
Fünf Millionen Deutsche schnarchen, vermuten Experten. Oft liegt es an zu engen Atemwegen, Allergien, Erkältungen oder Übergewicht. Kommen Atemaussetzer hinzu, so kann es lebensbedrohlich werden.
Gegen den nächtlichen Krach in Deutschlands Schlafzimmern bewirken auch Ohrenstöpsel nur wenig: Nicht selten erreichen Schnarcher eine Lautstärke von 90 Dezibel, was einem Presslufthammer gleichkommt. Das Problem: Sobald sie durch den Mund atmen, vibrieren Gaumensegel und Zäpfchen und diese Schwingungen verursachen das oft ohrenbetäubende Schnarch-Konzert.
Während nächtliches Schnarchen ohne Atemstörungen nur lästig und störend ist (vor allem für die Partner), kann eine Schlafapnoe (Apnoe: griechisch = Atemstilstand) lebensbedrohlich sein. Kommt es mehr als zehnmal pro Stunde zu Atemaussetzern von mehr als zehn Sekunden, so spricht der Arzt von einer Apnoe. Diese entsteht übrigens, wenn sich Zunge und weicher Gaumen im Schlaf entspannen und den Fluss der oberen Atemwege blockieren. Die Folgen des nächtlichen Sauerstoffmangels sind nicht nur Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit, Depressionen und Kopfschmerzen. Auch das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls steigt. Doch glücklicherweise haben nur wenige Prozent aller Schnarcher diese gefährlichen Schlafaussetzer - dennoch sollte bei häufigem Schnarchen auf jeden Fall die Ursache geklärt werden.
So kommen Schnarcher endlich zur Ruhe
Während junge Menschen meist nur bei Erkältungen oder nach reichlichem Alkoholgenuss schnarchen, tun es vor allem ältere Menschen regelmäßig. Was hilft? Abhilfe bringen oft schon etwas Zurückhaltung beim Schlummertrunk sowie der Verzicht auf Beruhigungs- und Schlaftabletten. Denn diese fördern die Entspannung der Atemwegsmuskeln - und damit „nächtliche Schnarch-Attacken“. Bei Übergewicht ist Abnehmen angesagt. Denn zu viel Fettgewebe im Rachenraum verengt die Atemwege und begünstigt so das Schnarchen. Hilfreich ist auch eine gute Schlafhygiene. Darunter fasst der Schlafmediziner alle Faktoren zusammen, die einen gesunden Schlaf fördern - beispielsweise ein abgedunkeltes, ruhiges Zimmer oder eine gesunde, nicht durchgelegene Matratze. Manchmal genügt es bereits, wenn der „Ruhestörer“ nicht auf dem Rücken liegt. Denn in dieser Position ragt das Zäpfchen weit in den Rachen hinein und vibriert beim Atmen. „Lagerungshilfen“ (spezielle Schlafsäcke oder T-Shirts mit einem Luftkissen im Rückenbereich) können hier die Lösung sein. Nicht nachgewiesen hingegen ist die Tauglichkeit vieler sogenannter Anti-Schnarch-Mittel wie etwa Sprays oder Tropfen.


