
Was war Ihr Beweggrund, Arzt zu werden?
Inspiriert durch meinen Großvater, der Ordinarius für Frauenheilkunde und Geburtshilfe war, hatte ich schon früh eine Vorstellung vom Berufsbild des Arztes. Die Sicht des Patienten habe ich durch teils lebensbedrohliche Unfälle in der Kindheit erlebt, so dass am Ende basierend auf einer exzellenten humanistischen Ausbildung und einem gewissen handwerklichen Geschick zwangsläufig alles auf dieses Berufsbild zusteuern musste.
Wann und warum haben Sie sich dazu entschlossen, sich auf Nasenchirurgie zu spezialisieren?
Durch frühzeitigen Kontakt zu ehemaligen Assistenten meines Großvaters, die im Laufe ihrer beruflichen Karriere Chefarztpositionen besetzt hatten, kam ich in Kontakt zur plastisch-ästhetischen Gesichtschirurgie. Fast wäre ich Mund-Kiefer-Gesichtschirurg geworden, habe dann aber im letzten Studienabschnitt Einblicke in die HNO-Heilkunde gewonnen, so dass ich letztlich wesentliche Inhalte der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie in der HNO-Chirurgie repräsentiert fand und mich dann der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zugewandt habe. Im Laufe meiner Ausbildung hatte ich die Gelegenheit bei einem der großen Repräsentanten des Fachgebietes Gesichtsnerven-Chirurgie zu erlernen. Die spezielle Nasenchirurgie wurde während meiner langjährigen klinischen Laufbahn als Oberarzt der größten HNO-Klinik in Nordrhein-Westfalen zugrunde gelegt. Eine wesentliche Erweiterung meines Kenntnisstandes habe ich dann in den USA an der Texas University unter Jack Gunter erfahren.
Wo sehen Sie die größte Herausforderung Ihrer Arbeit?
Sehr wichtig ist mir das persönliche, verständnisvolle Gespräch mit dem Patienten, um seine Motivation zu ergründen. Gerne nehme ich mir viel Zeit für eine vertrauensvolle Gesprächssituation, um einerseits alles über das Beschwerdebild des jeweiligen Patienten zu erfahren, andererseits auch gemeinsam Behandlungsziele festlegen zu können. Die größte Herausforderung ist der Abgleich zwischen dem Wunsch des jeweiligen Patienten und der tatsächlichen medizinischen Machbarkeit.
Womit dürfen die Patienten bei Ihnen rechnen?
Der Patient ist Partner und Mitwirkender an seiner Gesundheit. Von mir kann man Ehrlichkeit, Engagement und Professionalität erwarten. Die chirurgischen Disziplinen erfordern ein hohes Maß an handwerklichem Können, welches ohne Talent nicht existieren kann. Patienten dürfen ein hohes Maß an Erfahrung erwarten, eine exzellente Kenntnis der Anatomie des Menschen und den Willen, sich fortlaufend selbst in Frage zu stellen, um seine Ergebnisse mit einer gehörigen Portion an Selbstkritik stets zu verbessern.
Was würden Sie sich von Ihren Patienten wünschen?
Oftmals etwas mehr Geduld, da zum Beispiel Wundheilungsprozsse unabhängig von einer medizinischen Leistung einen natürlichen Zeitrahmen vorgeben, den manche meinen beschleunigen zu können. Hierdurch wird unnötiger Druck auf die Behandlungssituation ausgeübt.
Was zeichnet Sie als Arzt aus?
Ich nehme meinen Beruf sehr ernst und habe ihn bewusst gewählt. Medizin zu studieren, war bei mir kein Ergebnis guter Abiturnoten, ganz im Gegenteil. Ich habe mich um gute Abiturnoten bemüht, da ich wusste, das ich nur damit Medizin studieren konnte. Der Beruf des Arztes ist nie ein 'Job', sondern fordert eine vollständige Hinwendung zu seinem Gegenüber, die sämtliche Sinne beansprucht, eine gute sozio-kulturelle Prägung erfordert und eine hohe Wachsamkeit zur Voraussetzung hat. Belohnt wird man dann mit ehrlichem Respekt, Offenheit und Treue.
Was ist Ihnen persönlich bei Ärzten wichtig?
Ein gutes Zeitmanagement, Termintreue, Ehrlichkeit und Professionalität.



