Homocystein - wenig bekannter Risikofaktor mit großer Bedeutung

Dr. Tschebiner

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© Kzenon - fotoliaRisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Probleme (© Kzenon - fotolia)Ein altes medizinisches Sprichwort sagt: "Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße." Zu Recht, denn wenn unser Herz-Kreislauf-System und die Blutgefäße nicht mehr normal funktionieren, werden unsere Organe nur noch unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen kommen.

Zustand der Blutgefäße ist entscheidend

Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt nehmen in der Todesfall Statistik seit Jahren den ersten Platz ein. Bei annähernd der Hälfte aller Todesfälle (46 Prozent) spielt der Zustand der Blutgefäße eine entscheidende Rolle. Die wichtigsten Ursachen sind bekannt und lassen sich durch eine Änderung der Lebensweise positiv beeinflussen und bei Bedarf mit spezifischen Medikamenten gut behandeln. Es sind die klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Es bilden sich Ablagerungen in den Gefäßen, die den Blutfluss zunehmend erschweren und letztlich dann zu schweren Komplikationen führen können. Die betroffenen Organe sind vor allem Herz (Infarkt) und Gehirn (Schlaganfall). Weniger bekannt ist es, dass die Arteriosklerose auch die Durchblutung der Beine (Schaufensterkrankheit) und des Penis (Impotenz) deutlich verringern kann.

Die Risikofaktoren beachten

Eine bereits eingetretene Arteriosklerose lässt sich nicht heilen, nur Vorbeugung kann die Erkrankung verhindern. Deshalb sollten alle in Frage kommenden Risikofaktoren vermindert werden - je früher, desto besser.

Ein wenig bekannter, in den letzten Jahren durch Studien belegter wichtiger Risikofaktor ist die Erhöhung des Homocystein im Blut. Diese Aminosäure kann sich im Blut krankhaft anreichern, wenn zu wenig Vitamin B6, B 12 oder Folsäure aus der Nahrung aufgenommen werden. Dies ist bei der heutigen Ernährung leider häufiger der Fall als früher.

Es entstehen keine offensichtlichen, bemerkbaren Symptome durch erhöhte, krankhafte Werte. Deshalb erscheint die Nüchtern-Bestimmung des Homocystein-Spiegels und ggf. von Folsäure und Vitamin B 12 aus dem Blut eine sinnvolle vorbeugende Maßnahme ab dem 50. Lebensjahr.

Die Behandlung ist einfach und erfolgt durch Gabe von Folsäure und Vitamin B 12. In den meisten Fällen kann hierdurch bereits eine Normalisierung der Werte und damit eine Verminderung des Atheroskleroserisikos erreicht werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


25.04.2015 - 11:22 Uhr

Warum wird in diesem Artikel der Wert nicht...

von Bernd

... angegeben? Wie hoch sollte der Homocystein-Wert sein? Diese Frage, die sich aufdrängt, wird nicht beantwortet! (Der von Fachärzten angegebene Wert von 8-10 sollte mit 6-8 unterschritten werden!)

Dr. Tschebiner

Antwort vom Autor am 29.04.2015
Dr. med. Harry Tschebiner

Sie haben Ihre Frage ja netterweise bereits selbst beantwortet! Ich habe das bewusst nicht getan, da es je nach Labor verschiedene Referenzbereiche gibt und deshalb ein konkreter Normbereich ggf. nur Verwirrung stiftet. Sinnvollerweise sollte ein Patient dies bei einem Arzt seines Vertrauens im Rahmen einer Beratung erfragen.


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