Damit die Haut nach einer Fettabsaugung nicht zu hängen beginnt, kann während desselben Eingriffs eine Hautstraffung durchgeführt werden. Wärme bietet sich dafür besonders an.
Ganz gleich, mit welcher schonenden Methode operiert wird: Am Ende der Fettabsaugung bleibt zunächst ein schlaffer Hautmantel in der Behandlungsregion zurück. Im besten Fall strafft sich diese überschüssige Haut über die nächsten drei Monate und wir haben ein schönes Endergebnis. Bei jungen normalgewichtigen Personen mit kleinen Problemzonen ist das auch die Regel. Bei komplexeren Ausgangssituation stellt sich die Sache anders dar:
Mütter nach Schwangerschaften oder Menschen, die einige Kilos abgenommen haben, wissen, dass überdehnte Haut sich nicht einfach zurückbildet. Behält man das im Hinterkopf und bedenkt auch die natürliche Verschlechterung der Hautfestigkeit durch den Alterungsprozess, wird schnell klar: Für ein gutes Ergebnis der Fettabsaugung sollte der Faktor Hautstraffung nicht vernachlässigt werden.
Zur Hautstraffung standen uns bisher zwei Methoden zur Auswahl: Die operative Hautstraffung (z.B. die Bauchdeckenstraffung) und die nichtoperative, auf der Haut angewendete Hautstraffung (z.B. die Vakuummassage mit Wärme). Beide Methoden sind nicht ohne Nachteile. Die operative Hautstraffung ist vergleichsweise aufwendig und risikoreich. Die nichtoperativen, auf der Haut angewendeten Methoden erzielen oft ernüchternde Ergebnisse.
Will man effektiv hautstraffend arbeiten, muss man das Bindegewebe erreichen, sprich das Netzwerk aus kollagenen und elastischen Fasern. Denn nur hier kann durch „Schrumpfung“ bzw. Neubildung der Haltestrukturen ein positiver Effekt ausgelöst werden. Er entsteht aber nur dann, wenn es gelingt, einen starken Reiz im Bindegewebe auszulösen.
Das Zauberwort in diesem Zusammenhang ist Wärme. Denn durch kontrolliertes Erhitzen des Bindegewebes werden Fasern „reorganisiert“, sodass sich unter anderem Kollagen neu bildet. Um das aber möglichst optimal auslösen zu können, ist es nicht ausreichend, auf der Haut zu behandeln.
Das Problem ist, dass unsere Haut eine temperaturempfindliche Barriere bildet, die überbrückt werden muss. Zudem lösen zu hohe Temperaturen im schlimmsten Fall Verbrennungen auf der Haut aus. Das erklärt, warum einer äußerlichen Behandlung schnell Grenzen gesetzt und warum gute Ergebnisse auf diese Weise nur schwer zu erreichen sind.
Mit thermischer Gewebestraffung unter der Haut können wir das Problem lösen. Dabei wird Wärme ambulant über feine Sonden unter der Haut angewendet und wirkt durch die Erzeugung von Hitze nachhaltig hautstraffend. Als effektive Verfahren haben sich dafür die Laser- und Radiofrequenztherapie etabliert.
Bei der thermischen Gewebestraffung handelt es sich um Verfahren, die gerade in der Kombination mit einer Fettabsaugung einfach und effektiv einzusetzen sind. Durch die kleinen Öffnungen, die bereits von der Absaugung vorhanden sind, kann eine schmale Sonde ohne Mehraufwand im Bindegewebe platziert werden. Die fächerförmige gleichmäßige Bearbeitung der tiefen und oberflächlichen Bindegewebeanteile macht es möglich, in kurzer Zeit ein wirkungsvolles Temperaturniveau zu erreichen.
Das Risiko, dabei das Gewebe zu überhitzen, ist insbesondere bei der Behandlung mit hochfrequentem Radiofrequenzstrom durch kontinuierliche Temperaturkontrolle an der Sondenspitze auf ein absolutes Minimum reduziert. Zudem erhält der Operateur über optische und akustische Signale ein ständiges Feedback über den Status im Gewebe. So kann er die manuelle Behandlung im Gewebe und deren Effektivität permanent kontrollieren, korrigieren und mögliche Komplikationen weitestgehend ausschließen.
In Summe bietet die thermische Gewebestraffung mit zum Beispiel hochfrequentem Radiofrequenzstrom eine wertvolle Ergänzung moderner Techniken der Fettabsaugung. Es ist auf diese Weise nicht nur möglich, schonend abzusaugen, sondern auch - in einem Eingriff - hautstraffend zu arbeiten.
Die thermische Gewebestraffung ist also eine vielversprechende Behandlungsoption. Gerade für Personen mit bereits erschlafftem Bindegewebe zum Beispiel nach einer Schwangerschaft oder starker Gewichtsabnahme oder bei erblich oder alterungsbedingt vorliegender Bindegewebsschwäche.
Schmerzen:
keine bis moderate Wundheilungsschmerzen
Behandlungsdauer:
je nach Aufwand ca. ein bis drei Stunden
Erfolgsraten:
weit über 90 % zufriedene Kunden
Wirksamkeit der Ergebnisse:
Die Fettzellen werden durch eine Fettabsaugung dauerhaft entfernt. Je nach Lebenswandel oder Essverhalten können sich jedoch wieder neue Fettdepots bilden.
Verhaltenstipps nach der Behandlung:
Schonen Sie sich direkt nach der Fettabsaugung und meiden Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten.
Arbeitsunfähigkeit:
zwei bis drei Tage
Anästhesie:
in der Regel ambulant mit Dämmerschlaf
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