5 Ernährungstipps für Hashimoto-Patienten

Claudia Galler

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© Igor Mojzes - fotoliaHashimoto-Patienten sollten reichlich Gemüse zu sich nehmen! (© Igor Mojzes - fotolia)

Dürfen Hashimoto-Patienten Fisch essen? Wie steht es mit glutenhaltigen Lebensmitteln, Soja und Kohlgerichten? Die jameda Gesundheitsredaktion gibt wertvolle Ernährungstipps für Hashimoto-Patienten.
 

Wie beeinflusst die Ernährung eine Hashimoto-Thyreoditis?

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Abwehrzellen Schilddrüsengewebe angreifen und zerstören. Diese chronische Entzündung führt langfristig zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, die eine Vielzahl von Symptomen wie Übergewicht, Müdigkeit, Haarausfall, trockene Haut, Gelenkschmerzen, Heiserkeit und Verstopfung hervorbringen kann.

Behandelt wird die Erkrankung mit Schilddrüsenhormonen. Die Ernährung muss ausgewogen sowie kalorienbewusst sein, damit alle Körperfunktionen reibungslos ablaufen können und Übergewicht vorgebeugt wird. Auch dürfen Bestandteile der Nahrung die Funktion der Schilddrüse nicht behindern - Unverträglichkeiten und Allergien müssen bedacht werden.

Die Schilddrüsenhormone als Basis einer guten Hormoneinstellung werden morgens auf nüchternen Magen mit einem Glas Leitungswasser eingenommen, die gleichzeitige Aufnahme von Nahrung und Getränken wie Kaffee und Tee würden die Wirkung der Medikamente behindern.
 

Kalorienbewusst, ausgewogen und reich an Antioxidantien
Günstig für Hashimoto-Patienten ist eine Ernährung mit viel Vollkorn, Gemüse, Milchprodukten sowie magerem Fleisch und Fisch. Sie liefert weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Eiweiß und Ballaststoffe. Hashimoto-Patienten sollte auf reichlich Antioxidantien achten, die freie Radikale abwehren und Entzündungsreaktionen eindämmen, z.B. Eisen, Selen, Zink, Flavonoide, Vitamin C und E sowie ungesättigte Fettsäuren z.B. Omega-3-Fettsäuren.

Betroffene sollten außerdem nicht rauchen und Alkohol nur in Maßen trinken.
 

Vorsicht bei Lebensmitteln, die die Schilddrüse stören
Nahrungsmittel, die die Aufnahme von Jod und die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen, sollte man weglassen oder nur eingeschränkt genießen. Dazu gehören z.B. Soja, Kichererbsen, Kohlsorten, Hirse, Mais, Raps, Senf, Mandeln und Erdnüsse.
 

Hohe Mengen an Jod meiden

Hashimoto-Patienten sollten keine jodhaltigen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen und auf Lebensmittel mit hohem Jodanteil wie z.B. Algen, Seetang und Sushi verzichten, da Jod in hohen Dosen die Entzündung der Schilddrüse anregen kann. Jodiertes Speisesalz kann man in der Regel ohne Einschränkung verwenden, auch Fischgerichte ein bis zwei Mal pro Woche werden gut vertragen. Patienten, die aber empfindlich auf Jod reagieren, sollten sich auch hier einschränken.
 

Eine glutenfreie Ernährung ist nicht erforderlich
Ein Zusammenhang zwischen Hashimoto und Glutenunverträglichkeit konnte bisher nicht festgestellt werden. Personen, die jedoch positiv auf eine glutenarme oder –freie Ernährung reagieren, können diese bevorzugen. Auch andere Unverträglichkeiten wie z.B. gegen Histamin, Laktose und Fruktose sowie Allergien müssen herausgefunden und bei der Ernährung beachtet werden.
 

Leckere Rezepte bei Hashimoto
Ein Menü, bei dem auch Hashimoto-Patienten schlemmen können – guten Appetit!
 

                 Grüner Salat mit Orange und Gurke, angerichtet mit Orangen-Olivenöl-Dressing

                                       (Vitamin C und E, ungesättigte Fettsäuren)

 

                                                                 ***

                            Lachs aus dem Atlantik, dazu Vollkornreis und grüne Bohnen

                                  (Protein, ungesättigte Fettsäuren, nicht zu viel Jod)

                                                                oder

                                  Rinderleber mit Apfelringen und Vollkornspätzlen

                                       (Protein, Eisen, Zink, Selen, Vitamin C)

 

                                                                 ***

                                           Quarkspeise mit gemischten Beeren

                                         (Protein, Vitamin C, Eisen, Flavonoide)

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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