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Die sanfte und sichere Wurzelbehandlung

Dr. Kurrek

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© Ihar Kaskevich - Fotolia.com© Ihar Kaskevich - Fotolia.comDer Begriff der Wurzelbehandlung verursacht bei den meisten Patienten zunächst einen Schreck, da Schmerzen und ein langer Leidensweg damit verbunden werden - doch haben sich die Techniken und Behandlungsabläufe in den letzten Jahren erheblich verbessert und das Schreckgespenst dieser Behandlung verliert sein Wesen.

Was ist eine Wurzelbehandlung?
Eine Wurzelkanalbehandlung ist eine Behandlungsmethode, welche darauf ausgerichtet ist, den erkrankten Zahn zu erhalten. In der Regel handelt es sich um Indikationen, bei denen der Zahnnerv (Pulpa) entweder irreversibel entzündet oder bereits abgestorben ist. Die gesamte Behandlung wird auch als Endodontie und der behandelnde Zahnarzt als Endodontologe bezeichnet.

Die Ursachen für eine solche Zahnnerventzündung (Pulpitis) können dabei sehr unterschiedlich sein. In den meisten Fällen geht der Erkrankung eine Karies voraus, welche als Eintrittspforte für Bakterien dient. Im Zuge dieser bakteriellen Infektion stirbt das Nervengewebe langsam ab. In dieser Phase entstehen Zahnschmerzen, die mit einer pulsierenden, „stechenden“ Schmerzsymptomatik einher gehen. Weitere Ursachen können z.B. Zahnfrakturen oder auch Entzündungen des Zahnhalteapparates sein, welche ebenfalls den Zahnnerven irreversibel schädigen.

Im weiteren, unbehandelten Verlauf der Erkrankung bildet sich als Abwehrreaktion des Körpers eine Entzündung des Zahnhalteapparates an der Wurzelspitze des betreffenden Zahnes - eine sogenannte apikale Parodontitis. Diese kann einen akuten oder chronischen Verlauf haben. In der akuten Phase bemerkt der Patient oftmals pochende Zahnschmerzen, verbunden mit einem erhöhten Druckgefühl des betreffenden Kieferbereiches. Nicht selten ist der erkrankte Zahn stark aufbissempfindlich und erscheint als Folge der sich ausbreitenden Entzündung an der Wurzelspitze des Zahnes „beim Beißen höher“. Im Zuge der apikalen Parodontitis lösen sich Knochenstrukturen im Bereich der Wurzelspitze des Zahnes auf und sind somit auf einem Röntgenbild gut sichtbar.

Wie erfolgt eine sanfte und sichere Wurzelbehandlung?
Nach ausreichender Anästhesie wird zunächst ein Zugang zum Zahnnerven geschaffen. Erstes Ziel ist hier die vollständige Entfernung des erkrankten Zahnnerven. Um schon in dieser Phase möglichst atraumatisch und sanft zu operieren, kann zusätzlich eine Anästhesie direkt auf oder in die erkrankte Pulpa erfolgen. Der Patient spürt darauf in der Regel keinen weiteren Schmerz bei der Behandlung.

Darauf erfolgt die systematische Aufbereitung des Wurzelkanalsystems mittels manueller und maschineller Instrumente bis zur Wurzelspitze (Apex). Durch einen elektronisch gesteuerten und kontrollierten Ablauf dieser Therapie verspricht diese moderne Form der maschinellen Aufbereitung des Wurzelkanals eine hohe Erfolgsquote. Das Nervengewebe wird dabei sauber und sicher entfernt. Durch den Gebrauch von sterilen Einmalinstrumenten ist ebenfalls eine hohe Sicherheit in Hinblick auf eventuelle Instrumentenfrakturen innerhalb des Kanals als Komplikation auf ein Mindestmaß reduziert. In Kombination mit einer elektronischen Längenbestimmung des Kanals (Endometrie) kann häufig bei der Behandlung auf eine zusätzliche Röntgenaufnahme verzichtet werden.

Nach Abklingen der Beschwerden erfolgt darauf die endgültige Wurzelfüllung. Hier haben sich moderne Verfahren und Materialien durchgesetzt, welche exakt auf die bereits verwendeten Einmal-Instrumente passen und somit eine optimale Wanddichtigkeit garantieren. Eine exakte und prognostisch günstige Füllung des Wurzelkanals ist somit gesichert.

Fazit:
Die Wurzelkanalbehandlung heute und gestern sind kaum noch zu vergleichen, da sich die Therapieformen im Zuge wissenschaftlicher Erkenntnisse und technischer Innovationen deutlich weiterentwickelt haben - zum Wohle des Patienten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


21.03.2014 - 23:56 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, hier eine Frage, es...

von Gerhard

... werden immer mehr Stimmen laut gegen einen Toten Zahn im Mund, da dieses sehr ungesund sein soll und es immer mehr ablehnen eine Wurzelbehandlung machen zu lassen. Ich selber habe drei bzw. jetzt nur noch zwei Wurzelbehandelte Zähne, alle entzündet nach Jahren und der der letzte musste vor einigen Tagen (Backenzahn) gezogen werden, nicht gerade sehr angenehm. Dieser wurde vor 2 Jahren gemacht werden (war sehr aufwendig) und kostete mich dann rund 250 EUR. die Wurzelkanalbehandlung) ... umsonst wie man ja sieht. Daher meine Frage, die Zukunft muss doch auf dauer anders aussehen, den wie gesagt ein Toter Zahn ist nicht gesund für den Körper und für eine Leistung zahlen die mir nicht zusichern kann, dass ich den Zahn wirklich erhalten kann, finde ich als Patient nicht gerade sehr Hilfreich.

Dr. Kurrek

Antwort vom Autor am 25.03.2014
Dr. med. dent. Andreas Kurrek

Sehr geehrter Patient, in der Tat unterscheiden sich die Behandlungmethoden im Bereich Endodontologie stark und sind natürlich auch von der Ausgangssituation des Zahnes abhängig. In der Tat kann ein chronisch-entzündlicher Zahn nicht auf Dauer im Mund verbleiben. Die modernen Methoden bieten aber eine Vielzahl an Möglichkeiten um dem zu begegnen und so ggf. auch die Extraktion zu vermeiden. Als mögliche, dauerhafte Lösung bietet sich in Abhängigkeit von der Indikation, der Situation der Nachbarzähne und der Knochenverhältnisse in Ihrem Fall evtl. ein Zahnimplantat an. Dieses verhindert weiteren Knochenverlust und bildet den verlorenen Zahn in natürlicher Form nach. Mit freundlichen Grüßen aus Düsseldorf-Oberkassel Dr. Andreas Kurrek


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