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Morbus Parkinson – Leben mit der „Schüttellähmung“

Claudia Galler

von
verfasst am

© Rentner im Park© Rentner im ParkAnlässlich des Geburtstages von Dr. James Parkinson (1755-1824) findet jedes Jahr am 11. April der Welt-Parkinson-Tag statt. Der englische Mediziner hatte 1817 erstmals die nach ihm benannte Krankheit der „Schüttellähmung“ beschrieben. Die jameda Gesundheitsredaktion informiert über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Krankheit.

Schuld ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin
Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung, bei der Nervenzellen im Areal der Substantia nigra („Schwarze Substanz“) im Gehirn absterben. Mit dem Untergang dieser Nervenzellen kommt es zu einem Mangel am Botenstoff Dopamin. Da dieser Botenstoff unter anderem Bewegungsabläufe im Gehirn steuert, verändern sich die motorischen Fähigkeiten der Erkrankten. Sie können sich nur noch eingeschränkt bewegen, haben Schwierigkeiten beim Gehen und leiden unter Gleichgewichtsstörungen. Körperteile zittern unkontrolliert, gleichzeitig sind die Muskeln steif und unbeweglich („Schüttellähmung“).

Morbus Parkinson ist vor allem eine Krankheit des fortschreitenden Alters
Etwa ein Prozent der über 60-Jährigen erkranken an der Parkinson-Krankheit, bei den über 80-Jährigen sind es ca. drei Prozent. Nur etwa 10 % der Erkrankten sind unter 40 Jahre alt. Die Ursache für den Untergang der Dopamin produzierenden Nervenzellen ist nicht bekannt, bisher ist die Erkrankung nicht heilbar. Dank einer modernen Therapie ist die Lebenserwartung der Betroffenen aber heute nicht mehr eingeschränkt.

Diagnose der Parkinson-Krankheit
Festgestellt wird die Krankheit anhand vorliegender Symptome wie Zittern, Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit und Schwierigkeiten beim Gehen. Auch individuelle Beschwerden, z. B. vermehrter Speichelfluss, niedriger Blutdruck oder depressive Verstimmungen, fließen in die Diagnose mit ein. Um andere Erkrankungen auszuschließen, werden Verfahren angewandt, die betroffene Bereiche im Gehirn sichtbar machen, z. B. eine Computer- oder Kernspintomographie.

Anti-Parkinsonmittel gleichen die fehlende Wirkung des Dopamins aus
Der Wirkstoff L-Dopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und ersetzt so direkt den fehlenden Botenstoff. Andere Arzneistoffe verhindern, dass der verbleibende Rest an Dopamin langsamer abgebaut wird (MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer). Auch werden Medikamente eingesetzt, die die Wirkung des fehlenden Botenstoffs nachahmen (Dopaminagonisten) oder den natürlichen Gegenspieler des Dopamins, das Acetylcholin, hemmen (Anticholinergika). Oft werden Medikamente miteinander kombiniert, um die Dosis gering zu halten und Nebenwirkungen zu verhindern.

Ein „Hirnschrittmacher“ reguliert Bewegungsabläufe
Bei schweren Bewegungsstörungen können Elektroden im Gehirn platziert werden, über die durch elektrische Ströme Bewegungsabläufe reguliert werden. Diese Methode des „Hirnschrittmachers“ ist allerdings sehr aufwendig, so dass sie bisher erst wenigen Patienten zur Verfügung steht.

Durch Sport zu einem besseren Körpergefühl
Sport und Gymnastik können die Parkinson-Krankheit nicht aufhalten, tragen jedoch erheblich zur besseren Lebensqualität der Betroffenen bei. Steigern Patienten ihre Körperkraft, Ausdauer und Beweglichkeit durch sportliche Aktivitäten, können sie nicht nur Fehlhaltungen korrigieren, sondern auch Sicherheit für die Bewältigung des Alltags gewinnen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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