Laserlipolyse bei der Liposuktion eines Lipödems: So geht's

Welche Behandlungsergebnisse können moderne Laser erzielen? (© Africa Studio - fotolia)

Eine Liposuktion (Fettabsaugung) kann ein Lipödem deutlich bessern und der betroffenen Patientin ein ganz neues Körpergefühl geben. Ein besonderes Thema dabei ist der Hautzustand. Die Laserlipolyse ist eine moderne, laserunterstützte Variante der Fettabsaugung, die der Haut besonders guttun kann. Zudem schont sie das meist bereits strapazierte Lymphsystem.

Die Fettabsaugung beim Lipödem bringt besondere Herausforderungen

Die Fettabsaugung bei einem Lipödem verläuft anders als bei ästhetischen Behandlungen. Bei der Erkrankung kommt es darauf an, in den betroffenen Beinregionen, den Hüften oder anderweitigen Regionen, nahezu das gesamte Fettgewebe zu beseitigen. Die Beschwerden entstehen schließlich durch Vergrößerung und Vermehrung der Fettzellen. Je weniger davon übrig bleiben, desto nachhaltiger der Behandlungserfolg.

  • Je nach Umfang der abgesaugten Fettanlagerungen kann der Volumenverlust im Gewebe ausgesprochen hoch sein.
  • Der Hautmantel behält aber im Wesentlichen seine Ausdehnung, der Hautüberschuss ist zunächst erheblich.
  • Für die Haut ist es eine Herausforderung, sich im Zuge des Heilprozesses zurückzubilden.

Schließlich hat die Fettabsaugung beim Lipödem neben der Linderung der Beschwerden auch einen ästhetischen Aspekt: Die betroffenen Frauen wollen die unförmigen Fettanlagerungen loswerden und wünschen sich ein schöneres Hautbild.

Chirurgische Hautstraffung

Im frühen Stadium des Lipödems ist die Haut gewöhnlich noch glatt. In Stadium 2 zeigt sie bereits ein wellenförmiges Muster und knotenförmige Verdickungen. Das ruft als Begleiterscheinung häufig Folgebeschwerden wie Infektionen in aneinanderreibenden Hautfalten hervor. Bei den betroffenen Frauen bewirken auch solche Hautprobleme einen starken Wunsch nach Veränderung. Der Hautüberschuss, der durch die Liposuktion entsteht, ist für den Operateur eine zusätzliche Herausforderung.

Nach Liposuktionen mit herkömmlichen Methoden bleibt oft keine andere Möglichkeit, als diesen Hautüberschuss einige Zeit später chirurgisch zu entfernen. Das erfordert ein längliches, spindelförmiges Schnittmuster. Die überschüssige Haut wird ausgeschnitten und anschließend vernäht. Es entstehen längere Narben. Der Chirurg versucht, sie so zu platzieren, dass sie möglichst unauffällig bleiben. Dennoch sind nicht selten Folgeeingriffe zur Korrektur erforderlich. Die Laserlipolyse kann eine gute Alternative zu dieser chirurgischen Hautstraffung sein.

So geht die Laserlipolyse vor sich

Bei der Laserlipolyse wird zusätzlich zur Absaugkanüle eine medizinische Laserfaser unter die Haut geführt. Ihre thermische Energie hilft, die Fettzellen zu verflüssigen. Das erleichtert die Absaugung und fördert ein gleichmäßiges, präzises Arbeiten. Das ist beim Lipödem von großer Bedeutung. Ziel der Liposuktion ist es, nur eine ganz dünne Fettschicht über der Muskulatur zurückzulassen. Mit Laserunterstützung lässt sich das besser verwirklichen. Das Verfahren wurde nach der Jahrtausendwende entwickelt und 2009 durch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA zugelassen.

Bei der Liposuktion eines Lipödems müssen zudem die Lymphbahnen besonders im Blick behalten werden. Die Ödeme, die zusammen mit den aufgeblähten Fettzellen mutmaßlich die Beschwerden verursachen, sind gerade auf das überstrapazierte Lymphsystem zurückzuführen. Es gilt, die angegriffenen Lymphbahnen durch den Absaugvorgang nicht noch mehr zu beeinträchtigen. Darum wird die Absaugkanüle an ihnen vorbeigeführt. Die Laserlipolyse ist eine zusätzliche Unterstützung. Indem sie die Gewebestruktur weiter auflockert, beugt sie einer unwillentlichen Schädigung vor.

Straffung erschlaffter Hautpartien

Der Laser kann mittel- und langfristig auch den Hautzustand erheblich verbessern. Das kommt durch den Effekt, den der Hitzeschub auf die Haut hat. In der Folge bilden sich im Bindegewebe der Unterhaut ganz neue Stränge von Kollagen- und Elastinfasern. Durch den Alterungsprozess verringert sich der natürliche Anteil dieser Fasern in der Haut immer mehr. Das ist mit ein Grund dafür, dass ältere Haut schlaffer und verbrauchter wirkt und sich nicht mehr so gut erholen kann.

  • Kollagen besteht aus faserigen Strukturproteinen, die unsere Haut wie stabilisierende Achsen durchziehen.
  • Elastine sind ebenfalls Faserproteine, die stark dehnbar sind und Geschmeidigkeit und Elastizität bringen.
  • Kollagen und Elastin halten auch beim gesunden Menschen die an sich schlaffen und instabilen Hautstrukturen in Form.

Die Laserlipolyse kann Studien gemäß den Kollagenanteil der Haut um bis zu 30 % erhöhen.

Das Kollagen macht den Unterschied

Die Kollagenbildung nach der Laserlipolyse ist eine Art Selbstschutz-Reaktion der Haut. Sie sieht sich durch die Hitze beansprucht und antwortet mit der vermehrten Kollagenproduktion. Im Zuge der Wundheilung legt sich die Haut kompakter an die tiefer liegenden Gewebeschichten und hängt weniger durch.

Die Patientin muss dafür ein wenig Geduld haben. In den Wochen nach der Liposuktion kann das Hautbild noch unbefriedigend sein. Erste Effekte zeigen sich nach einigen Monaten, das finale Ergebnis lässt sich nach etwa einem Jahr beurteilen. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Narbenbildung infolge der chirurgischen Straffung entfällt.

Manchmal ist das Skalpell unvermeidlich

Die Möglichkeit, die Laserlipolyse anzuwenden, muss immer im Einzelfall beurteilt werden. Der allgemeine Hautzustand und eine starke Erschlaffung können es erforderlich machen, dass eine chirurgische Straffung sich nicht umgehen lässt. Das gilt insbesondere bei einem Lipödem in Stadium 3. In diesem höchsten Lipödemstadium treten sogenannte Wammen auf, herabhängende Hautlappen.

Hier ist der Hautüberschuss besonders ausgeprägt, so dass der Laser an seine Grenzen kommen kann. In solchen Fällen kann die Laserlipolyse trotzdem hilfreich sein, weil sie den chirurgischen Behandlungsaufwand begrenzt.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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