
Der Mensch ist ein hochkomplexes System. Daher stoßen Zahnärzte häufig an ihre Grenzen bei Patienten mit Beschwerden unklarer Ursachen, wie Sensibilitäts- oder Unverträglichkeitsreaktionen.
Laut Robert-Koch-Institut haben mindestens 40 Prozent der Bundesbürger Allergien oder sind durch Umweltbelastungen erkrankt, wie durch Schimmelpilze, Hausstaub, Pestizide in der Nahrungskette und viele andere.
Auch der Zahnpatient ist bei der zahnärztlichen Therapie einer Fülle von Umweltsubstanzen ausgesetzt.
Dazu zählen auch die verschiedenen Materialien für Zahnersatz und Zahnfüllungen, wie z. B. Goldlegierungen, Amalgam und Kunststoffe.
Lokale Beschwerden wie Zungenbrennen, Aphthen und metallischer Geschmack werden verständlicherweise in einen ursächlichen Zusammenhang gebracht mit einem Geschehen im Mund.
Schwieriger wird es durch Fremdmaterialien, die chronische Entzündungen im gesamten Körper
auslösen können ohne lokale Symptomatiken. Eine fortdauernde Abwehrschwäche und Auseinandersetzung mit körperfremden Stoffen als Reiz führen zu einer Aktivierung des Immunsystems und zu einer chronischen Entzündung, die Auswirkungen auf das Immunsystem hat.
Gerade bei Beschwerden unklarer Ursache sind Umweltmediziner und Umweltzahnmediziner gefragt, die mit Spezialwissen und der ganzheitlichen Sicht auf das 'System Mensch' agieren.
Diese können mit speziellen immunologischen, genetischen und umweltmedizinischen Tests Unverträglichkeiten nachweisen, die über den häufig angewandten Hautritztest hinausgehen.
Folgende Diagnose- und Testverfahren werden beispielsweise durchgeführt:
- Bestimmung der individuellen Entzündungsneigung
- Typ IV-Allergienachweise insbesondere auf Zahnmetalle
- Titanstimulationstest insbesondere vor Titanimplantationen
- Nachweisverfahren auf Allergien durch Prothesenkunststoffe und Zemente
- Parodontal-Markerkeime
Mit einer zusätzlichen Qualifikation 'Umwelt-Zahnmedizin' eröffnen Zahnärzte neue Perspektiven für Ihre
Patienten. Sie sind unter anderem in Toxikologie, Immunologie, Allergologie und Werkstoffe weitergebildet.
Die Umweltzahnärzte arbeiten interdisziplinär mit verschiedenen Ärzten, Orthopäden und Physiotherapeuten zusammen und stimmen Diagnosen und Therapien auf das gesamte 'System Mensch' ab. Sie erfragen mögliche bestehende Unverträglichkeiten und können bei Behandlungen
bereits vor dem Einbringen von Zahnersatzmaterialien deren Verträglichkeit individuell für jeden Patienten bestimmen.
Auch das Dentallabor unterliegt anderen Anforderungen zur Herstellung des Zahnersatzes und verwendet Spezialmaterialien, insbesondere Kunststoffe, die in der alltäglichen Zahnmedizin nicht zur
Anwendung kommen. Für den Patienten bedeutet dies oftmals das Ende eines langen Leidensweges.


