Wie man Zornesfalten zwischen den Brauen „glattbügelt“

Der strenge Ausdruck, der durch Zornesfalten entsteht, lässt sich mit Hilfe der ästhetischen Chirurgie behandeln. (© armina - fotolia)

Die Mimik im oberen Gesichtsbereich kann auffällige Falten entstehen lassen. Besonders prominent sind sogenannte „Zornesfalten“ zwischen den Brauen.

Prägen sie sich dauerhaft ein, ergibt sich eine strenge bis schlecht gelaunte Ausstrahlung – auch wenn das gar nicht dem eigenen Charakter entspricht. Die ästhetische Chirurgie verfügt über verschiedene Möglichkeiten, einen freundlicheren Gesichtsausdruck wiederherzustellen.

 

Solche Falten kommen nicht nur vom Alter 

In der Medizin heißen Zornesfalten „Glabellafalten“. Das kommt von dem lateinischen Ausdruck für diese Gesichtsregion. Eine Reihe von Ursachen kann bei der Ausbildung solcher Falten eine Rolle spielen. Skeptische Mimik ist eher selten der alleinige Grund:

  • Viel Lesen und Bildschirmarbeit überanstrengt oft die Augen. In der Folge kneift man sie häufiger zusammen. Die entsprechende Muskelaktivität bringt Falten zwischen den Brauen.
  • In der Haut ab 30, die immer dünner wird, prägen sich Furchen tiefer ein.
  • Schwächer entwickeltes Bindegewebe begünstigt die Faltenbildung.

Zornesfalten können recht unterschiedlich ausgeprägt sein: von sehr fein über knotig bis sternförmig. Manchmal reicht eine Falte bis in die Stirn hinein. Es bildet sich dann eine senkrechte Furche, die von der Nasenwurzel her aufwärts zieht. Besonders im Zusammenspiel mit Stirnfalten kann sich dann ein starker optischer Alterungseffekt ergeben.

Botox kann die Brauen beruhigen 

Mit dem vielfach bewährten Medikament Botox kann man Zornesfalten in den Griff bekommen. Die Behandlung von Glabellafalten ist geradezu die klassische Anwendung dafür. Gezielt in die untere Stirnregion gespritzt, blockiert Botulinumtoxin, wie Botox medizinisch heißt, dort verlaufende Nervenbahnen.

  • Bestimmte Brauenmuskeln werden von den Nerven nicht mehr angesteuert und bleiben inaktiv.
  • Die Haut zwischen den Augenbrauen kann sich nicht mehr kräuseln.
  • Bestehende Falten werden schwächer bis unsichtbar, neue können sich nicht bilden.

Die Gabe einer höheren Dosis ist üblich, damit sich hier gar keine Falten mehr bilden. Falls eine Restmimik in der Region gewünscht ist, kann entsprechend niedriger dosiert werden. Die Wirkung des Faltenglätters lässt nach 5 bis 8 Monaten von selbst nach. Dann kann problemlos nachgespritzt werden.

Die Brauen werden ebenfalls angehoben

Ein willkommener Nebeneffekt der Botox-Gabe ist eine leichte Anhebung der Augenbrauen. Das wirkt dem Absinken der Brauenregion entgegen, einer verbreiteten Alterungserscheinung. Das Botox, das gegen die Zornesfalten gespritzt wird, legt den Muskel still, der die Brauen nach unten zieht. Sein Gegenspieler bekommt so ein Übergewicht. Die Brauen nehmen eine Ruheposition ein, die einige Millimeter weiter oben liegt als zuvor. Der Blick wirkt dann offener und jugendlicher.

Der behandelnde Arzt sollte viel Erfahrung mit der Gabe von Botox-Injektionen haben. So kann er Verletzungen von Gefäßen vermeiden, die Blutergüsse und noch schwerere Komplikationen auslösen könnten. Außerdem darf er in der Brauenzone nicht zu weit unten spritzen. Ansonsten würde der Muskel, der das Augenlid anhebt, in seiner Funktion beeinträchtigt.

Filler polstern zusätzlich auf

Wie sehr die Botox-Gabe bereits stärker eingegrabene Zornesfalten abmildert, ist individuell unterschiedlich. Das hängt von der Faltentiefe und auch vom allgemeinen Hautzustand ab. Bleibt die Falte auch bei entspannter Muskulatur, kann zusätzlich eine Aufpolsterung erfolgen. Dazu werden Filler wie Hyaluronsäure oder Eigenfett eingesetzt. Die Füllmittel, wie Filler auf Deutsch heißen, heben die Haut aus der Tiefe heraus an. Das Gewebe wird praller und die Faltenbildung praktisch unsichtbar.

  • Hyaluronsäure besteht aus Biomolekülen, die sehr viel Wasser binden können. So kommt die Aufpolsterung zustande. Gegen Zornesfalten wird vernetzte Hyaluronsäure eingesetzt. Hier besitzen die Moleküle untereinander eine stärkere Bindung. Es ergibt sich gewöhnlich ein stabiler, länger anhaltender Behandlungseffekt. Nach 6 bis 12 Monaten, wenn die Wirkung nachlässt, kann der Arzt nachspritzen.
  • Eigenfett ist eine dauerhafte Alternative. Es kann ebenfalls tiefe Zornesfalten neutralisieren. Das Eigenfett wird durch eine Fettabsaugung in einer anderen Körperregion gewonnen, aufbereitet und zwischen den Augenbrauen injiziert. Im Verlauf der nächsten Monate verwächst es größtenteils fest mit dem Gewebe. Eine solche Aufpolsterung der Zornesfalte hält gewöhnlich viele Jahre an.

Zornesfalten lassen sich auch mit einem chirurgischen Stirnlift mit korrigieren. Ein solcher endoskopischer Eingriff kann erwogen werden, wenn die Stirn von sehr auffälligen Falten durchzogen wird. Die lokale Muskulatur wird bei der OP gezielt geschwächt. Die Haut zwischen den Brauen kann sich dann kaum noch kräuseln. Dieser Effekt lässt sich auch im Zuge einer chirurgischen Oberlidstraffung erzielen.

Der Behandlungsaufwand ist verschieden

Für einen dauerhaften Effekt muss in regelmäßigen Abständen nachgespritzt werden. (© ValuaVitaly - iStock)
Eine Unterspritzung mit Hyaluronsäure dauert meist nicht länger als 20 Minuten. Dasselbe gilt für eine Kombination von Hyaluron mit Botox. Der geringe Aufwand macht diese Behandlungsvariante besonders attraktiv. Allerdings muss für einen dauerhaften Effekt in regelmäßigen Abständen nachgespritzt werden. Leichte Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle können vorkommen, gehen aber meist schnell wieder zurück. Unverträglichkeiten sind möglich, aber selten.

Eigenfett ist besonders verträglich

Eine Eigenfett-Behandlung ist deutlich aufwendiger, hält dafür aber länger an. Die dazu erforderliche Fettabsaugung, mit der man gleichzeitig Bauch, Hüften, Oberschenkel und viele andere Körperregionen verschlanken kann, ist eine minimalinvasive Operation von durchschnittlich etwa 2 Stunden Dauer. Danach braucht es einige Tage Erholung. Für die Hautregeneration muss mehrere Wochen lang Kompressionswäsche getragen werden.

Unverträglichkeiten infolge der Eigenfett-Unterspritzung sind ausgeschlossen. Die begleitende Fettabsaugung bringt gewöhnlich Schwellungen und Blutergüsse mit sich, die nach durchschnittlich 10 Tagen wieder verschwunden sind. Die Hautzugänge für die Absaugkanüle sind sehr klein, auffällige Narbenbildung gibt es praktisch keine. Vor allem bei unsachgemäßem Vorgehen kann es Nebenwirkungen wie Wundheilungsstörungen oder Dellenbildung geben. Bei einem erfahrenen Operateur kommt derlei aber kaum vor.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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