Scheidentrockenheit, Schmerzen, Juckreiz: Hilfe bei vaginaler Atrophie in den Wechseljahren

Eine Behandlung der Scheidenatrophie kann Probleme beim Geschlechtsverkehr mindern (© WavebreakMediaMicro - fotolia)

Rund vier bis fünf Jahre nach der Menopause – manchmal auch schon früher – entwickeln 25 - 50 % der Frauen eine vaginale Atrophie. Das bedeutet: Durch die Hormonumstellung glättet sich die Scheidenwand, manchmal kommt es auch zu typischen Symptomen wie Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Das ist immer noch ein Tabuthema. Nur jede vierte Betroffene holt sich ärztliche Hilfe, obwohl sich 40 % in ihrer Lebensqualität eingeschränkt fühlen.

Ursachen und typische Symptome der vaginalen Atrophie

In den Wechseljahren produzieren die Eierstöcke immer weniger Östrogene. Die Folge: Die sogenannten Epithelfalten, mehrschichtiges Gewebe an der Scheidenwand, baut sich langsam ab und die Bakterienbesiedlung der Vagina ändert sich. Das wiederum kann zu verschiedenen Symptomen führen.

Mögliche Anzeichen der vaginalen Atrophie:

  • Scheidentrockenheit: Rund 75 % der Frauen mit vaginaler Atrophie sind davon betroffen. Denn Frauen haben nach der Menopause nur noch 40 % des Vaginalsekrets, das vorher zur Verfügung stand.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (bei ca. 38 %)
  • Juckreiz und Schmerzen in der Scheide (bei ca. 15 %)
  • Blutungen
  • Harnwegsinfektionen
  • gestörte Blasenentleerung
  • Inkontinenz
  • Geschwürbildung

Übrigens sind nicht nur Frauen von Scheidenatrophie betroffen, die sich gerade in den Wechseljahren befinden. Auch etwa 25 % der jungen Frauen, die die Pille nehmen, leiden darunter.

Die lokale Hormontherapie ist nicht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. (© offstocker - fotolia)
Wie sieht die Standardtherapie aus?

Da die Symptome nicht von selbst verschwinden und oft noch zunehmen, ist eine Behandlung häufig sinnvoll. Die Leitlinie zur Menopause empfiehlt die Östrogentherapie, wenn keine weiteren Erkrankungen vorliegen.

Die lokal-vaginale Hormontherapie ist genauso effektiv wie eine systemische Medikamentengabe, die den ganzen Organismus beeinflussen kann. Nur letztere ist mit den häufig zitierten schweren Risiken wie Brustkrebs oder Hirninfarkten verbunden. Die lokale Östrogentherapie gilt als sicher, weil die Dosis sehr niedrig ist. Dennoch ist sie effektiv. Allerdings fehlen aktuell Langzeitdaten. 

Manche Betroffene wünschen sich dennoch eine Alternative zur Standardtherapie mit Hormonen. Welche Möglichkeiten gibt es?

Gleitmittel, Medikamente und Laser

Gleitmittel können helfen, Scheidentrockenheit auszugleichen. Seit 2015 gibt es außerdem einen neuen Wirkstoff. Ospemifen ist bei mittleren bis schweren Beschwerden einer vaginalen Atrophie zugelassen. Allerdings gibt es noch keine Aussagen darüber, welche Vor- und Nachteile dieser Wirkstoff gegenüber der Standardtherapie hat.

Ein weiteres relativ neues Verfahren gegen die Symptome der urogenitalen-vaginalen Atrophie ist die Laserbehandlung. Der Laser nutzt infrarote Strahlen, um die Regeneration des Gewebes anzuregen. Die Folge: Die Scheidenwand wird elastischer und feuchter. Im Gegensatz zu Östrogenen dringt der Laser in tiefe Hautschichten ein, wobei nur ein minimales Trauma der oberen Hautareale entsteht.

Fakten zur Laserbehandlung

Indikation: neben vaginaler Atrophie weitere Beschwerden wie Inkontinenz und erschlafftes Vaginalgewebe
Schmerzen: keine
Narkose: nicht erforderlich
Behandlungsdauer: z.B. 3 Monate (bei einer Sitzung pro Monat)
Verhaltenstipps nach der Behandlung: kein Geschlechtsverkehr und keine Tampons in den ersten sieben Tagen 
Ergebnis: Die Symptome lassen sich i.d.R. nach drei Sitzungen deutlich lindern. Eine Behandlung zur Auffrischung wird einmal jährlich zur Aufrechterhaltung des verbesserten Befundes empfohlen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (10)

Heike S., 06.01.2021 - 07:59 Uhr

Eine Frage, wie wird die Laserbehandlung durchgeführt, wie lange dauert eine Sitzung und ist die Behandlung schmerzhaft? Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

Antwort von Dr. Tatiana von Bayern - Privatpraxis, verfasst am 08.01.2021

Liebe Frau S., vielen Dank für Ihre Fragen. Bei der Behandlung wird ein Handstück in die Vagina eingeführt, mit dem Zone für Zone behandelt werden kann. Hierfür wird der Laserstrahl aktiviert und das Handstück gedreht, bis eine Drehung von 360° erreicht wurde. Anschließend wird das Handstück einen Zentimeter zurückgezogen und die nächste Zone wird behandelt. Die Behandlung dauert ca. 10–30 Minuten, wobei mehrere Behandlungen notwendig sein können. Diese Form der Behandlung ist schnell und weitgehend schmerzarm. Mit den besten Wünschen für Sie! Mit freundlichen Grüßen, Dr. Tatiana von Bayern

Thomas W., 19.09.2020 - 11:57 Uhr

Hallo ich suche für meine Frau einen Gynäkologen, oder evtl. auch Heilpraktiker, der eine vaginale Laserbehandlung anbietet. Meine Frau leidet unter trockener Schleimhaut (Wechseljahre) Hormone lehnt Sie ab und sonst alles versucht. Leider ohne Erfolg. Ich möchte keine Arztempfehlung, sondern nur 2 oder 3 Adressen in unserer Nähe, die eine Lasertherapie anbieten. Ich habe schon versucht etwas im Internet herauszufinden, leider ohne Erfolg. Freundliche Grüße Thomas W. aus 74074 Heilbronn

Antwort von Dr. Tatiana von Bayern - Privatpraxis, verfasst am 14.10.2020

Lieber Herr W, persönlich kann ich Ihnen leider keinen Behandler für Ihre Frau empfehlen und kann Sie daher - wie bei den Fragen zuvor - auch nur auf die Google-Suche verweisen. Geben Sie dazu das für Sie passende Schlagwort aus meinem Artikel + den Ort (z.B. Vaginalstraffung in Heilbronn) einfach bei Google ein und recherchieren Sie nach einem Behandler. Sollte für Ihre Frau auch eine Behandlung in München in Frage kommen, können Sie sich für Details gerne in unserer Praxis melden! Alles Gute für Sie und Ihre Frau! Mit freundlichen Grüßen, Dr. Tatiana von Bayern

R.H, 18.09.2020 - 09:24 Uhr

Suche Vaginal Laeser in Offenbach , Frankfurt oder Raum MTK eine weibliche Ärtztin habe problem beim Sex seit meinen Geburten.....

Antwort von Dr. Tatiana von Bayern - Privatpraxis, verfasst am 14.10.2020

Liebe Patientin, ich kann Ihnen hierzu leider keinen persönlichen Tipp geben. Recherchieren Sie gerne nach einem Behandler in Ihrer Nähe, indem Sie bei Google das für Sie passende Schlagwort aus meinem Artikel + den Ort (z.B. Vaginalstraffung in Frankfurt) eingeben. Ich hoffe, dass Sie so einen passende Ärztin für Sie finden. Sollte eine Behandlung für Sie in meiner Praxis in München in Frage kommen, können Sie uns selbstverständlich auch gerne kontaktieren. Mit den besten Wünschen für Sie! Mit freundlichen Grüßen, Dr. Tatiana von Bayern

Ante-Tillmanns D., 02.04.2020 - 22:05 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren , gibt es Behandlungen in Mülheim a.d. Ruhr oder Umgebung? Was kostet die Behandlung ? Übernimmt die Barmer Ersatzkasse die Kosten ?

Antwort von Dr. Tatiana von Bayern - Privatpraxis, verfasst am 15.05.2020

Liebe Patientin, persönlich kann ich Ihnen leider keinen Behandler empfehlen und verweise Sie daher - wie bei der Frage davor - auch auf die Google-Suche. Geben Sie dazu das für Sie passende Schlagwort aus meinem Artikel + den Ort einfach bei Google ein und recherchieren Sie nach einem Behandler. Für eine Kostenübernahme ist es auf jeden Fall ratsam, an die Krankenkasse bereits im Voraus heranzutreten. So können Sie zusammen mit Ihrem Behandler und der Krankenkasse klären, ob eine Übernahme möglich ist - bei einigen privaten Krankenkassen ist dies möglich. Eine pauschale Aussage zu den Kosten der Behandlung ist leider nicht möglich, da es verschiedene Systeme gibt und sich die Behandlung von Fall zu Fall in Länge, Dauer etc. unterscheiden kann. Alles Gute für Sie! Mit freundlichen Grüßen, Dr. Tatiana von Bayern

H. Lambrecht, 04.10.2018 - 17:04 Uhr

Zahlt die DAK die Laser Infrarotbestralung der Scheide? Kennen Sie einen Kollegen, der diese in Hamburg möglichst in der Nähe von 22559 Hamburg auch ausführen kann? Im Vorraus vielen Dank Lambrecht

Antwort von Dr. Tatiana von Bayern - Privatpraxis, verfasst am 09.10.2018

Liebe Patientin, ich persönlich kenne keinen Behandler in Hamburg und kann Ihnen daher keine Empfehlung aussprechen. Da es verschiedene Lasersysteme gibt, empfehle ich Ihnen jedoch, über Google nach einem Behandler (Schlagwort aus dem Artikel + Ort) zu recherchieren. Aktuell ist eine Kostenübernahme von einigen privaten Krankenkassen möglich. Es ist daher auf jeden Fall ratsam, die Kostenfrage bereits im Vorfeld mit Ihrem Arzt und der entsprechenden Krankenkasse zu klären. Mit freundlichen Grüßen Dr. Tatiana von Bayern

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