Erektionsstörungen & Krampfadern: mögliche Behandlungen

Dr. Fuchs

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© Monkey Business - fotoliaAuch Männer sollten Krampfadern regelmäßig untersuchen lassen – besonders bei Erektionsproblemen. (© Monkey Business - fotolia)Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie in Münster im September wurde über den Einfluss der Behandlung von gleichzeitig vorhandenen Krampfadern auf die erektile Funktion berichtet.

Herr Privatdozent Dr. Cordes aus der Urologischen Universitätsklinik der Stadt Lübeck berichtete über Ergebnisse aus einer Studie zum „Einfluss der Behandlung von Stammvarizen endoluminal auf die erektile Funktion und die Tumeszenz der Glans Penis“.

Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Für die Verdeutlichung muss darauf hingewiesen werden, dass die arterielle Durchblutung und die venösen Schwellkörper einen äußerst wichtigen Einfluss auf die Abläufe bei einer Erektion haben. Patienten mit einer arteriellen Durchblutungsstörung im Beckenbereich und Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma können deutliche Erektionsstörungen bis hin zum Verlust beklagen.

Diese Krankheitsbilder gehören durch einen Gefäßchirurgen diagnostiziert und behandelt. Weitere Informationen finden sich in der Literatur unter den Keywords „Bauchaortenaneurysma“ und „periphere arterielle Verschlusskrankheit“.

Dass eine chronische venöse Insuffizienz, also Krampfadern, auch im Zusammenhang mit einer erektilen Dysfunktion betrachtet werden kann oder sogar muss, ist vielen Beteiligten nach Aussage des Referenten überhaupt nicht bewusst.

Wie können Krampfadern behandelt werden?

Unter einer endovenösen Behandlung von Krampfadern versteht man den Verschluss der Krampfader. Ein Katheter wird am Unterschenkel in die Krampfader eingeführt und bis zur Leiste vorgeschoben. Von dort wird die vordere Stammvene bis zum Unterschenkel verschlossen und das Krampfaderleiden schonend beseitigt. Es existieren verschiedene Systeme: der Venenkleber, der Laser und die Radiowelle.

Bei den beiden Letzteren handelt es sich um thermische Verfahren, bei denen Temperaturen von 120°Celsius erreicht werden.

Mit einem medizinischen Kleber wird beim Venenkleber die Krampfader ohne merkliche Temperaturentwicklung verschlossen, so dass hierbei weder eine Narkose noch ein Kompressionsstrumpf erforderlich sind.

Was hat die Krampfadertherapie mit der erektilen Dysfunktion zu tun?

Die venösen Schwellkörper, die für die Erektion von entscheidender Bedeutung sind, scheinen sich bei einer Venenschwäche, wie sie bei Krampfadern anzutreffen ist, zu schnell zu entleeren. Somit kommt es zu keiner oder zu einem schnellen Verlust der Erektion.

Die Therapie einer Varikosis – so nennt sich die chronische venöse Insuffizienz – hat nach Aussage des Spezialisten einen deutlichen Einfluss. Die Erektionsproblematik wurde in der Studie in der überwiegenden Zahl der untersuchten Fälle deutlich abgemildert oder sogar beseitigt.

Auch wenn es sich hier zunächst um eine vorausschauende Untersuchung handelt, so scheinen die ersten Resultate sehr vielversprechend.

Fazit

Liegt eine erektile Dysfunktion vor und kann parallel dazu ein venöses Krampfaderleiden diagnostiziert werden, scheint eine endovenöse Behandlung der Krampfadern, beispielsweise mit dem Venenkleber, sehr vielversprechend. Männerkrampfadern können somit auch ganz andere Probleme hervorrufen, bei denen, nach diesem Vortrag, ein Zusammenhang gesehen werden muss.

Auch Männer sollten ihre Venen untersuchen lassen, insbesondere wenn eine erektile Dysfunktion im Vordergrund steht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (4)


26.05.2020 - 20:45 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. med Jörg Fuchs, Da wir...

von Carmen

... im Raum Lübeck wohnen, würde für uns die Uniklinik in Betracht kommen. Allerdings hätte ich diesbezüglich eine Frage: Wie heißt ihr Kollege, dessen Vortrag sie zitiert haben, damit wir einen Ansprechpartner für einen Termin bekommen? Liebe Grüsse Carmen

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 27.05.2020
Dr. med. Jörg Fuchs

Herr Oberarzt PD Dr. Jens Cordes, Urologische Klinik der Uni Lübeck.

21.11.2019 - 11:45 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. med. Jörg Fuchs, vielen...

von Winkler

... Dank für Ihre schnelle Rückantwort. Ich werde mich an die von Ihnen vorgeschlagenen Zentren wenden, habe aber auch kein Problem damit, zu Ihnen nach Köln zu kommen. Welchen zeitlichen Aufwand sollte man denn einplanen? Ich gehe davon aus, dass mindestens ein Termin für eine Voruntersuchung sowie mindestens 1 Termin für die Behandlung eingeplant werden sollte.Gehe ich da richtig? Mit freundlichen Grüssen A. Winkler

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 26.11.2019
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Winkler, das läßt sich erheblich vereinfachen. Patienten, die von weiter her kommen, schicken mir einen Vorbefund eines Chirurgen oder Phlebologen oder des Hausarztes bei sich vor Ort. Dann telefonieren wir, Sie erhalten eine Vorab-Aufklärung, so dass der Ablauf gesichert ist. Wenn Sie dann sich selbst als informierten Patienten äußern, können wir das so dokumentieren und ich behandel die Patienten noch am selben Tag. Im gegenseitigen Einverständnis geht das immer. Und falls die Befunde nicht der Realität entsprechen und der Venenkleber nicht in Frage kommt, finden wir eine adäquate Lösung. Beste Grüße aus Köln Dr. Fuchs - venenkleber.koeln

15.11.2019 - 11:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. med. Jörg Fuchs, ich habe...

von Winkler

... Ihren Beitrag interessiert gelesen. Da ich bereits seit Jahren an Varikosis Pelvis (als Frau) erkrankt bin und nun am rechten Unterschenkel eine sich sehr stark ausgeprägte Krampfader entwickelt hat, die auch Schmerzen verursacht, bin ich nun auf der Suche nach einem Arzt in Schleswig-Holstein oder Hamburg, der sich meiner Probleme in der Gesamtheit der annimmt, und an den ich mich vertrauensvoll wenden kann. Vielen Dank im Voraus

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 18.11.2019
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte Frau Winkler, gerne beantworte ich Ihre Anfrage. Ich möchte nicht so vermessen sein und Ihnen die Reise nach Köln empfehlen. In Hamburg könnten sie sich an das "Dermatologikum Hamburg" wenden. Der Kollege, dessen Vortrag ich zitiert habe, kommt vom Uniklinikum Lübeck, Urologie. Die dort ansässige Dermatologie ist mit dem Thema Venen international bekannt. Beste grüße aus Köln Dr. Fuchs - venenkleber.koeln

08.10.2019 - 12:01 Uhr

Hallo, wer führt in Hessen die neuartige Verödung...

von B. Hofmann

... der Varizen durch (Kleber, Laser, Radiowelle) ? Danke im Voraus

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 10.10.2019
Dr. med. Jörg Fuchs

Sehr geehrte/r B. Hofmann, an der Uniklinik in Mainz in der Dermatologie müßten Sie sich an Herrn Professor Pröbstle wenden. Auch wenn Mainz nicht mehr Hessen ist, aber es liegt vis-a-vis von Wiesbaden :-) Beste Grüße Dr.Fuchs


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