Entstehung von Gefühlen: So können sie gesteuert werden

Können Gefühle bewusst gesteuert werden? (© WavebreakMediaMicro - fotolia)

Da uns unsere Gefühle oftmals überfordern, denken wir, dass wir über sie keine Kontrolle hätten. Vor allem in gefühlsgeladenen Situationen scheint es uns sehr schwer, Empfindungen zu steuern.

Aber wir können es. Wir haben alle gelernt unsere Gefühle zu lenken. Es ist ein Teil unseres Entwicklungsprozesses.


In der Kindheit geprägt

Unsere Eltern sorgen zum Beispiel schon sehr früh durch Lob oder Kritik und Ablehnung dafür, dass wir lernen Gefühle und Emotionen zu dirigieren. Denn unser Grundgefühl sehnt sich danach geliebt zu werden. Dafür tun wir alles. Um die ersehnte Anerkennung zu bekommen, trainieren wir unterbewusst, dass unsere eigenen Gefühle nicht so wichtig sind. Sondern vorrangig die der anderen Menschen. Wir gewinnen den Eindruck: Nur wenn wir als Kind den Erwartungen der Eltern entsprechen, bekommen wir Zuneigung und sind folglich liebenswert. Eine Sackgasse entsteht.

Auch als Erwachsener beschäftigt uns das Dilemma mit den Gefühlen. Wir wollen unsere Emotionen aus verschiedenen Gründen steuern:

  • Um dazuzugehören.
  • Um geschätzt zu werden.
  • Um es bequem zu haben.
  • Um Schmerz zu vermeiden.


Die Schatten der Gefühlskontrolle

Das Kommando über unsere Gefühle zu haben, hat einen großen Nachteil. Irgendwann weiß ein Mensch nicht mehr, was er selbst fühlt oder was er selbst möchte. Er ist zu sehr damit beschäftigt sich an sein Umfeld anzupassen. Automatisch beginnt er die Gefühlswelt des sozialen Umfelds auszugleichen und Rollen zu spielen.

Dieser Prozess führt zur Verwirrung, die sich auf unterschiedliche Weise im Leben zeigen kann, wie etwa:

  • durch komplizierte Beziehungen
  • das Gefühl der Beziehungsunfähigkeit
  • vermehrte Streitigkeiten
  • Ablehnung jeglicher Gefühle
  • Orientierungslosigkeit im Leben
  • oder die Unkenntnis über persönliche Vorlieben und Bedürfnisse


Friedensarbeit zu dir selbst

Daher ist es Friedensarbeit, wenn wir Menschen beginnen mit unseren unterschiedlichen Gefühlszuständen in Kontakt zu treten. Dabei fühlen wir, was alles in uns schwingt. Beginnen eigene Bedürfnisse zu benennen. Entwickeln die Fähigkeit zu unterscheiden, wessen Gefühle wir im Augenblick wahrnehmen. Oder ob unsere Emotionen, die wir in der Vergangenheit erlebt haben, unsere aktuelle Sichtweise beeinträchtigen.

Wir übernehmen damit die Verantwortung uns um unsere Gefühle zu kümmern. Es ist nicht mehr unser Ansinnen, andere Menschen in unserem Umfeld zufriedenzustellen, um Anerkennung zu erhalten. Wir haben gelernt, dass wir mit all unseren Sonnen- und Schattenseite wertvolle Menschen sind.

Therapeuten helfen in dieser Situation gezielt bei der Friedensarbeit. Sie unterstützen dabei zu lernen, Gefühle nicht zu unterdrücken, sie im Körper wahrzunehmen und früh verinnerlichte Glaubensmuster loszulassen, die uns hindern einen natürlichen Umgang mit unseren Empfindungen zu erlernen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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