
jameda: Herr Dr. Raab, was hat sie motiviert, Plastischer und Ästhetischer Chirurg zu werden?
Herr Dr. Raab: Ich war in Nepal zu einer Famulatur. Dort bin ich in Kontakt mit verbrannten Kindern gekommen. Im Speziellen die Gesichter sind oft entstellt, da die Gaskocher in den kleinen Häusern oft defekt sind und zu Explosionen neigen. Die Rekonstruktion und Hilfe für diese Menschen hat mich motiviert etwas zu lernen, was nicht viele Menschen beherrschen.
jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Dr. Raab: Die Königsdisziplin der Behandlung am gesunden Menschen stellt einen jeden Tag vor neue Herausforderungen. Den Patienten mit seinen Sorgen und Nöten verstehen lernen, und jedem einen individuellen Therapieplan zu erstellen, mit dem er das für sich perfekte Ergebnis erreicht.
jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Herr Dr. Raab: Ästhetische Chirurgie ist ebenso wie die kurative Medizin ein Fachgebiet, das sich den Ängsten und Sorgen der Menschen annimmt. Auch wenn es vordergründig „nur“ um Schönheit geht, steckt oft die Angst vor dem Älterwerden, vor Verlust der Vitalität und viele Sorgen und Nöte dahinter. Meine Aufgabe ist es, sich der Sorgen ernsthaft und mit voller Energie anzunehmen und alles medizinisch Machbare zu unternehmen, um meinen Patienten das Leben zu ermöglichen, das sie sich vorstellen.
jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?
Herr Dr. Raab: Mancher Wunsch ist nicht sofort durch eine Prozedur zu ermöglichen, sondern benötigt einen komplexen Therapieplan. Ich spreche mit meinen Patienten vorher alle Optionen und Therapieschritte durch. Somit gibt es in der Regel keine Überraschungen über Länge und Dauer der Therapie.
jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Herr Dr. Raab: Die Medizin ist seit den Zeiten meines Großvaters seht viel unpersönlicher geworden. Wir versuchen, dem entgegenzuwirken und den Menschen wieder Zeit und Aufmerksamkeit zu geben.
jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Dr. Raab: Wir arbeiten mit Hochdruck an neuen Verfahren im Bereich der Brust- und Faceliftchirurgie. Atraumatisches Operieren bei der Brust mit speziellen Hochfrequenzinstrumenten ermöglicht uns immer kürzere Ausfallzeiten und ein immer langfristigeres Resultat.
jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Dr. Raab: Ja, die Köchin, die 16 Jahre gespart hat, um sich den Traum der neuen Brust und des Facelifts zu erfüllen.
Zur Person
Dr. Raab studierte Medizin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Zürich. Die plastisch-chirurgische Facharztausbildung absolvierte er an diversen Kliniken, unter anderem am Universitätsklinikum Zürich. Er spezialisierte sich auf ästhetische Chirurgie und im Speziellen auf Gesichts- und Brustchirurgie bei langjähriger Mitarbeit in diversen Privatkliniken.


