
Zähneknirschen, medizinisch Bruxismus genannt, ist mehr als nur lästig: Es handelt sich um eine oft ernste Krankheit. Die überaktive Kaumuskulatur des Zähneknirschers arbeitet unwillkürlich (meist nachts) und überlastet Zähne, Kieferknochen, Kiefergelenke. Oft wird im Lauf der Jahre der gesamte Muskel- und Knochenbau von Kopf und Nacken geschädigt.
Erster Ansprechpartner bei Zähneknirschen sind Zahnärzte und Kieferchirurgen. Sie behandeln Bruxismus oft durch Gebisskorrekturen, Zahn- und Aufbisschienen u.v.m. Eine neue Behandlungsmöglichkeit gegen die überaktive Kaumuskulatur ist die "Spritze gegen Zähneknirschen" - das direkte Einspritzen eines muskelentspannenden Medikaments zur Dämpfung der überspannten Muskulatur.
Wir verwenden dazu Botulinum - bekannt wurde Botulinum als Wirkstoffe von Botox, dem Anti-Falten-Mittel. Botox (und andere, vergleichbare Mittel) werden sehr häufig gegen Muskel- und Nervenerkrankungen eingesetzt. Die Wirkung von Botulinum bei Bruxismus ist relativ einfach erklärbar: Botulinumtoxin wird in den überaktiven Muskel injiziert und entspannt ihn je nach Dosis mehr oder weniger stark. Wirksamkeit und Erfolge wurden in vielen wissenschaftlichen Studien mit langer Nachbeobachtungszeit bewiesen. Bei der Behandlung wird der Kaumuskel gedämpft (nicht gelähmt). Die willkürliche Muskelaktivität (Essen, Kausen...) wird kaum beeinflusst.
Lange Erfahrung mit Botulinum bei vielen Krankheitsbildern (Schwitzen, Faltenbehandlung, Kopfschmerzen ...) und eine spezielle Ausbildung sind zur Botoxbehandlung von Zähneknirschen notwendig. Wir setzen Botulinumtoxin nur in Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt/Kieferchirurgen als Teil eines Behandlungskonzepts ein. Die Behandlung ist sehr risikoarm. Bei kompetenter Anwendung sind keine ernsten Nebenwirkungen zu erwarten.
Botulinumtoxin ist eine überraschend einfache und wirksame Art der Behandlung von Zähneknirschen. Ein Behandlungsversuch bei hartnäckigem Zähneknischen lohnt sich immer.



