Aphthen im Mund - schmerzhaft, aber ungefährlich

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Kleine Bläschen, große Wirkung: Das Rätsel um die geheimnisvollen Aphthen, die so starke Schmerzen verursachen können. Wer eine Aphthe hat, leidet oft sehr unter den starken Schmerzen, doch es gibt auch gute Nachrichten: Wirklich gefährlich sind diese Störenfriede nicht.

Bläschen, die Schmerzen bringen: Aphthen
Aphthen heißen die kleinen, bläschenartigen Verletzungen an der Mundschleimhaut, die oftmals von einem entzündeten Rand umgeben sind. Meistens heilen diese Schleimhautveränderungen nach wenigen Tagen ab, es kann jedoch auch bis zu zwei Wochen dauern.

Ursache - ungewiss
Aphthen lassen sich nicht vorbeugend behandeln, da die genaue Ursache weiterhin ungeklärt bleibt. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft seien aber keine Viren oder Bakterien die Auslöser, sodass die Bläschen nicht ansteckend sind. Grundsätzlich handelt es sich bei Aphthen um eine Überreaktion des Immunsystems. Dabei stirbt Gewebe ab und die darüber liegende Schleimhaut wird nicht mehr richtig durchblutet. Dadurch entstehen kleine Ausbuchtungen in der Mundschleimhaut, sodass Nervenenden freiliegen, was zu den beschriebenen Schmerzen führt.

Auslöser - Was Aphthen begünstigen kann
Die Auslöser für Aphthen sind sehr vielschichtig: mechanische Traumata, Nahrungsmittelunverträglichkeit, psychischer Stress, Magen-Darm-Beschwerden. Bei Rauchern weniger häufig. Zu den Verdächtigen zählen außerdem harte, saure, salzige oder stark gewürzte Speisen sowie Schokolade und Alkohol. Allerdings muss jeder Betroffene selbst herausfinden, was beim ihm die Ursache sein könnte, da dies individuell verschieden ist.

Abhilfe - Was tun bei Wiederholungstätern?
Einige Patienten benutzen regelmäßig Speiseöl, Kamillenextrakt oder andere Mundspüllösungen zum Ausspülen. Einen wissenschaftlichen Beweis für die Wirksamkeit dieser Methoden existiert jedoch noch nicht. Bei wiederkehrenden Aphthen greifen Ärzte als letztes Mittel zu kortisonhaltigen Salben oder Kortisontabletten, die bei einer örtlichen und zeitlich begrenzten Behandlung keinen so großen Schaden anrichten, wie im Volksmund allgemein gefürchtet.

Majoraphthen - Die Riesen unter den Bläschen
Neben den kleinen, selten auftretenden Aphthen gibt es auch immer wiederkehrende Aphthen, die meist besonders schmerzhaft sind, sowie „Majoraphthen“: Aphthen von bis zu einem Zentimeter Ausmaß.

Gute Nachricht: Nicht gefährlich oder ansteckend
Zwar weiß bisher niemand, woher Aphthen kommen und wie man ihnen sicher vorbeugt, aber wer öfters an Aphthen leidet, muss sich dennoch keine Sorgen machen: Aphthen sind kein Indiz für eine ernsthafte Erkrankung, sie sind einfach nur unangenehm und schmerzhaft.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (3)

Carla, 30.11.2015 - 14:56 Uhr

Ich habe früher immer durch Weintrauben diese Aphthen bekommen. Ich dachte, dass es durch gespritztes Obst kommt. Aber nachdem ich Helicobacter und Candida Pilze losgeworden bin habe ich auch keine mehr bekommen. Das ist jetzt 15 Jahre her. Auch mache ich jetzt einmal im Jahr eine Darmsanierung.

Dr. Olaf Brauser, 11.07.2014 - 21:24 Uhr

Nach meiner Erfahrung hilft bei guter Erreichbarkeit in der Mundhöhle, beispielsweise mit einem "Wattetriller", die lokale Applikation von Silbernitrat (AgNO3) nach vorherheriger Sprühanästhesie. Die Aphthen heilen dann 3mal schnell ab. Gute Besserung !

Silvia, 05.07.2014 - 14:46 Uhr

Ich habe viele Jahre lang - teils extrem- unter den Aphten gelitten. Erst nachdem ich nicht mehr berufstätig war und auch sonstigen Stress reduziert habe durch eine gesamt Veränderung meines Lebens, hat sich das gebessert. Heute treten Aphten selten, wenn auch nur in sehr schwacher Form auf.

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