Sonne und Hautfarbe: Warum Hellhäutige besonders aufpassen müssen

Claudia Galler

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©Dmitrijs Dmitrijevs-Fotolia©Dmitrijs Dmitrijevs-FotoliaHellhäutige Menschen bekommen sehr schnell einen Sonnenbrand. Warum sie von Natur aus wenig gegen die Strahlung der Sonne geschützt sind, erklärt die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

Sonnenbrand, Falten und Hautkrebs durch Strahlung der Sonne
Die Sonne spendet Wärme, wirkt stimmungsaufhellend und bildet Vitamin D in der Haut, ihre Strahlung kann jedoch auch zu Hautschäden führen. Die UV-A-Strahlung der Sonne bräunt die Haut, führt aber gleichzeitig zu Falten und frühzeitiger Hautalterung. UV-B-Strahlen rufen Sonnenbrand mit Rötung und Blasenbildung hervor. Beide Strahlungstypen können Hautkrebs auslösen. Die Wärmestrahlung der Sonne (Infrarot-A, IR-A) kann schädliche Radikale bilden, die die Haut vorzeitig altern lassen.

Menschen mit heller Haut gehören zu Pigmentierungstyp I oder II
Betrachtet man die Haut eines Menschen, unterscheidet man sechs Pigmentierungstypen. Hauttyp I hat eine sehr helle Haut, die überaus empfindlich ist, schnell einen Sonnenbrand bekommt und nie bräunt. Diese Personen haben oft rötliche Haare und helle Augen. Menschen vom Typ II haben ebenfalls helle Haut, oft mit Sommersprossen, und helles Haar. Sie bräunen sehr langsam und nur wenig, schnell haben sie einen Sonnenbrand. Typ III besitzt mittelhelle Haut und braune Haare, er bräunt langsam, Hauttyp IV hat dunkle Augen und Haare, die Haut wird in der Sonne tiefbraun. Zu den Hauttypen V und VI zählen Menschen mit sehr dunkler, stark pigmentierter Haut, beispielsweise arabischer, indischer oder afrikanischer Herkunft. Ihre Haut ist wenig sonnenempfindlich, sie bekommt selten einen Sonnenbrand.

Was unterscheidet helle Haut von dunkler Haut?
Der Pigmentierungsgrad der Haut hängt davon ab, wie viel Hautfarbstoff Melanin gebildet wird. Beim Melanin unterscheidet man nochmals in Eumelanin und Phäomelanin. Eumelanin wird von dunklerer Haut reichlich produziert, es kann UV-B-Strahlen und freie Radikale in gewissem Umfang unschädlich machen. Hellhäutige Menschen bilden in der Haut dagegen Phäomelanin, einen Hautfarbstoff, der nur gering gegen Sonneneinstrahlung schützt. So bestimmt der Pigmentierungsgrad der Haut auch die Eigenschutzzeit, also die Zeitdauer, die ein Mensch in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Bei hellhäutigen Menschen ist diese Zeit schon nach etwa 10 Minuten (Typ I) bzw. 20 Minuten (Typ II) aufgebraucht.

Welchen Lichtschutzfaktor, wie viel Sonnenmilch, wie oft nachcremen?
Hellhäutige Menschen sollten Sonnenprodukte mit einem hohen (30-50) bis sehr hohen (50+) Lichtschutzfaktor wählen. Am besten cremt man sich morgens ein, mindestens aber 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne. Für den ganzen Körper benötigt man dazu etwa 30-40 ml Sonnenmilch. Vor allem nach dem Baden und starkem Schwitzen sollte man nachcremen, um den Schutz zu erhalten.

Sonnentipps, nicht nur wichtig für Hellhäutige:

  • Die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden.
  • Kleinkinder und Säuglinge sollten sich nicht in der direkten Sonne aufhalten.
  • Sonnenschutz durch Kleidung: Während ein Baumwollhemd etwa einem LSF von 10 entspricht, kann speziell imprägnierte Kleidung einen UV-Schutz von 20 bis 80 bieten. Ein Sonnenhut sollte auch die Stirn, Ohren und Nacken schützen.
  • Sonnenbrille mit UV-Schutz verwenden.
  • Schatten schützt nur bedingt, deshalb auch hier Sonnenschutz auftragen.

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