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Mitochondrien aktivieren und Gesundheit verbessern

Dr. Mutschler

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© samott - fotoliaBewegung und frische Luft aktivieren die Mitochondrien (© samott - fotolia)Mitochondrien sind kleine Kraftwerke, die unserem Körper Energie zur Verfügung stellen. Arbeiten sie nicht mehr richtig, kommt der Körper aus dem Gleichgewicht. jameda fragte Dr. Mutschler, der Mitochondrien-Medizin in eigener Praxis anwendet und an Forschungsprojekten beteiligt ist, was Betroffene tun können, um ihre Mitochondrien zu aktivieren.    

Entzündungen & Stress schädigen die Mitochondrien
Gesunde Ernährng
Mitochondrien brauchen Bewegung
Was kann die Mitochondrien-Medizin?

jameda: Sind die Mitochondrien beschädigt, können schwere Krankheiten entstehen, darunter Multiple Sklerose, Herzprobleme und Rheuma. Doch für diese Krankheiten gibt es viele Ursachen – wie häufig sind geschädigte Mitochondrien die Auslöser?
Dr. Mutschler: Der Mensch ist kein Auto, bei dem sich eindeutig klären lässt, dass die Lichtmaschine oder die Bremse kaputt ist. Die Entstehung einer Krankheit ist ein sehr komplexer Prozess. Oft sind Entzündungen, Infektionen, Toxine und Nährstoffmängel beteiligt, die wiederum die Mitochondrien schädigen. Nun bräuchte der Körper mehr Energie als sonst, um wieder gesund zu werden, doch die Mitochondrien, die für die Energiebereitstellung zuständig sind, funktionieren nicht mehr einwandfrei. Mitochondrien spielen daher häufig eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten. Bestimmte Erkrankungen sind darüber hinaus in den Genen der Mitochondrien angelegt.

jameda: Wieso können Kieferentzündungen und Darmprobleme die Mitochondrien schädigen? Gibt es weitere Faktoren, unter denen Mitochondrien leiden?
Dr. Mutschler: Wenn der Darm Nährstoffe nur schlecht aufnimmt und viele Toxine in den Körper entlässt, kommen die Mitochondrien aus dem Gleichgewicht. Das gilt auch für Kieferentzündungen, die toxische Substanzen freisetzen. Außerdem können Antibiotika, Antidiabetika und Statine (cholesterinsenkende Medikamente) die Mitochondrien schädigen und Folgeerkrankungen hervorrufen, die erneut medikamentös behandelt werden müssen. Schädlich wirken sich zudem Alkohol, Tabak, eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel aus.   

jameda: Stress soll die Aktivität der Mitochondrien ebenfalls einschränken. Wirkt sich auch ganz normaler Alltagsstress auf die Mitochondrien aus?
Dr. Mutschler: Es gibt zwei Studien aus Prag und Ulm, die zeigen, dass schon alltäglicher Stress die Mitochondrienfunktion signifikant verschlechtert. Die genauen Mechanismen sind noch nicht erforscht, aber Stresshormone, Zytokine und freie Radikale spielen wohl eine Rolle.  

jameda: Mitochondrien sind kleine Kraftwerke, die immer wieder Nachschub brauchen, um Energie zu erzeugen. Welche Lebensmittel sind besonders geeignet, um die Mitochondrien zu stärken?
Dr. Mutschler: Eine ausgewogene Ernährung mit viel basenbildendem Gemüse, kalorienarmen Lebensmitteln und genügend Mangan, Magnesium, Selen, B-Vitaminen und Zink ist die wichtigste Grundlage, um die Mitochondrien zu stärken. Besonders frische, regionale und biologische Obst- und Gemüsesorten sind zu empfehlen, um den Körper mit genügend Vitamine und Polyphenolen zu versorgen. Viele Menschen essen zu viel Fleisch: Einmal pro Woche Fleisch und zwei- bis dreimal Fisch reichen vollkommen aus. „Mitochondrien-Food“, mit dem sich die Mitochondrien gezielt stärken lassen, gibt es jedoch nicht, auch wenn bestimmte Produkte das vermuten lassen.

jameda: Was ist von Nahrungsergänzungsmitteln zu halten?
Dr. Mutschler: Um Q10 ist mittlerweile ein Hype entstanden, obwohl es sich dabei nur um ein ganz kleines Rädchen in einem komplexen Gefüge handelt. Theoretisch wirkt es sich günstig auf die Mitochondrien aus, aber nicht in den Mengen und in der Form, wie es angepriesen wird. Nahrungsergänzungsmittel sollte man nur gezielt einsetzen: Spezielle Blutlaboruntersuchungen macht deutlich, wo Mängel herrschen. Leere Speicher sind im Anschluss gezielt zu füllen, ohne eine Überversorgung zu erzielen.  

© Dr. MutschlerDr. Mutschler im jameda-Interview (© Dr. Mutschler)jameda: Mitochondrien brauchen auch Sauerstoff, um richtig arbeiten zu können. Wie lange sollte man täglich an die frische Luft, damit dem Körper genug Sauerstoff zur Verfügung steht?
Dr. Mutschler: Wie wichtig Bewegung ist, lässt eine Studie aus dem Himalaya vermuten: Das Bergvolk der Sherpas zeigt keine Anzeichen von Sauerstoffmangel, obwohl die Einheimischen auf über 5.000 Metern in dünner Luft leben. Man vermutet, dass der hohe Grad an körperlicher Aktivität zu einer ausreichenden Sauerstoffversorgung führt. Im Westen verbringen viele Menschen den Tag dagegen im Sitzen. Sie bewegen sich wenig und bekommen zu wenig Sauerstoff. Sinnvoller ist es, jeden Tag eineinhalb Stunden an der frischen Luft aktiv zu sein, um die Folgen des Dauersitzens auszugleichen. So lassen sich die Mitochondrien sehr stark beeinflussen.

jameda: Ab wann sollten Patienten einen Arzt aufsuchen?
Dr. Mutschler: Viele Patienten profitieren von Hausmitteln der Volksmedizin: Schonkost, Ruhepausen oder Darmreinigungen sind effektive Maßnahmen und machen Medikamente teilweise sogar überflüssig. Wenn diese Maßnahmen nicht mehr greifen oder sich die Patienten übers Wochenende nicht mehr erholen, ist ein Arztbesuch anzuraten. Es gibt allerdings keine eindeutigen Symptome, die auf eine Funktionsstörung der Mitochondrien hinweisen.

jameda: Wie kann die Mitochondrien-Medizin helfen?
Dr. Mutschler: Obwohl eine Laboruntersuchung eine gute Therapiegrundlage ist, weil sie detailliert Auskunft über den Status quo gibt, wird sie nur noch selten angewandt. Das ist in der Mitochondrien-Medizin anders. Zu den Therapiemaßnahmen zählen intravenöse Laserbehandlungen, die gezielte Behebung von Nährstoffmängeln und die Beseitigung von Darmproblemen

jameda: Wie ist die Forschungslage: Gibt es bereits genügend Studien, die die Wirkung der Mitochondrien-Medizin belegen, um ihr gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen?
Dr. Mutschler: Meiner Ansicht nach gehört die Mitochondrien-Medizin zur Schulmedizin. Das sehen allerdings nicht alle Ärzte so. Es gibt zwar eine umfangreiche Grundlagenforschung über die Wirkmechanismen der Mitochondrien, aber bislang noch zu wenige klinischen Studien. Dass der Lebensstil und Umweltfaktoren die Funktion der Mitochondrien beeinflussen, ist allerdings unumstritten. Weitere Studien sind in Vorbereitung.   

jameda: Vielen Dank für das Gespräch!

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


03.08.2018 - 15:35 Uhr

Ich leide seit Jahren unter CFS und bin bei einem...

von Oli

... auf chronische Erschöpfung spezialisierten Arzt. Dieser hat festgestellt, dass ich viel zu wenig Mitochondrien habe. Jetzt machen wir eine IHHT um die Mitochondrien Produktion anzukurbeln. Haben Sie damit Erfahrungen? Wie lange dauert eine Regeneration?

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 06.08.2018
Dr. med. Rainer Mutschler

Um Ihre Frage sofort zu beantworten: ja ich habe viel Erfahrungen gemacht und nein , das Verfahren wende ich nicht an. Es ist für mich immer wieder beeindruckend, was für Behauptungen aufgestellt werden,- wurden Ihre Mitochondrien denn tatsächlich durchgezählt? Das kann derzeit eh keiner! Ja und das benannte Verfahren sehe ich selbst kritisch- wenn auch nicht gänzlich unwirksam. Tatsächlich müssen die armen Mitochondrien für ganz schön viel herhalten,- dabei sind sie doch nur "unter die Räder geraten" durch jede Menge Arten von Stressoren, Noxen, Toxinen, Metallen, Infekten und Umweltschadstoffen. Haben Sie denn überhaupt eine Ursachenforschung erfahren? Freilich, das ist aufwendig, kostet Geld und die Krankenkassen erstatten meistens wenig oder nichts davon- ist aber dann halbwegs gründlich. Und die armen Mitochondrien werden als alleinige Schuldner entlastet,-sie sind nur selbst erkrankt als Folge,- plötzlich finden sich in Blutlabortests viele andere, handfeste Ursachen, die ganz gut behandelbar sind. Ich selbst bin kein Freund von tollen Maschinen, die Mitochondrien messen können und auch noch mit irgendwelchen Strömen behandeln sollen. Dafür fehlt jede wissenschaftliche Grundlage und mir die Akzeptanz. Jedoch was wisschenschaftlich untermauert ist und dann meinen Patienten auch noch hilft, dafür bin ich zu haben.Wenn Sie seit Jahren an CFS erkrankt sind, dann ist aus meiner Warte betrachtet vieles noch nicht untersucht und verstanden worden. Bei Interesse lesen Sie bitte Artikel zu solchen Themen und Erkrankungen auf meinen Blogs des www.Biomedical-Center.de Regeneration,- um Ihre Frage teilweise beantworten zu können- ist in vielen Facetten zusammen zu tragen- dauert sehr unterschiedlich schnell oder lange- fast immer sind Genetik, Epigenetik, Infektion, Inflammation beteiligt und dann sind viele Dinge auch möglich selbst zuhause zu tun. Dazu geben wir Anleitungen und Informationsmaterial,- manchmal braucht es auch gezielt Ernährungsberatung durch unserer Mitarbeiter im Team oder auch mal unsere Zahnärztin im Team, die herausfindet, wo noch Entzündungen unerkannt geblieben waren.So hoffe ich Ihnen einige Antworten gegeben zu haben und verbleibe mit besten Genesungswünschen

27.03.2018 - 14:26 Uhr

Herr Dr. Mutschler, ist Ihnen die Therapie mit...

von Lothar G.

... Magnetliegen, bzw. Kleinsche Felder bekannt und halten Sie diese Therapie für wirksam und seriös?

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 04.06.2018
Dr. med. Rainer Mutschler

Ich bin selbst kein Freund der MagnetfeldTherapie,- es gibt sicher eine Gruppe, die darauf schwört und es werden Ergebnisse von Universitäten mit Verbesserung von Durchblutung gezeigt- aber das reicht mir persönlich nicht....

15.03.2018 - 09:13 Uhr

Guten Tag, habe ihren Bericht gelesen und hätte...

von Manuela B.

... eine Frage. Seit Jahren schon leider ich an cfs und habe sehr viel gelesen und ausprobiert, leider ohne Erfolg. Welche Möglichkeiten gibt es, das Leiden der chronischen Erschöpfung zu verbessern, ohne finanziell hohe Kosten. Zur Zeit bin ich aufgrund des langen Krankheitsverlaufes nicht in der Lage teure Ergänzungsvitamine etc.zu kaufen. Warum ist der Verlauf der Wiederherstellung der Energie so schwer? Vielleicht gibt es einen Tipp ihrerseits. Mit freundlichen Grüßen Manuela B.

Dr. Mutschler

Antwort vom Autor am 18.03.2018
Dr. med. Rainer Mutschler

Das ist schon arg.... Leider ist es schwer so pauschal Ihnen was zu raten....Grundsätzlich hat die neueste Wissenschaft einiges gezeigt: es können Mitochondrien vollgeladen sein mit Schwernetallen und funktionieren nicht mehr - oder chron Stress und Traumata machen ebenso Mitochondrien krank. Dafür nachhaltig was zu tun ist möglich, aber leider nicht im Rahmen der Heilverfahren der gesetzlichen Krankenkassen. Es kann das eine oder andere Helden,- ob Ribose oder Tyrosin oder Kreatin als Aminosäuren- aber ohne ärztliche Beratung und Begleitung kann ich das nicht wirklich gut empfehlen! Selbsttherapieversuche sind verständlich, aber könnten auch in die Hose gehen. Grundsätzlich: Diagnose steht vor Therapie! Also bitte: besser vorher zum Mito-Doc gehen. Es werden jählich von der Internat Gesellschaft f Regenerative MitochondrienMedizin und Umweltmedizin neue Ärzte ausgebildet,- diese haben sich die Zeit genommen, sich in einer längeren Ausbildung sich tiefer in die komplexe Materie einzuarbeiten. Sie finden welche auf der Seite www.mito-medizin.de.Gute Besserung für Sie!


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