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Grauen Star mit Linsenimplantation behandeln: So geht's

Dr. Frieling-Reuß

von
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© Photographee.eu - fotoliaWer grauen Star hat, muss nicht für immer an eine Brille gebunden sein. (© Photographee.eu - fotolia)Linsenimplantationen bei Katarakt - erfordern Präzision im systematischen Abklärungs- und Auswahlprozess. Persönliche Lebensumstände, Hobbies und persönliche Gewohnheiten sind wichtig für eine „Entscheidung nach Maß“!

Muss die Nachricht, „ich sehe eine beginnende Katarakt bei Ihnen“ immer sehr negativ vom Patienten aufgenommen werden?

Eigentlich nein, denn die medizinischen Möglichkeiten sind heute sehr vielseitig. Im Standardlinsen-Bereich ist vieles besser geworden. Menschen, die seit Kindheit an die Brille gewöhnt sind, wünschen sich oft, diese Gewohnheit beibehalten zu können. Anders sieht es z.B. bei aktiven Menschen und solchen aus, die fast nie eine Brille tragen mussten und nun bei näherer Betrachtung der bestehenden Situation darin eine echte Chance sehen.

Denn mit einer Katarakt-OP steht die Tür offen, sich sein jugendliches Sehen mit einer individuellen Linsen-Lösung wieder weitgehend zurückholen zu können, z.B. auch indem keine Brille mehr nötig ist. Wichtig jedoch ist, dass die Kunstlinsen entsprechend für die vorliegenden Bedürfnisse ausgewählt und zudem vorliegende Vorteile und Nachteile der jeweiligen Linsen durch Diagnostik und operative Kunst ausgeglichen werden. Darauf kommt es insbesondere an.

Welche Linse ermöglicht dem Patienten, auf die Brille verzichten zu können und mit welcher wird der Patient voraussichtlich eine Brille für bestimmte Anlässe weitertragen müssen?

Brillenlos durchs Leben kommt man nach einer Linsenimplantation mit sogenannten Multifokallinsen. Das ist der Grund, warum sich diese Art von Premiumlinsen steigender Beliebtheit erfreut. Übrigens häufig bereits im Alterssegment zwischen 45 und 60 Jahren. Bei den richtigen Patienten ist dann ein brillenfreies Leben wirklich auf Dauer in den allermeisten Fällen möglich.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Etwa zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr beginnen sich die natürlichen Linsen einzutrüben. Der dadurch entstandene Graue Star ist somit eine normale altersbedingte Entwicklung. Wenn dann die körpereigene Linse ohnehin entfernt werden muss, kann man eine Standardlinse - Brille wird meist weiter benötigt - oder eine Premiumlinse in Form einer z.B. Multifokallinse implantieren lassen.

Der Patient sollte sich hierüber vorher aber genau informieren.

Individuelle Aufklärung für individuelle Patienten - Ist diese Vorgehensweise allgemein üblich?

Das ist schwer zu sagen.  Es gibt da sicherlich große Unterschiede in der Vorgehensweise zwischen den einzelnen chirurgischen Zentren. Jedenfalls gibt es sehr viele Patienten, die offensichtlich mehr Informationen und Beratung benötigen. Diese Patienten bitten deshalb um eine Zweitmeinung. Hier wird vom Patienten eine Lotsen- bzw. Leuchtturm-Funktion gegenüber dem Chirurgen gewünscht.

Ist es korrekt, dass die Implantation von Premiumlinsen ein größerer Prozess ist?             

Das ist richtig. Aber auch bei Standardlinsen ist bereits besondere Sorgfalt geboten, die individuellen Bedürfnisse der Patienten müssen auch hier erfragt und erfüllt werden.

Bei Premiumlinsen sind noch umfangreichere Voruntersuchungen erforderlich, um herauszufinden, ob der Patient und seine Augen für diese Sonderlinse geeignet sind. Und die Bedürfnisse und speziellen Lebensgewohnheiten der Patienten sollten stets konsequent erfragt werden. Denn es geht ja immer auch darum, die individuelle Lebensqualität (z.B. bei Sport und Spiel wie Golf, Reiten, Polo, Drachenfliegen, Skilaufen etc.) zu erhöhen, und jeder Patient möchte seine Sehleistung in anderen Bereichen verbessern.

Aus diesen Informationen können dann die passende Behandlungs-Option abgeleitet werden.

Welche Arten von Kunstlinsen gibt es heute und was kann man daraus ableiten?

Zunächst unterscheidet man zwischen Standardlinsen mit einem Brennpunkt (sogenannte Monofokallinsen) und Premiumlinsen mit mehreren Brennpunkten - sogenannte Multifokallinsen. Nach Einsatz von Monofokallinsen wird in der Regel immer noch eine Brille benötigt- für die jeweils nicht auskorrigierten Bereiche. Die neuste Generation der Multifokallinse, die trifokale Linse, hat drei Brennpunkte. Damit sind alle drei erforderlichen Entfernungen abgedeckt: Leseabstand, Computerabstand und die Ferne.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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