Ekzeme

Dr. Gündogan

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© Monkey Business fotolia© Monkey Business fotoliaAls Ekzem bezeichnet man einen entzündlichen Hautausschlag, der meist mit Juckreiz verbunden ist und durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Ekzeme weisen bestimmte Entwicklungsstadien auf. Zunächst tauchen rote und scharf begrenzte Hautstellen auf, dann bilden sich juckende Bläschen. Wenn diese aufplatzen, beginnt der Ausschlag zu nässen. Danach entstehen Krusten und Schuppen. Die drei Ekzeme, die am häufigsten auftreten, sind das allergische Ekzem, das toxische Ekzem, und das atopische Ekzem (Neurodermitis).

Das allergische Ekzem
Nickel gehört zu jenen Kontaktallergenen gegen die in allein in Deutschland an die vier Millionen Menschen allergisch sind. Gerade Modeschmuck geriet dadurch in Verruf, weil er oftmals Nickel enthielt. Heute sind die Schmuckstücke in der Regel deutlich als „nickelfrei“ gekennzeichnet, im Abgrenzung zu jenen, die das Metall enthalten. Aber auch auf Parfums und Pflegeprodukte, bzw. Kosmetik im Allgemeinen reagieren ca. drei Millionen Menschen mit Hautausschlägen.
Ein sogenannter Epikutan-Test, den Sie in Ihrer dermatologischen Facharztpraxis durchführen lassen können, kann Gewissheit bezüglich einer möglichen Allergie auf bestimmte Stoffe bringen. Ihre Haut wird hierbei mittels eines Pflasters mit verschiedenen Substanzen konfrontiert. Sollte nach zwei bis vier Tagen keine Reaktion erfolgen, deutet das nicht auf eine Allergie hin. Eine Art Beschwerdetagebuch hilft zudem dabei, Hautreaktionen bestimmten Tätigkeiten oder Kosmetika zuzuordnen. Eine strikte Meidung der identifizierten Allergene ist natürlich immer die beste Therapie.

Das toxische Ekzem
Ein klassisches akutes Ekzem ist der Sonnenbrand, bedingt durch die UV-Einstrahlung. Lösungsmittel und Säuren, Seifen und Laugen gehören zu den chemischen toxischen Stoffen. Ein weiteres akut-toxisches Ekzem entsteht durch Verätzung, meist im Arbeitsumfeld. Schützende Arbeitskleidung inklusive Handschuhe sollte daher konsequent getragen werden, wenn man giftigen Substanzen ausgesetzt ist.
In der Hautmedizin unterscheidet man akute und chronische Ekzeme. Letztere entwickeln sich kontinuierlich über einen langen Zeitraum wie etwa das „Hausfrauen-Ekzem“. Ständiges Putzen mit unnötig aggressiven Allzweckreinigern, weil die Werbung uns glauben machen möchte, dass ohne diese nichts wirklich hygienisch sauber wird, begünstigen diese Form des Ekzems. Chronische Ekzeme können im Laufe des Lebens eine Neurodermitis (atopisches Ekzem) hervorrufen.

Wie kann man Ekzeme behandeln?
Prinzipiell ist die beste Langzeittherapie immer die Meidung sämtlicher Stoffe, die ein Ekzem ausgelöst haben. Wenn man diesen Substanzen hauptsächlich im Beruf ausgesetzt ist, muss sorgfältig auf entsprechende Schutzkleidung geachtet werden.
Ekzeme können kurze Zeit mit Kortison-Salben behandelt werden. Bei ausgeprägtem Juckreiz können zusätzlich Antihistaminika sowie Kortison in Tablettenform eingenommen werden. Bei sehr heftigen atopischen Ekzemen können Medikamente verabreicht werden, die das Immunsystem unterdrücken, welches sich gegen die auslösenden Stoffe wehrt. Allerdings gehört eine erhöhte Infektanfälligkeit während der Einnahme zu den Nebenwirkungen.

Sind Ekzeme gefährlich?
Gefährlich sind sogenannte bakterielle Superinfektionen. Das bedeutet im konkreten Fall, dass ein nässendes Ekzem noch zusätzlich von Bakterien besiedelt werden könnte. Durch das Aufkratzen von juckenden Stellen kann dies sehr leicht geschehen, und gerade Patienten mit Vorerkrankungen sollten sehr vorsichtig sein und sich regelmäßig beim Hautarzt vorstellen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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