Da stimmt doch was nicht – Weißen Hautkrebs in der Klinik behandeln?

Weißer Hautkrebs ist eine Erkrankung, von der überwiegend ältere Menschen betroffen sind. (© Fotosmurf03 - iStock)

Der weiße Hautkrebs ist auf dem Vormarsch. In den letzten 10 Jahren verdoppelten sich die Krankheitsfälle – hauptsächlich durch die lebenslange UV-Belastung.

Aber eine Nachricht macht besonders stutzig: Die stationären Behandlungsfälle hätten sich vervierfacht, seien also doppelt so viel angestiegen wie die Krankheitsfälle.

Wie kann man diesen Anstieg erklären?

Zum einen mit einem Blick auf das gestiegene Lebensalter. Die Menschen werden immer älter, weil zum Beispiel die medizinischen Möglichkeiten zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen inzwischen besser sind.

Außerdem hat sich das Bewusstsein in der Bevölkerung, die Haut zu schützen und die Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen zu nutzen, verbessert. 

So erklärt man sich, dass mehr Fälle von weißem Hautkrebs auftreten, entdeckt werden und dann behandelt werden sollen. Die beste Therapie des weißen Hautkrebses ist auch nach den neuesten empfohlenen Richtlinien die radikale chirurgische Entfernung mit einer Operation.

Der helle Hautkrebs entsteht überwiegend im Gesicht, weil hier immer Licht hinkommt. Den Krebs und einen gewissen Sicherheitsabstand wegschneiden zu müssen, hinterlässt erstmal einen ganz schön großen Hautdefekt, der wieder verschlossen werden sollte. Das ist gerade im Gesicht besonders an der Nase, in der Nähe zum Auge oder an der Kopfhaut, wo man nicht einfach Nadel und Faden nehmen und zuzurren kann, nicht so einfach.

Aber muss das denn im Krankenhaus stationär behandelt werden?

Die Erfahrung zeigt, dass Patienten eine solche Operation in sehr vielen Fällen ambulant und in örtlicher Betäubung sehr gut vertragen. Auch die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten, die gerade ältere Menschen häufig wegen ihrer Herz-Kreislauf-Erkrankungen einnehmen müssen, stellt keinen Hinderungsgrund da. Solange vorher alles sorgfältig vorbereitet und mit dem Hausarzt oder Kardiologen abgesprochen wird, spricht nichts gegen die Operation.

Regelmäßig hören wir Berichte darüber, dass die Zahl der Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen zunimmt. Auch der Verlauf der Krankheit verschlimmert sich und es kommt sogar zu Todesfällen. Diese schwierig bis unmöglich zu behandelnden Infektionen betreffen vor allem ältere Menschen. Und die meisten Ansteckungen mit diesen Keimen finden in Krankenhäusern statt.

Also wäre es durchaus sinnvoll, für eine Operation von weißem Hautkrebs nicht unbedingt ins Krankenhaus gehen zu müssen und sich lieber ambulant behandeln zu lassen.

Und die meisten Menschen sind doch froh, wenn sie abends in ihrem eigenen Bett schlafen und in heimischer Umgebung gesund werden können.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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