Knieprothese - So gelangen Patienten zu einem optimalen Ergebnis!

Jährlich finden etwa 200.000 Knieprothesen-OPs statt (©fotolia-91703046-Monika Wisniewska)

 

Knieendoprothese: Erfahrung und Qualität des zertifizierten EndoProthetikZentrums (EPZ)
Das Kniegelenk kann an Arthrose erkranken. Unzureichend behandelte Verletzungen an Kreuzband und Meniskus, Fehlstellung des Kniegelenks oder Unfälle können Kniearthrose auslösen. Das Knie wird dadurch schmerzhaft versteift. Die unvermeidlichen Ausweichbewegungen bei Knieschmerzen können auch die benachbarten Gelenke belasten und dort zu Begleitarthrose führen. Eine zeitnahe Prothesenversorgung bei Kniearthrose schützt auch den Bewegungsapparat. Das Ziel der Knieprothese ist nicht nur Beweglichkeit im Alltag: Auch sportliche Aktivität ist mit einer qualitativ guten Prothesenversorgung möglich. Bei über 200.000 Knieprothesen-OPs im Jahr in Deutschland gibt es auf dem Weg zur Knieprothese auch einiges zu beachten.

Für wen ist eine Knieteilprothese (Repicci-Prothese) geeignet?
Oft kann man durch differenzierte Diagnose und Operationstechniken - sogar bei starker Kniearthrose - den größten Teil des Knies erhalten. Wenn die Kniearthrose nur ein Kompartiment (eine Hälfte) des Knies betrifft, kann bereits eine Knieteilprothese (wird auch Schlittenprothese oder Repicci-Prothese genannt) die Arthrose im Knie stoppen. Auch bei einem späteren Wechsel zu einer Knievollprothese ist die Ausgangslage so gut wie bei einer Erstoperation der Knie-TEP. Eine schwierige Prothesenwechseloperation bleibt so auch jüngeren Patienten erspart.

Individuelle Knieprothese durch Computergestützte Planung für optimalen Komfort
Eine genau an den Patienten angepasste Implantation der Knieprothese bietet das Verfahren der maßgeschneiderten individuellen Knieprothese. Nach einer speziellen Kernspinuntersuchung des Kniegelenks wird für die Planung ein räumliches Modell der Knieprothese errechnet. Dieses Modell erlaubt eine Positionierung der Knieprothese, die in Ausrichtung, Position und Größe genau an die individuelle Beinachse des Patienten angepasst ist. Klinische Untersuchungen zeigen, dass die individuelle Knieprothese vor allem bei großer sportlicher Beanspruchung, also sehr aktiven Patienten, vorteilhaft ist. Das Verfahren der individuellen Knieprothese optimiert Beweglichkeit und Tragekomfort. Durch die optimale Planung kann der Kniespezialist im Vergleich zur herkömmlichen intra-operativ geplanten Knieprothese auch knochensparend operieren. Eine mögliche Wechseloperation der Knie-TEP nach vielen Jahren wird dadurch vereinfacht und sicherer.

Was bedeutet es, einen zertifizierten Kniespezialisten im EndoProthetikZentrum (EPZ) zu konsultieren?
Bei der Nachuntersuchung der über 200.000 Knieprothesen-Operationen pro Jahr in Deutschland wurden unterschiedliche Ergebnisse in der Qualität ermittelt. Behandlungsfehler wurden überdurchschnittlich häufig von der Gruppe der Operateure gemacht, die weniger als 50 Prothesen operiert. Die DGOOC e.V., in der die Orthopäden in Deutschland organisiert sind, hat ein Zertifikat entwickelt. Das sogenannte EndoProthetikZentrum (EPZ) soll Patienten bei der Suche nach einem erfahrenen Kniespezialisten unterstützen. Die Erfahrung und Praxis der Kniespezialisten wird jährlich überprüft. Die dokumentierten und jährlich kontrollierten Erfahrung von mindestens 100 Knieprothesen im Jahr werden dadurch für jeden Operateur dokumentiert. Das ist ein Sicherheitsmerkmal für die Patienten.

Die Rehabilitation der Knieprothese beginnt schon vor der Operation
Das Ergebnis der Knieprothese ist umso besser, je besser die Vorbereitung und Planung war. Manche Ärzte bereiten die Patienten durch Zellbiologische Regulationstherapie (ZRT) auf die Operation vor: diese Therapie optimiert den Stoffwechsel und die Durchblutung schon vor dem Eingriff. Ein gesundes Gewebe heilt besser und mit weniger Komplikationen. Ein guter allgemeiner Trainingszustand und die Beweglichkeit vor der Operation erleichtern einen guten Start in die Rehabilitation der Knieprothese.

Haltbarkeit
Bei guter Planung und operativer Durchführung der Knieprothese ist heutzutage eine Haltbarkeit von mindestens 15 Jahren üblich. Häufig ist bei optimaler Durchführung auch eine lebenslange Haltbarkeit mit Standzeiten von bis zu 25 Jahren möglich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (32)

Gisela, 08.08.2020 - 20:08 Uhr

Guten Tag. Ich habe 2010 meine erste Knie Tep bekommen. 2013 Lockerung. Wechsel mit 4 Wochen Spacer angeblich Infekt (war nicht so )2019 wieder locker und wieder Wechsel. Seid einem halben Jahr habe ich Schmerzen im Knie Was nun?

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 17.08.2020

Liebe Patientin, es ist möglich, dass sich die Prothese erneut gelockert hat. Das lässt sich aber nur nach einer umfassenden Untersuchung durch Ihren Orthopäden feststellen.

Gabriela S., 15.05.2019 - 16:33 Uhr

Guten Tag, ich hatte 1979 einen Unfall und seit 1980 beginnende Arthrose im linken Kniegelenk. Seit ca. einem Jahr beginnen sich die Schmerzen langsam zu verschlimmern (hauptsächlich Treppen steigen oder beim wandern bergab und langsam auch berauf). Mir wurde immer gesagt, ich bräuchte irgendwann ein neues Gelenk. Vor einiger Zeit habe ich die Sendung gesehen mit den Teilprothesen, wäre ja viel besser. Meine Frage, schiebt man so eine OP eher auf die lange Bank, oder ist zeitnah besser? Allerdings habe ich auch Arthrose im Sprunggelenk, meine Mobilität wird sich also in kommender Zeit eh einschränken. Ist also aufschieben besser? Vielen Dank, Gabi S.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 04.06.2019

Liebe Patientin, bei einer gelenkerhaltenden Teilprothese im Knie (Repicci-Prothese) gibt es zeitkritische Komponenten - je weniger das Knie-Gelenk abgenützt ist, um so eher hilft die Teilprothese. Bei einer zeitnah auftretenden Arthrose des Sprunggelenks hilft ebenso eine frühzeitige Therapie: besonders beim Sprunggelenk gibt es ausgezeichnete gelenkerhaltende Therapiemöglichkeiten, die ein vielen Fällen ohne Endoprothetik auskommen. Probleme in der Beinachse können sowohl zu Problemen im Sprunggelenk als auch zu Problemen im Kniegelenk führen. Abwarten und dem Verschleiß zusehen ist also nicht immer die beste Möglichkeit.

AlperA, 09.08.2018 - 15:21 Uhr

Ich habe gelesen, dass man - falls das künstliche Kniegelenk ausgetauscht werden muss - das alte Teil aushändigen lassen sollte. (Als Beweismittel ...) Aber: Gehört mir das Ding überhaupt? Oder der Krankenkasse?

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 07.09.2018

Lieber Patient, bitte fragen Sie doch einfach nach. Ein ausgebautes künstliches Kniegelenk ist faktisch wertlos, daher wird es in der Regel kein Problem sein, das Implantat als Erinnerungsstück zu erhalten.

Jürgen B., 18.07.2017 - 10:23 Uhr

Frage: Welche medizinische Fakultät ist für die Behandlung einer Osteonekrose MCF und MTP im Knie zuständig (z.B. Orthopäde / Gefäßchirurge etc)?

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 18.07.2017

Lieber Patient, die Behandlung des nekrotischen Knochens wird vom Orthopäden durchgeführt.

Astrid B., 10.02.2017 - 17:44 Uhr

Seit meiner Knie OP (Implantation eines Atlassystems im linken Knie ) im August habe ich ständig Schmerzen, Ergüsse und Kapselschwellungen. Das Implantat wird nun im März wieder entfernt. Kann es eine Infektion oder Unverträglichkeit sein? Ich kann das linke Bein auch nicht richtig mehr beugen.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 13.02.2017

Liebe Patientin, das Atlas System ist eine relativ neuartige Behandlungsform der Kniearthrose. Es ist auch keine Knieprothese im engeren Sinne, weil die Gelenkflächen nicht durch künstliche Gleitpaarungen ersetzt werden. Das Atlassystem wird seitlich am Knie an der Innenseite angebracht und will durch eine Stabile Metallfeder die Last vom Kniegelenk fernhalten. Es erfolgt eine Entlastung des inneren Kniekompartimentes um bis zu 13 kg. Das ist ein sehr junges System, das im Herkunftsland USA noch nicht zugelassen ist. Der Vorteil der Atlas Therapie: Am natürlichen Gelenk des Pateinten muss nichts verändert werden. Als Nachteil muss man sagen, dass noch sehr wenige klinische Erfahrungen, auch keine Langzeitdaten, vorliegen. Die Indikationsstellung und die Nebenwirkungen sind noch wenig bekannt. Wir arbeiten durchweg in solchen Fällen, wo wir bei jungen, aktiven Patienten mit Knorpeltherapie nicht mehr weiter kommen, mit Inlays,also Verstärkung der Gelenkflächen im Gelenk. Damit ändern wir die Biomechanik des Kniegelenks nicht und sehen sehr gute, auch langfristig gute, Ergebnisse bei der Belastbarkeit und der Beweglichkeit bei unseren jungen Patienten mit Kniearthrose.

Monja, 09.03.2016 - 08:03 Uhr

Hallo, ich habe im November 2013 rechts ein Knieprothese eingesetzt bekommen. Im März 2014 habe ich dann auch links eine Knieprothese eingesetzt bekommen. Es hat zwar eine ganze Zeit gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe, aber irgendwann hatte ich fast keine Schmerzen mehr. Im Dezember 2014 ist dann Fybromialgie bei mir festgestellt worden, da ich große Muskelschmerzen im ganzen Körper hatte. Seit zwei Wochen habe ich nun so starke Knieschmerzen rechts, dass ich sogar schon im Krankenhaus war. Dort haben sie mir mein Knie geröntgt und meinten, dass die Prothese nicht locker wäre. Ich habe dann starke Medikamente und Stimmungsaufheller eingenommen. Krankengymnastik habe ich auch schon gemacht, leider sind meine Knieschmerzen aber immer noch nicht besser geworden. Ich würde sagen, dass sich diese sogar immer weiter verschlimmern. Ich kann kaum Laufen, Sitzen oder Liegen ohne dabei Schmerzen zu haben. Den Schmerz kann man mit Messerstichen oder Stromschlägen vergleichen. Ich hoffe, Sie haben einen Tipp für mich, was ich tun könnte. Vielen Dank.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 14.03.2016

Liebe Patientin, eine gelockerte Knieprothese kann man nur durch eine Revisionsoperation therapieren. Bei Fibromyalgie mepgfehlen wir die rehabilitativ-physiotherapeutische Behandlung bei unserem Kollegen Dr. Dickreiter in der Gelenk-Klinik: Zellbiologische Regulationsmedizin. Diese Konzept ist bei postoperativen Prothesenschmerzen sehr erfolgreich. Allerdings ist die Lockerung der Prothese als orthopädisches Problem hier gesondert zu betrachten.

Gabriele B., 25.01.2016 - 10:32 Uhr

Hallo, ich, 59 Jahre alt, habe am 10.März 2014 rechts eine Knieprothese bekommen. Die Schwellung, die ich seit der OP habe, ist nicht zurück gegangen. Seit fast einem Jahr habe ich Schmerzen bei Laufen im linken Bein. Die Sehnen und Bänder sind zu lang, weshalb diese durch eine weitere OP verkürzt werden sollen. Ich habe Bedenken und Angst, dass meine Beschwerden dadurch nicht besser werden. Kann mir eine zweite OP helfen? MfG Gabriele B.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 29.01.2016

Liebe Patientin, es tut mir leid, dass Sie nach der Operation, die eigenlich Erleichterung verschaffen sollte, eine so langen Leidensweg haben. Schwellung und Entzündung nach einer Operation wird beobachtet, und ist sicherlich ein schwerwiegendes Hindernis für Ihre Rehabilitation. Sie haben die Prothese mit chronischer Schwellung rechts. Zusammen mit meinem Kollegen, dem Facharzt für Rehabilitation Dr. Bernhard Dickreiter habe ich an anderer Stelle ausführlich Stellung genommen zu den konservativen Behandlungsmöglichkeiten bei den gar nicht so seltenen Beschwerden und chronischen Entzündungen im Bein nach Knie-Totalendoprothese. (siehe http://goo.gl/CnAmJo). Die herkömmliche Trainingstherapie wird den Schwellungen und Prozessstörungen häufig nicht gerecht. Mit Hilfe der Zellbiologischen Regulationsmedizin lassen sich chronische Entzündungen und Prozesstörungen im Gewebe rund um die Knie-TEP häufig überraschend effektiv behandeln. Erst auf der Grundlage der Gewebsgesundheit ist dann eine kräftigende Traningstherapie sinnvoll. Ihr links Knie hat nun durch den schleppenden Heilungsprozess nach Ihrer Knie-TEP zu viel gearbeitet. Zu der Indikationsstellung, Das Sehnen und Bänder zu lang sind, kann natürlich nur der untersuchende Arzt Stellung nehmen. Ich kann Ihnen hier das Einholen einer Zweitmeinung empfehlen. Jeder Patient hat vor einer Operation das Recht auf eine Zweite Meinung. Gerade in Ihrer Situation, die durch den unklaren Status nach Knie-TEP etwas komplexer ist, kann ich nur dazu raten.

Brigitte L., 17.01.2016 - 22:17 Uhr

Wo gibt es in 46282 Dorsten ein Endoprotetikzentrum? Ich habe Schiefstellungen am Bein und ein versteiftes Sprunggelenk, sowie eine Beinverkürzung von 3 cm.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 29.01.2016

Liebe Patientin, bitte erkundigen Sie sich durch eine Internetsuche, zum Beispiel hier: http://www.endocert.de/endocert/zertifizierte-endoprothetikzentren.html

lydianne, 23.08.2015 - 09:37 Uhr

Hallo, ich habe vor 3 Wochen 2 knieprothesen erhalten, ich fühle mich gut, kann laufen. mache meine Reha, aber meine Knie fühlen sich an wie wenn sie in einem Schraubstock stecken. Das macht mir Angst und ich möchte wissen, ob das einmal weggeht.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 24.08.2015

Lieber Patient, bitte haben Sie noch Geduld mit Ihrer Rehabilitation, sie sind ja noch mitten in der Heilung Ihrer Knieprotheseoperation. Eine gleichzeitige OP an beide Knien ist hier etwas riskant, weil der Patient beide Knie gleichzeitig rehabilitieren muss.

Monique, 15.01.2015 - 02:37 Uhr

Eine Beruhigende Beschreibung.Habe einen Arzt,der mich gut beraten hat.Die Beschreibung und Vorbereitungen hat mein Arzt zutreffend mitgeteilt.Danke.

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 16.01.2015

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Dieter, 04.12.2014 - 17:23 Uhr

Wenn die Knieprothesenausrichtung 6-8° von der vorgegebenen Beinstellung abweicht, welche Konsequenz hat dies ( Beinstreckhemmung ? )

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 16.12.2014

Lieber Patient, ich bitte solche Anfragen zu einem konkreten Fall in der Sprechstunde zu stellen. Gerne geben wir nach einer gründlichen Untersuchung auch Auskunft zu den möglichen Folgen.

Anna, 14.08.2014 - 11:49 Uhr

Hallo, um welche Klinik handelt es sich. Habe auch massive Probleme nach Knieendoprothese. MfG

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 27.08.2014

Wir sind in der orthopädischen Gelenk-Klinik in Gundelfingen bei Freiburg. www.gelenk-klinik.de

Brigitte, 10.07.2014 - 21:11 Uhr

Guten Tag, am 8. September soll ich eine Schlittenprothese am linken Knie bekommen, aber an der Außenseite. Mein Operateur hat keine Erfahrung für eine Außenprothese, meint aber ich würde auch keinen anderen finden, da außen sehr selten eine Schlittenprothese eingesetzt wird. Er ist jetzt auf Fortbildung in einem anderen Krankenhaus, um sich das anzueignen. Bei allen anderen Prothesenoperatinen ist er sehr gut. Soll ich das Risiko eingehen?

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 11.07.2014

Liebe Patientin, vielen Dank für Ihre interessante Anfrage. Die Operation der sog. lateralen Knieteilprothese ist tatsächlich verschieden von der medialen (inneren) Knieteilprothese. Es sind die deutlich höheren Dreh- und Scherbewegungen der Aussenseite des Knies, die die Situation besonders machen. Die Anforderungen an die Kongruenz (Passgenauigkeit) der Komponenten von Oberschenkelund Schienbein sind in dieser Situation besonders hoch. Viele Operateure operieren deswegen lieber eine Knie-Vollprothese, um sich mit dem anspruchsvollen Thema nicht zu befassen. Wenn die laterale Knieteilprothese von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird, sind die Zufriedenheitsheitsraten mit 87% sehr gut. Sie können einen Ausführlichen Artikel zu dem Thema auf unserer Webseite nachlesen, da ich mich mit der lateralen Knieteilprothese schon seit vielen Jahren intensiv befasst habe: http://gelenk-klinik.de/orthopaedische-operation/knieoperation/kniearthrose-op/laterale-kniearthrose-arthrose-des-aeusseren-kniegelenks.html

Ingrid, 26.05.2014 - 20:24 Uhr

Hat man heute im Jahr 2014 neue Erkenntnisse über die infizierte Knieprothese drei Monate nach der Erstprothese? Hat sich etwas prozentual verändert an der Alternative: einzeiltige/zweizeitige Einsetzung der Zweitprothese. Danke für eine Antwort Ingrid

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 27.05.2014

Liebe Patientin, vielen Dank für Ihre Anfrage. Protheseninfektionen sind hierzulande kein zahlenmässig Problem. Es gilt allerdings vor der Operation Vorsichtsmassregeln zu beachten: Der Patient ist gründlich auf Vorinfektionen und bakterielle Erkrankungen zu untersuchen. Hier ist vor allem der Zahnbereich auch wichtig. Nach wie vor versucht man pro OP Zeit nur eine Knieprothese einzusetzen. Die längere OP Zeit und Narkosezeit durch eine doppelte Operation der Knietotalendoprothese beidseitig führt stets zu einer erhöhten Komplikationsrate. Das setzt sich fort bei der Nachbehandlung und Wundheilung. Hat der Patient stets ein noch relativ schmerzfreies Knie, kann er das Knie mit der neuen Knieendoprothese wesentlich einfacher rehabilitieren. Er kann selbst früher aufstehen. Er kann mit Gehübungen nach Knieprothesenoperation beginnen. Er kann allgemein schneller und unkomplizierter mobilisieren, als wenn er beidseitig Wundheilungsprozesse verarbeiten muss, die bei der Mobilisation stets Schmerzen verursachen. Nicht nur hinsichtlich der Komplikation durch Infektion der Knieprothese, auch hinsichtlich anderer Komplikationen wie Thrombosen oder Stürzen ist das zweizeitige Vorgehen vorteilhafter.

Werner, 27.02.2014 - 15:03 Uhr

Hallo, im August 2012 hatte ich den zweiten Prothesenwechsel (Knie rechts). Ich war noch nie richtig Beschwerdefrei und man stellte jetzt fest, dass die Patella zu tief sitzt. Auch starke Schmerzmedikamente bringen nur eine leichte Besserung. In einer Orthopädischen Klinik sagte mir der Arzt, dass ich mit den Schmerzen leben müsste, weil es noch einer OP noch schlimmer werden könnte. Was kann man tun?

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 08.04.2014

Lieber Patient, vielen Dank für Ihre ausführliche Anfrage zum Thema Knieprothese. Für Sie ist diese Antwort, mit einer unbefriedigenden Knieprothese leben zu sollen natürlich keine gute Nachricht. Patienten haben heutzutage eigentlich zur Recht hohe Erwartungen an die Lebensqualität nach Operation einer Knieprothese. Es gibt in diesem Forum natürlich nur allgemeine Antwortmöglichkeiten. Aber es kann durchaus sein, dass Ihr Problem direkt lösbar ist und Ihre Lebensqualität sich wieder verbessert. Ich kann Sie und alle anderen Patienten mit solchen Problemen nur ermuntern, zielstrebig nach einer Lösung zu suchen, und sich nicht vertrösten zu lassen. Würden sei sich bei uns vorstellen, würden wir zunächst die eigentliche Beschwerdesymptomatik genauer untersuchen: Leiden sie "nur" unter Prothesenschmerzen, oder ist das Knie mit Prothese auch in der Beweglichkeit eingeschränkt? Bei einer bestätigten Bewegungseinschränkung Ihrer Knieprothese sollte mithilfe einer radiologischen Diagnostik (Röntgen) und einer klinischen Untersuchung die Ursache für die Bewelichkeitsstörung herausgefunden werden. Im seitlichen radiologischen Röntgenbild zeigt sich meist eine im Vergleich zur gesunden Seite „tiefstehende“ Kniescheibe. Diesen Befund hatten Sie ja in Ihrer Anfrage berichtet. Das nennt man „Patella baja“. Die tiefstehende Kniescheibe nach Operation einer Knieprothese kann zwei konkrete Ursachen haben. Welche dieser Ursachen zutrifft, müsste man in einer differenzierten Untersuchung ermitteln. 1. Nicht korrekte Implantation der femoralen (oberschenkelseitigen) Komponente. Das behandelt man mit operativ mit einer Korrektur der femoralen Prothesenkomponente. 2. Nach der Operation der Knie-TEP Verkürzung der Patellasehne durch entzündliche Vorgänge. Hier würde man zunächst alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausschöpfen. Sollte das konservativ nicht gelingen, gibt es die eigentlich gut funktionierende Möglichkeit, die Kniescheibensehne auch operativ verlängern. Das geht mit verschiedenen operativen Techniken. Hierbei wird entweder die Kniescheibensehne durch eine Z-Plastik verlängert, der Ansatz der Kniescheibe (Tuberositas tibiae) nach oben versetzt (proximalisiert) oder die Sehne in einem längeren Prozess mittels Mini-Fixateur verlängert. Alle Techniken sind möglich. Die konkrete Behandlung müsste man an Hand des Untersuchungsbefundes ermitteln. Eine weitere Ursache für eine schlechte Beweglichkeit nach Knieprothese sind Verklebungen und Verkürzungen des Oberschenkelstreckmuskels (M. quadriceps). Dieser kann dann in einer recht aufwendigen Prozedur operativ gelöst werden.

Josef, 16.02.2014 - 20:05 Uhr

Hallo, ich habe zwei gut sitzende Knievollprothesen. Immer Schmerzen bei Belastung.Entzündet. Alle konservativen Maßnahmen ausprobiert. Patellaproblem? J

Antwort von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, verfasst am 19.02.2014

Lieber Patient, vielen Dank für Ihre freundliche Anfrage. Diese Frage ist sehr wichtig und beschäftigt viele Patienten, und natürlich auch ihre behandelnden Ärzte. Dieses Auftreten von residualen Beschwerden trotz eigentlich guter Knieprothese, ist eines der Probleme in der Knieendoprothetik und verdient eine eigene Betrachtung. Als EndoProthetikZentrum ist es für die die Orthopäden der Gelenk-Klinik einfacher, auf eine große Fallzahl an Endprorthesen-Patienten zu blicken, die auch nach der Knieprothese noch rehabilitiert und versorgt wurden. Von diesen Erfahrungen gibt es einiges zu berichten. Erlauben Sie mir daher eine ausführlichere Antwort. Die Ursache für Dauerschmerzen trotz gut sitzender Prothese sind vielfältig. Ein Patellaproblem sollte eigentlich auch radiologisch gut untersuchbar sein, aber auch hier könnten wir gerne noch einmal nachuntersuchen. Es ist aber allgemein bekannt und wird aktuell auch wissenschaftlich immer besser untersucht, dass viele Patienten trotz radiologisch unauffälliger Befunde keine zufriedenstellenden Ergebnisse mit ihrer Knieprothese haben. Zu den Problemen gehören die von Ihnen beschriebenen entzündungsartigen Beschwerden, Schmerzen, Druckgefühl, Schwellung und Überwärmung des Gelenks um die Knieprothese. Zusätzlich können funktionelle Defizite die Lebensqualität beeinträchtigen wie Streck- und Beugedefizit, Einschränkungen in der Belastbarkeit. Die Physiotherapie die heute auf eine Frühmobilisation setzt, scheint nicht zu greifen. Wir gehen da gerne in der Nachbehandlung einen Schritt zurück und sehen uns die Prozesse in dem operierten Gewebe an. Nach langer Schonhaltung, arthrosebedingter Muskelatrophie, OP-Stress, oft auch als Folge der langwierigen Blutsperre während der Operation ist das Gewebe häufig nicht mehr gut versorgt, die Zufuhr an Nährstoffen und Saueerstoffen in dem kontrakten Gewebe ist defizitär. Damit sind auch die Voraussetzungen im Stoffwechsel des Patienten für normales Rehatraining noch nicht gegeben und müssen erst noch geschaffen werden. Wir gehen hier mit der Zellbiologischen Regulationstherapie vor, die sich genau dieser Fragestellung widmet, um diese weit verbreitete Situation zu behandeln: Man kann das man gut als "Vitalitätsdefizit" im Gewebe nach Knieprothese umschreiben kann. Wenn die Probleme absehbar sein, zum Beispiel bei Patienten mit Diabetes oder sehr bewegungseingeschränkten Patienten, starten wir diese Behandlung bereits vor der geplanten Knieprothese als vorgezogener Teil der Rehabehandlung. Diese physiotherapeutische Behandlung wird von den Physiotherapeuten im Hause erbracht. Mit einer sehr hohen Rate können wir die klinischen Defizite nach Knieprothese ebenso wie die Beschwerden wie Druck, Schmerzen und Überwärmung nach c.a. 6 Behandlungen wieder ausgleichen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine Knieprothese eben nicht nur ein statisches Problem ist, sondern dass für die gute Einheilung auch die Gesamtverfassung des Patienten wesentlich berücksichtigt werden muss. Sein Trainingszustand, seine Gewebsprozesse, und seine Vorgeschichte, Dauer der Kniearthrose und vorangegangene Bewegungseinschränkungen. Hier geht es bewusst nicht nur um Muskel-Training, sondern um die Vitalität des operierten, oft über Jahre durch Arthrose, Entzündungen, Schmerzmedikation gestressten Gewebes. Mit Hilfe unseres dafür speziell geschulten Rehateams haben wir hier sehr gute Ergebnisse bei Patienten, bei denen sich der volle Nutzen der Knieprothese nicht gleich einstellen will. Auch Jahre nach der Operation der Knieprothese, können wir mit Hilfe dieser Therapie noch wesentliche Verbesserungen in der Situation des Patienten durch das "Stoffwechseltraining" der zellbiologisch orientierten Regulationstherapie erreichen. Es ist sicher nicht richtig, dem Patienten sein perfektes Rötgenbild zu zeigen und bei hartnäckigen Dauerbeschwerden mehr Fleiß in der Reha einzufordern. der verantwortliche Operateur muss den Patienten mit Knieprothese auch bei der oft schwierigen Situation mit Rehahindernissen nachhaltig begleiten.

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