OP bei Schnarchen und Schlafapnoe: Dauerhafte Heilung durch Rotations-Vorverlagerung der Kiefer

Priv.-Doz. Dr. Dr. Seeberger

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© Syda Productions - fotoliaDer Erfahrung nach haben Patienten nach dem Rotations-Advancement keine Atemaussetzer mehr (© Syda Productions - fotolia)Schnarchen und Schlafapnoe lassen sich durch eine innovative Operationsmethode beseitigen. Eine Rotation der Kiefer sorgt dafür, dass die Atemwege erweitert werden. Atemmasken sind dann nicht mehr notwendig. Wie läuft die OP ab?

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Entscheidend für einen Behandlungserfolg ist, dass der Rachenraum erweitert wird. Um diesen sogenannten PAS zu vermessen, also die Weite des Zungen-Rachenraums, werden 3D-Aufnahmen erstellt. Damit kann auch der Verlauf nach der Operation kontrolliert werden. 

Im Vergleich zur Computertomographie (CT) arbeitetet das DVT mit viel weniger Röntgenstrahlung bei gleicher Qualität der Bilder. Neben der Weite des PAS lässt sich auch die für die Behandlung sehr wichtige Ruhelage der Zunge beurteilen.

Eine Untersuchung im Schlaflabor mit Dokumentation der Atemaussetzer und der Sauerstoffsättigung ist vor einer Behandlung immer erforderlich. Die Befunde helfen auch bei der Kostenbeteiligung der Krankenkassen. 


Operatives Vorgehen bei der Rotations-Vorverlagerung der Kiefer

Ein enger und schmaler Oberkiefer, eine schlechte Nasenatmung und damit ein eingeengter funktioneller Zungenraum sind durch eigene Studien wissenschaftlich belegt. Für eine dauerhafte Heilung muss der Nasen-Rachenraum erweitert werden. Indem der Kiefer durch unsere wissenschaftlich belegte Methode der Rotations-Vorverlagerung versetzt wird, werden die Atemwege effektiv und dauerhaft erweitert. Die Zungen-Ruhelage normalisiert sich. Wegen der Rotation bleibt die optische Veränderung des Gesichts gemäßigt, sodass das Profil lediglich harmonisiert wird.

Die Operationstechnik ist minimalinvasiv und schonend. Die Verlagerung beider Kiefer ist gut erträglich, sodass eine schnelle Erholung mit nur kurzem Krankenhausaufenthalt und kurzer Ausfallzeit möglich ist. Indem der Rachenraum erweitert wird, verschließt der Unterdruck beim Schlafen nicht mehr die Atemwege, sodass die gefährlichen Atemaussetzer dauerhaft verschwinden.

Eine unterstützende CPAP-Maskentherapie ist nicht weiter erforderlich. Nach der persönlichen Planung und eingehenden Aufklärung wird vor und nach der Operation ein Schlaflabor-Befund zur Kontrolle erstellt. Chronische Müdigkeit und Konzentrationsschwäche sind typische Leiden, die nach der Operation fast vollständig verschwinden.

Patienten, bei denen der Unterkiefer zurückliegt oder die einen länglichen Wachstumstyp haben, haben oft Sorge, dass die Operation die Optik des Gesichts verändert. Durch spezielle Rotations-Vorverlagerungs-Techniken werden diese Sorgen zerstreut.
Dabei wird sowohl ästhetisch als auch funktionell ein optimales Ergebnis erreicht, indem die geringe Vorverlagerung mit viel Dehnung kombiniert wird. Die Kiefer werden gegen den Uhrzeigersinn gedreht.

Diese Rotation öffnet den Nasen-Rachenraum deutlich und ermöglicht eine normale Ruhelage der Zunge. Die bekannten Nachteile einer unnatürlich weiten Vorverlagerung der Kieferbasen mit den entsprechend negativen Folgen für die Ästhetik werden verhindert. Die Nachteile des klassischen Vorgehens mit einfachem „Vorziehen“ der Kiefer lassen sich so umgehen.

Zusammenfassung

Schnarchen, Schlafapnoe und OSAS lassen sich dauerhaft und effektiv heilen. Mit fortschrittlichen minimalinvasiven Methoden und der Weiterentwicklung der diagnostischen Möglichkeiten lassen sich atembezogene Schlafstörungen durch die Kieferverlagerung schonend verbessern. Begleitende schlafmedizinische Untersuchungen und Befundungen sind als Verlaufs- und Erfolgskontrollen wichtig.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


12.06.2018 - 22:03 Uhr

Ich wollte Mal wissen ob die Krankenkasse eine...

von Kreisl

... Kiefervorverlagerung zahlt, denn bei mir wurde auch eine schwergradige OSAS im Schlaflabor festgestellt.

Priv.-Doz. Dr. Dr. Seeberger

Antwort vom Autor am 14.06.2018
Priv.-Doz. Dr. Dr. Robin Seeberger

Sehr geehrter Herr Kreisl, vielen Dank für die Frage. Wenn ein aktueller Schlaflaborbefund vorliegt, so beteiligt sich die Krankenkasse an den Kosten. Eine private Krankenhauszusatzversicherung im Vorfeld abzuschließen ist dennoch sinnvoll. Wir arbeiten mit unabhängigen Schlaflaboren zusammen, um exakte Befunde zu bekommen und um Manipulationen vorzubeugen. Als Belegarzt mit Versorgungsauftrag bleibt bei uns für Sie lediglich eine überschaubare Zuzahlung für unsere aufwendige OP Planung. Ich hoffe Ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben. Mit freundlichen Grüßen Ihr Robin Seeberger

30.05.2018 - 18:10 Uhr

ich benutze seit zehn Jahren eine Schlafmaske mit...

von Hendrik H

... Befeuchter. Neuerdings habe ich Probleme mit einen sehr trockenen Mund. Der Befeuchter steht auf Maximum. Spätestens nach anderthalb Stunden muss ich was trinken und weiter schlafen mit Maske ist ausgeschlossen (Der Interval zwischen Schlafen und Trinken wird immer kurzer und geht auf null zurück) Was können Sie mir empfehlen?

Priv.-Doz. Dr. Dr. Seeberger

Antwort vom Autor am 04.06.2018
Priv.-Doz. Dr. Dr. Robin Seeberger

Sehr geehrter Herr H., vielen Dank für Ihre Frage. Zunächst würde ich Ihren HNO-Arzt wegen der Probleme ansprechen und ggf. das Gerät wechseln. Falls das keinen Erfolg bringt, könnte eine Behandlung mit Verlagerung der Kiefer für Sie als dauerhafte Lösung angezeigt sein. Gerne können Sie dazu bei mir einen unverbindlichen Beratungstermin vereinbaren. Mit freundlichen Grüßen Ihr Robin Seeberger

02.05.2018 - 17:42 Uhr

Was bedeutet das für die Zähne? Der Biss wird...

von Jürgen F.

... danach nicht mehr passen, oder? Ich habe einige Implantate - macht das etwas?

Priv.-Doz. Dr. Dr. Seeberger

Antwort vom Autor am 04.05.2018
Priv.-Doz. Dr. Dr. Robin Seeberger

Sehr geehrter Herr F., Vielen Dank für die Frage. Der Biss ein zentraler Teil des Kausystems und es ist das Ziel diesen beizubehalten bzw. sogar zu verbessern. Der Biss wird danach weiterhin passen und Implantate stören nicht, diese bleiben erhalten. Mit freundlichen Grüßen Ihr Robin Seeberger


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