-Weitwinkel- Netzhautuntersuchung nicht nur Sicht auf den hinteren Pol der Netzhaut ermöglicht, sondern darüber hinaus bis zu 200° der peripheren Netzhaut erfasst. Das sind in der Regel mehr als 80% der gesamten Netzhaut, die auf einem einzigen Bild aufgenommen werden. Konventionelle Methoden erfassten bisher lediglich 10-15% der Netzhaut. Mittels einer automatischen Erfassungsfunktion werden die besonders detailreichen Bilder in weniger als einer Sekunde aufgenommen. Dadurch können etwaige Krankheiten um ein vielfaches früher und umso zuverlässiger beurteilt werden.

Frühzeitige Diagnose von Augenerkrankungen

Da sich viele Augenerkrankungen sehr langsam entwickeln, können so schon kleinste Veränderungen besonders früh erkannt werden. Dadurch kann die Behandlung besser an den jeweiligen Befund angepasst werden und ist somit um ein Vielfaches erfolgreicher. Die Aufnahmen werden zudem ausführlich dokumentiert, sodass bei der nächsten Kontrolluntersuchung ein direkter Vergleich zum vorhergehenden Befund hergestellt werden kann. Sollte bei der Untersuchung der Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung aufkommen, ist es in einigen Fällen zwar manchmal dennoch vonnöten die Pupille mit Tropfen weitzustellen. Durch die umfangreiche Untersuchung lassen sich diese Fälle jedoch um ein vielfaches reduzieren, sodass die meisten Patienten danach problemlos ihren Alltagstätigkeiten nachgehen können. Die spezifische Aufnahmetechnik ermöglicht außerdem auch eine Analyse tieferer Netzhautschichten, sodass sich auch wichtige Informationen über die Funktion der Netzhaut feststellen lassen. Bei der Untersuchung werden zwei verschiedene Laser verwendet, die unterschiedliche Wellenlängen aufweisen. Dadurch wird es möglich, die unterschiedlich tiefen Netzhautschichten separat zu betrachten und Retina und Aderhaut besonders genau zu untersuchen.

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