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Peniskarzinom: Auf Hautveränderungen achten!

Claudia Galler

von
verfasst am

© keithpix_istockphoto.com© keithpix_istockphoto.comPeniskrebs tritt in Deutschland sehr selten auf. Was Mann dennoch über Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorsorge von Peniskrebs wissen sollte, berichtet dieser jameda Gesundheitstipp.

Peniskarzinom: Vor allem Vorhaut und Eichel sind betroffen
In 95% der Fälle ist Peniskrebs ein Krebs der obersten Hautschichten (Plattenepithelkarzinom). Er tritt vor allem an Eichel und Vorhaut auf, kann sich aber auch ausbreiten auf Schwellkörper, Harnröhre, die Lymphknoten der Leisten und des Beckens. In den wenigsten Fällen streut er über die Blutbahn in weiter entfernte Organe des Körpers. Andere Tumorarten wie Basaliome, maligne Melanome oder Weichteiltumore sind bei Peniskrebs selten.

Wie erkennt man Peniskrebs?
Peniskrebs wird durch Hautveränderungen sichtbar, die leicht als schlecht heilende Wunden missgedeutet werden können. Dabei gelten Leukoplakie (weiße Hautstellen) und Erythroplasie Queyrat (gerötete wunde Hautareale) als Vorstufen des Peniskarzinoms. Im fortgeschrittenen Stadium können Ausfluss und Blutungen auftreten. Zur Diagnosestellung tastet der Arzt die Genitalien und umliegende Lymphknoten ab. Ein Blutbild wird erstellt, bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder Ultraschall machen Gewebe sichtbar, eine Gewebeprobe wird im Labor histologisch untersucht.

Mangelnde Hygiene und HPV-Infektionen gelten als Risikofaktoren
Die Entstehung von Peniskrebs ist noch nicht vollständig geklärt. Als Risikofaktoren werden jedoch Rauchen, wiederkehrende Entzündungen am Penis, übermäßige UV-Strahlung, mangelnde Genital- und Sexualhygiene und eine Infektion mit sexuell übertragbaren Humanen Papilloma-Viren (HPV) angesehen. Wird die Hygiene vernachlässigt, können sich zusammen mit dem Smegma (Vorhauttalg) Bakterien und Viren unter der Vorhaut am Ansatz der Eichel sammeln. Entzündungen und Reizungen lassen die Haut anfälliger werden, Viren wie HPV können leichter in die Haut eindringen. Bei einer Vorhautverengung (Phimose) kann die Hygiene erschwert sein, so dass sich das Risiko für Krebs dadurch erhöht. Bei im Säuglingsalter beschnittenen Männern tritt Peniskrebs äußerst selten auf, da die Vorhaut entfernt wurde.

Am häufigsten erkranken Männer um die 60
Peniskrebs ist mit 600 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland selten. Zum Vergleich: An Prostatakrebs erkranken jährlich etwa 60.400 Männer, an Gebärmutterhalskrebs 4.900 Frauen. Am häufigsten erkranken Männer ab dem 60. Lebensjahr an Peniskrebs.

Je früher die Behandlung, desto chancenreicher
Kleine Tumore werden operativ entfernt. Bei fortgeschrittenen Karzinomen kann eine (Teil-) Amputation nötig sein. Lymphknoten werden gegebenenfalls entfernt. Stahlen- und Chemotherapie kommen bei nicht operablen Tumoren zum Einsatz. Die Vorstufen des Peniskarzinoms können mit Laser- oder Kältebehandlung entfernt werden. Es können auch Cremes mit immunmodulierenden Wirkstoffen oder Zytostatika aufgetragen werden.

„Wasser & Seife“ sowie jährliche Vorsorgeuntersuchungen
Zur Intim- und Sexualhygiene gehört die gründliche regelmäßige Reinigung der Eichel bei vollständig zurückgezogener Vorhaut. Eine Vorhautverengung wird meist schon im Kindesalter operativ behandelt. Männer ab 45 sollten die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Urologen wahrnehmen. Dabei tastet der Arzt die Genitalien auf Veränderungen ab, auch Prostata und After, sowie Haut und oberflächliche Lymphknoten werden geprüft. Eine regelmäßige Selbstuntersuchung ergänzt den Arztbesuch.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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