Scharlach: Akute Beschwerden lindern und Spätfolgen vermeiden

Claudia Galler

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© 4774344sean - iStock© 4774344sean - iStockEine akute Scharlacherkrankung geht oft mit Fieber, Ausschlag und Halsschmerzen einher, gefürchtete Spätfolgen sind rheumatisches Fieber und Entzündungen am Herzen. Über Ursachen, Symptome und Behandlung von Scharlach berichtet die jameda Gesundheitsredaktion in diesem Gesundheitstipp.

An Scharlach kann man mehrmals erkranken
Scharlach ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem im Kleinkind- und Schulkindalter auftritt. Auslöser sind Streptokokken der Serogruppe A, v. a. Streptokokkus pyogenes. Die Keime werden beim Sprechen, Husten und Niesen durch Tröpfchen übertragen. Sie bilden verschiedene Giftstoffe (Scharlachtoxine), die die roten Blutkörperchen des Menschen angreifen und den für Scharlach typischen Hautausschlag hervorbringen. Nach überstandener Krankheit ist man gegen das betreffende Toxin lebenslang immun, nicht jedoch gegen andere Arten von Scharlachtoxinen. Auf diese Weise kann man mehrmals im Leben an Scharlach erkranken.

Charakteristische Anzeichen: Himbeerzunge und Milchbart
Scharlach beginnt mit plötzlichem hohen Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Halsschmerzen. Kleinkinder leiden oft auch unter Bauchschmerzen und Erbrechen. Der Rachen ist rot und entzündet, die Mandeln sind geschwollen und eitrig belegt. Auch auf der Zunge bilden sich weißgelbe Beläge, die sich nach drei bis vier Tagen ablösen. Danach ist die Zunge glänzend rot („Himbeerzunge“). Ein typischer roter Ausschlag kann sich über den ganzen Körper ausbreiten, im Gesicht sind die Wangen rot, der Bereich um Mund und Kinn bleibt jedoch verschont („Milchbart“). Nach 14 Tagen schält sich die Haut, vor allem an Händen und Füßen. Bei Scharlach kann es zu schweren Verläufen mit ausgeprägten Symptomen kommen, es gibt aber auch milde Formen, die sich lediglich mit einer mehr oder weniger starken Rachen-/Mandelentzündung zeigen.

Komplikationen durch späte Abwehrreaktion des Immunsystems
Scharlachinfektionen können ernste Komplikationen auslösen. Breiten sich die Erreger über den Rachenraum hinaus aus, ist eine Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenvereiterung möglich. Durch eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen die Erreger können zwei bis vier Wochen nach überstandener Krankheit rheumatisches Fieber mit nachfolgender Entzündung der Herzinnenhaut oder Nierenstörungen (Glomerulonephritis) auftreten. Selten ereignet sich ein STSS (Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrome), bei dem die Giftstoffe ins Blut gelangen und Fieber, Blutdruckabfall, Kreislauf- und Organversagen auslösen.

Hilfe gegen Scharlach: Antibiotika, Bettruhe und flüssige Nahrung
Um Spätfolgen zu verhindern, sollte Scharlach antibiotisch behandelt werden. Mittel der Wahl ist Penicillin V, bei Penicillin-Allergie eignen sich Erythromycin oder Clarithromycin. Gegen die Halsschmerzen helfen lokal betäubende Lutschtabletten, Sprays oder Gurgellösungen. Salbei- und Kamillentee wirken antientzündlich. Gegen Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber können kurzfristig Schmerzmittel gegeben werden. Flüssige oder breiige Nahrung erleichtert das Schlucken. Um Ansteckung zu vermeiden, sollte man nicht kuscheln, regelmäßig die Hände waschen und kein gemeinsames Geschirr benutzen. Die Gefahr der Ansteckung beginnt etwa einen Tag vor Auftreten der Symptome und endet 24 Stunden nach der ersten Antibiotikagabe.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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