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Wissenswertes zu Veneers

Dr. Hajto

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© Dr. Jan Matthias Hajto© Dr. Jan Matthias HajtoAls Veneers werden verschiedene Formen von indirekt gefertigten adhäsiv befestigten (geklebten) Verblendschalen oder Zahnaufbauten bezeichnet. Diese umfassen:

  • Labiale Schalen auf Frontzähnen
  • Bukkale Schalen auf Prämolaren
  • Teilveneers und Eckaufbauten auf Frontzähnen zum Ersatz von Zahnhartsubstanz
  • Palatinale Veneers auf oberen Frontzähnen zum Aufbau von Führungsflächen
  • Okklusale Veneers/Tabletops auf Seitenzähnen
  • Minimalinvasive Additionals
  • Non-Prep-Veneers

Bei einer größeren Ausdehnung gehen die Präparationsformen in Teilkronen über. Die Abgrenzung ist nicht eindeutig definiert, so existieren auch Begriffe wie 360°-Veneer und Dreiviertelkrone.

Der englische Begriff "veneer" bedeutet wörtlich Fassade, Furnier, Verblendung. Im Speziellen werden mit dem Begriff Veneer sowohl bei Zahnärzten als auch bei Patienten am ehesten die klassischen labialen Verblendschalen der Frontzähne in Verbindung gebracht. Synonyme sind labiales Facing, Verblendschale, Keramikschale. Veneers müssen nicht zwangsläufig aus Keramik hergestellt sein. Auch extraoral hergestellte Kompositveneers sind technisch möglich. Direkte Kompositversorgungen stellen keine Veneers im engeren Sinne dar.

Veneers stellen die dünnsten keramischen Restaurationsformen dar. Der Spielraum Ihrer Schichtdicken ist eng limitiert und bewegt sich zwischen 0,3 und 1,2 mm. Keramikschalen, die dünner als 0,3 mm sind, sind sowohl im Labor als auch in der Praxis kaum mehr sicher zu handhaben.

Die Präparationstiefe und die Stärke von Veneers stehen nur selten in einem direkten Zusammenhang miteinander. Dies kann vielmehr nur dann der Fall sein, wenn keinerlei Formveränderungen oder Stellungskorrekturen vorgenommen werden sollen, und auch in diesen Fällen gelingt es den Zahntechnikern selten, den Substanzabtrag ohne Abweichungen exakt wiederherzustellen.

Das Ziel einer idealen Präparation im Rahmen einer korrektiven Veneerbehandlung ist eine möglichst gleichmäßige Keramikdicke bezogen auf die angestrebte Endsituation. Dies bedeutet, dass im günstigsten Fall überhaupt keine Präparation notwendig ist, wenn die vorhandenen Zähen zu klein oder ihre Labialflächen zu weit oral positioniert sind ("Non-Prep-Veneers"). Im ungünstigsten umgekehrten Fall sind nicht einmal Minimalstärken ohne eine Dentinfreilegung erreichbar. Zwischen diesen beiden Extremen kann alles auftreten.

Jeder Patientenfall muss daher individuell genau auf diese Voraussetzungen hin genau beurteilt werden. Außerdem sollte immer die Möglichkeit geprüft werden, inwieweit durch leicht additive Modellation entweder zusätzlicher Schmelzerhalt oder eine dickere Keramikstärke erzielt werden kann, da beides nur von Vorteil sein kann. Dies gilt analog auch für die Zahnlänge und die mögliche Einkürzung der Schneidekante.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (3)


11.06.2014 - 12:23 Uhr

Sehr geehrter Herr Doctor, ich habe mir vor...

von Sasi

... einer Woche 4 Veneers auf die oberen Schneidzähne einsetzten lassen. bei der Anprobe sah noch alles normal aus... aber nun erkennt man dass sie dunkler sind als meine anderen Zähne :-( Vor allem auf Fotos fällt es extrem auf. Gibt es Möglichkeiten sie im Mund heller zu machen? Bemalen o. Ä.? Oder muss ich sie wieder komplett abschleifen lassen? Oder kann man die Veneers wieder raus nehmen? Vielen Dank schon mal. LG

Dr. Hajto

Antwort vom Autor am 11.06.2014
Dr. med. dent. Jan Matthias Hajto

Sehr geehrte(r) Sasi, Wenn die Veneers aus Keramik sind, dann ist es in der Tat das sinnvollste, diese neu zu machen. Bei korrekter Befestigung lassen sie sich auch nicht einfach abnehmen, sondern müssen heruntergeschliffen und dabei zerstört werden. Leider habe ich keine bessere Nachricht für Sie. MFG Dr. Jan Hajtó

17.03.2014 - 18:20 Uhr

sehr geehrter Hr.Doktor, vielen Dank für die...

von c

... ausführliche Antwort. Ich habe auch schon daran gedacht die Veneers neu machen zu lassen. Allerdings möchte ich das nur als allerletzte Möglichkeit machen weil dann ja die Zähne wieder beschliffen werden müssten.

Dr. Hajto

Antwort vom Autor am 18.03.2014
Dr. med. dent. Jan Matthias Hajto

Es ist mit entsprechender Sorgfalt möglich, Veneers so zu entfernen, dass von den Zähnen keine zusätzliche Zahnsubstanz verloren geht.

14.03.2014 - 22:18 Uhr

Sehr geehrter Hr.Doktor, mich würde...

von c

... interessieren, ob es möglich ist Veneers im Mund nachzubearbeiten. Also in Veneers bei denen die Oberfläche komplett glatt ist die zahntypischen Längs und Querrillen zu erzeugen, um ein natürliches Aussehen zu bekommen Hintergrund: In meinem Fall waren die eingesetzten Veneers leider zu dick. Der Zahntechniker hat gemeint er hat den Zahnbogen etwas größer gemacht, um ein gleichmäßigeres Ergebnis zu bekommen, aber ohnehin nur 1 mm. Leider war das aber beim Sprechen usw sehr störend und ich konnte mich auch nach mehreren Monaten nicht daran gewöhnen. Ich habe sie dann abschleifen lassen. Das störende Gefühl und die Probleme beim Sprechen sind damit behoben, allerdings ist durch das abschleifen die Oberfläschentextur (Längs undQuerrillen) weg. Die Veneers haben eine vollkommen glatte spiegelnde Oberfläche und sehen leider nicht natürlich aus.

Dr. Hajto

Antwort vom Autor am 17.03.2014
Dr. med. dent. Jan Matthias Hajto

sehr geehrter Herr oder Frau c, Grundsätzlich ist es technisch möglich im Mund die Oberflächenstruktur einzuarbeiten, aber es sprechen mehrere Gründe dagegen: 1. Es ist nur möglich abzutragen (zu schnitzen), wenn also versehentlich an einer stelle zu viel entfernt wurde, ist es nicht rückgängig zu machen. 2. Im Mund ist es nicht möglich einen Glanzbrand der Keramik zu machen, sondern nur zu polieren. Strukturierte Oberflächen sind sehr schwer zu polieren. das Ergebnis wird nicht so sein , wie aus dem Labor. 3. Es ist nicht vorhersagbar, was durch die transluzente Keramik beim weiteren abtragen durchschimmern wird wodurch möglicherweise die Gesamtfarbe ungünstig verändert wird, weil Zahnsubstanz sichtbar wird. Je undurchsichtiger die Veneers, desto geringer dieses Risiko. 4. Es besteht das Risiko, dass die Keramik stellen weise zu dünn wird und dadurch frakturgefährdet ist. Man sieht nicht unbedingt, zumal wenn jemand anderer die Veneers eingesetzt hat, wie dick die Keramik noch ist. 5. es ist sehr zeitaufwändig, man muss mit Feinstkorndiamanten arbeiten, um die Keramik nicht zu beschädigen, man muss als Zahnarzt auch die Fertigkeit haben um die Struktur natürlich zu schaffen, und auch ihre Vorstellungen berücksichtigen. Dieser Aufwand ist wiederum teuer. Mit dem selben aufwand lassen sich die veneers auch abnehmen und neu abformen. Der Aufwand der Neustrukturierung lohnt sich auch nur, wenn die Veneers ansonsten zu 100% in Ordnung sind Letztendlich kann Ihre Frage nur fundiert beantwortet werden, wenn man den Fall beurteilen kann und kennt. Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben. Dr. Jan Hajtó


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