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Das jameda-Interview: 8 Fragen an Frau Dr. med. dent. Eva Huff

Dr. M.Sc. Huff

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© HuffFrau Dr. Huff praktiziert als Kieferorthopädin in München. (© Huff)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Huff interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Kieferorthopädin.

jameda: Frau Dr. Huff, was hat Sie motiviert, Kieferorthopädin zu werden?

Frau Dr. Huff: Die Kombination aus Kontakt zu den verschiedensten Patienten, Planung einer Behandlung und handwerklicher Tätigkeit hat mich immer fasziniert. Die Möglichkeit, ein Lächeln nur mit einer Korrektur der Stellung der Zähne zu verändern, macht mir einfach Spaß.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Frau Dr. Huff: Eine große Herausforderung ist wahrscheinlich, zu erklären, welche kieferorthopädischen Behandlungen möglich sind und wo medizinische Grenzen liegen. Ich versuche, bei jedem Patienten genau hinzuhören, was er von der Behandlung erwartet und bespreche ausführlich, wie und wie schnell wir ein gemeinsames Ziel erreichen können.

Am meisten Freude macht mir immer, wenn ich bei meinen Patienten nach einigen Wochen erste Veränderungen der Zahnstellung sehe und merke, wie genau das sie motiviert.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Frau Dr. Huff: Da gibt es einige. Noch immer gibt es viele Erwachsene, die sich kaum trauen, zu fragen, ob bei ihnen eine kieferorthopädische Korrektur möglich ist, obwohl sie schon über 18 Jahre alt sind. Selbstverständlich ist eine kieferorthopädische Behandlung in jedem Alter möglich. In unserer Praxis behandeln wir Erwachsene, Jugendliche und Kinder.

Eltern sind oft unsicher, wann sie mit ihren Kindern das erste Mal zu uns kommen sollten. Viele denken, alle bleibenden Zähne müssen bereits vorhanden sein oder es muss „richtig schief“ aussehen. Das stimmt beides nicht. Wir empfehlen einen ersten Kontrolltermin ab 6 Jahren, damit wir Anomalien beim Zahndurchbruch oder Kieferfehlstellungen früh erkennen und das Wachstum optimal beeinflussen können. So lassen sich unter Umständen schwierige Behandlungen im Teenager-Alter vermeiden oder vereinfachen. 

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Frau Dr. Huff: Natürlich kann eine Zahnkorrektur zu Beginn der Behandlung mit einem Spannungsgefühl verbunden sein oder es ist einfach ein ungewohntes Gefühl im Mund. Wir besprechen vor der Behandlung genau, wie alles ablaufen wird. Und wir geben Tipps, wie man sich am schnellsten an die neue Situation gewöhnen kann.

Bei Zahnkorrekturen über einen längeren Zeitraum haben manche Patienten verständlicherweise auch mal einen „Durchhänger“. Dann schauen wir uns gemeinsam Bilder von der Ausgangssituation an und sehen, was wir bereits erreicht haben. Das motiviert immer!


© HuffFrau Dr. Huff im Patientengespräch. (© Huff)jameda:
Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Frau Dr. Huff: Weniger Bürokratie und mehr Zeit für meine Patienten. Zum Glück habe ich ein tolles Team, das mich bei der Betreuung meiner Patienten und der Praxisverwaltung maximal unterstützt und mir immer, so gut es geht, den Rücken freihält.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Frau Dr. Huff: Ich denke, auch wir als Ärzte sollten versuchen, die Situation in der eigenen Praxis aus Sicht eines Patienten zu sehen. Das fällt uns im Alltag einer Praxis manchmal schwer. Ich gehe auch nicht unbedingt gerne zum Arzt und merke erst, wenn ich selbst Patient bin, wie empfindlich ich auf verschiedene Dinge, sei es schon bei der Anmeldung oder im Wartzimmer, reagiere. Man muss wirklich mal wieder selbst Patient sein, um diese Dinge zu bemerken. Umso dankbarer sind wir für alle Hinweise und Verbesserungsvorschläge unserer Patienten.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapien oder Geräte, die Sie in Ihrer Praxis anwenden? 

Frau Dr. Huff: Besonders stolz sind wir auf unseren optischen 3D-Scanner, mit dem wir ganz ohne unangenehme Abdrücke ein digitales Modell sowie eine sofortige Ergebnis-Simulation erstellen können. So können wir dem Patienten gleich zeigen, wie das neue Lächeln nach der Behandlung aussehen kann. Am Anfang waren wir etwas skeptisch. Aber mittlerweile macht das Scannen unseren Patienten und unserem Team gleichermaßen Spaß.
 

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Huff: Lächeln und Lachen macht gute Laune – vor allem natürlich mit schönen und geraden Zähnen. Aber gerne mit individuellen Besonderheiten, sonst wird es manchmal langweilig. Nichts ist schöner und spannender als ein Lächeln mit dem gewissen Etwas.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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