Schlafapnoe - Gesunder Schlaf verlängert das Leben - Holen Sie sich Ihre Nachtruhe zurück.

Dr. Richter

von
verfasst am

© Robert Kneschke - Fotolia.com© Robert Kneschke - Fotolia.comSchnarchen ist weit verbreitet, wird aber oft totgeschwiegen, ist sicher immer störend,wird aber von denen, die es tun und damit ihre Umgebung belästigen lieber als nicht existent eingestuft. Es ist heute zwar bekannt, wird aber noch nicht sehr ernst genommen, dass sich hinter dem Schnarchen ein gravierendes Krankheitsbild verbergen kann, das „Schlafapnoe-Syndrom.“

Die Schlafapnoe ist gekennzeichnet durch Atmungsstörungen, die den Schlaf erheblich beeinflussen können und viele Betroffene sind am Tag müde, gereizt und aggressiv und schlafen ev. am Steuer ihres Autos ein. ..
70 – 80 % der Patienten mit Schlafapnoe sind noch immer undiagnostiziert.

Die bei der Schlafapnoe auftretenden Atemaussetzer kommen durch einen Verschluss (Obstruktion) im Bereich der oberen Atemwege zustande. Diese Obstruktion liegt überwiegend im Gaumengrundbereich und wird durch eine Abnahme des zentralgesteuerten Tonus der Rachenmuskulatur im Schlaf ausgelöst. Es entstehen Atemgeräusche und es findet eine Abnahme der Sauerstoffsättigung im Körper statt, die zu zentral ausgelösten Weckreaktionen führt. Die Folgen sind dann Schnarchen, Schlafstörungen mit Tagesmüdigkeit und imperativem Schlafzwang sowie Bluthochdruck mit den Folgeerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems.
Während des Schlafes erschlafft die Rachenmuskulatur und die Atemwege kollabieren. Die Atmung sistiert bis zu zwei Minuten lang und der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, bis eine Mikroweckreaktion die Atempause beendet. Mit dem Erwachen endet die Erschlaffung der Rachenmuskulatur schlagartig und die Atmung setzt wieder ein. Patienten mit schwerer Schlafapnoe haben mehr als 30 Atemaussetzer pro Stunde. Von den Aussetzern bekommt der Patient allerdings nichts mit. Vorstufen der Schlafapnoe sind das harmlose Schnarchen und das Upper Airway Resistance Syndrom (UARS). Beim UARS setzt die Atmung nicht völlig aus, der Atemweg verengt sich nur.

Neben den genannten Nebenwirkungen hat jeder zweite Schlafapnoeiker ein höheres Risiko für eine Hypertonie und damit für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ein Schnarcher, der ja grundsätzlich selber nicht entscheiden kann, zu welcher Gruppe der Schnarcher er gehört, kann sich in einem Schlaflabor untersuchen lassen und erfährt hier ganz sicher, ob er bereits zur fortgeschrittenen Form der Schlafapnoeiker gehört und damit natürlich allen Risiken, die damit verbunden sind, ausgesetzt ist.

Schnarchtherapie

Gundsätzlich bieten sich drei therapeutische Möglichkeiten:

    • chirurgische Beseitigung von Atemwegsbehinderungen (z. Bsp. Nasenpolypen, Kürzung zu langer Gaumenbögen, Entfernung von Rachenmandeln)
    • Unterkiefer Protrusionsschienen (UPS). Die Protrusionsschienen bringen den Unterkiefer nach vorne und erweitern den Rachenraum. Indikation für UPS sind primäres Schnarchen, Upper Airway Resistance Syndrom (UARS) und leicht bis mittelgradige Schlafapnoe (bis zu 25 Atemaussetzer pro Stunde) mit geringer klinischer Symptomatik.
    • nCPAP (nasal continous positive airway breathing) Maskenbeatmung

Chirurgische Therapiemöglichkeiten möchte ich nicht weiter vertiefen. Korrektive Eingriffe an der Nase, die Entfernung übergroßer Rachenmandeln sowie lasergestütze Korrektur des Gaumenzäpfchens und des Gaumens sind sicherlich teilweiße sinnvoll, haben aber grundsätzlich in der Schnarchtherapie und besonders in der Therapie des Schlafapnoesyndroms keine effizienten Erfolge gezeigt.
Maskenbeatmung für die schweren Fälle der obstruktiven Schlafapnoe dienen der Offenhaltung der Atemwege mit Druckbeatmung. Die Erfolgsrate liegt sehr hoch, die Compliance ist jedoch unter anderem wegen des Maschinengeräusches, der Schlaflage und der Maske an sich sehr problematisch. Patienten, die sich mit der Maskenbeatmung einverstanden erklärt haben, sind aber außerordentlich dankbar dafür, da die Folgen der Schlafapnoe, wie oben beschrieben, völlig beseitigt sind.

Ich möchte ein paar Ausführungen zur Therapie mit Unterkiefer Protrusionsschienen machen, die, was die Compliance betrifft, gegenüber der Maskenbeatmung sehr im Vorteil ist.

Unterkiefer – Protrusionsschienen verbinden Oberkiefer und Unterkiefer mit einem Scharniersystem und halten den Unterkiefer vorn. Diese Position des UK reduziert den nächtlichen Sympatikotonus und normalisiert so in vielen Fällen den Blutdruck.
Zur Herstellung von Unterkiefer – Protrusionsschienen, die in der Therapie der Schlafapnoe eingesetzt werden sollen, gehören umfangreiche diagnostische Vormaßnahmen wie eingehende Anamnese, Zahnstatus und Funktions- und Parodontalstatus.
Bei Nachweis einer folgenbeschwerten Schlafapnoe kann eventuell eine Kostenbeteilungen der Krankenkasse erfolgen, bei nicht medizinischer Notwendigkeit kann man davon ausgehen, dass diese Leistungen selbst zu bezahlen sind.


Weitere Informationen:

Deutsche Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin e.V.
Alte Jakobstraße 77
10179 Berlin
Telefon: 030 - 284499-30
Fax: 030 - 284499-31
info@dgzs.de
www.dgzs.de

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


14.09.2009 - 22:41 Uhr

Kann ein anderer merken, dass man Atemaussetzer...

von gesunder Schlaf

... hat? Manchmal hat man ja das Gefühl, der andere atmet nicht. Kann es sich da um Schlafapnoe handeln?

01.08.2008 - 13:07 Uhr

Schlaf ist wichtig. Letztens habe ich eine Studie...

von Tamina

... gelesen, dass Menschen, die lange Schlafen früher sterben als Menschen, die nicht so lange schlafen. Fand ich interessant, aber eine wissenschaftliche Begründung gab es dafür nicht - leider.


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